Chronik Wernitz - Kulturverein Wustermark

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Chronik Wernitz

Wernitz – „Ort, wo es Raben und Krähen gibt“?


Der Ortsname Wernitz leitet sich höchstwahrscheinlich ab von dem Begriff „Varnica“, was soviel bedeutet wie „Ort, wo es Raben und Krähen gibt“. Zugrunde gelegt sind dabei die Wörter „Varn“ = „Rabe“ und „Varna“ = „Krähe“. Möglich ist auch, daß der Ortsname abstammt von „Varnici“. Das heißt „Leute des Varn“ und wird in der Regel mit einem entsprechenden Zunamen ergänzt. Die jetzige Schreibweise ist damit zu erklären, daß das „e“ in der ersten Silbe dem Umlaut von „a“ im Deutschen entspricht.
Diese Erläuterungen sind entnommen aus dem Brandenburgischen Namensbuch, Teil 4: Die Ortsnamen des Havellandes von Reinhard E. Fischer.
In einem alten Zeitungsausschnitt, der sich in einer Akte mit Sammlungen zur Geschichte der Mark im Preußischen Geheimen Staatsarchiv befindet, wird die Herkunft des Ortsnamens Wernitz anders erläutert. Danach sind Endungen wie „-witz“, „-itz“ oder „-nitz“ in der slawischen Sprache üblich und entsprechen im Deutschen etwa „-ingen“ oder „-lingen“. Während die slawische Endung meist von örtlichkeiten abgeleitet ist, bezieht man sich bei der deutschen Form hauptsächlich auf Personennamen.

Wernitz 2008



            Zeittafel

1000–1200
In dieser spätslawischen Zeit gibt es bereits im Gebiet des heutigen Ortes Wernitz einen Burgwall mit Siedlung.

06.06.1373
Ersterwähnung des Dorfes in einer Urkunde: Markgraf Otto belehnt Heinze Stertzinger mit Hebungen in Wernitz, Groß Behnitz und Schwanebeck. Diese beinhalten für das Dorf Wernitz sieben Hufen Acker, das oberste und niederste Gericht sowie eine freie Schäferei.

1375
Nach dem Landbuch Kaiser Karl IV. umfaßt Wernitz 31 Hufen. Eine davon besitzt die Pfarre, sieben sind Ritterhufe, die zum Stertzinger Hof gehören. Dieser Besitzer muß auch Vasallendienste leisten.

1402
In der wüsten luxemburgischen Zeit kam es in diesem Jahr bei Wernitz zu einer blutigen Entscheidung zwischen den Magdeburgern und Märkern. Über das Treffen wird berichtet:  

1412
Es gibt Hinweise auf Besitztümer der von Bardeleben in Wernitz.

28.03.1427
Markgraf Johann veräußert wiederkäuflich Getreidepächte verschiedener Wernitzer Ortsansässiger an den Spandauer Bürger Peter Michil.

29.09.1430
Markgraf Johann verpfändet mehrere Hebungen in Wernitz an den Spandauer Jacob Liefeld. Genannt werden unter anderem neun Mandel Groschen mit allen Freiheiten und Gerechtigkeiten.

24.02.1431
Jacob Liefeld, Spandauer Bürger, erwirbt wiederkäuflich Hebungen und Rechte in Wernitz von Markgraf Johann. Aufgeführt sind beispielsweise Getreideabgaben.

1441
Die Lehnsregistratur weist aus, daß Sigmund Knoblauch das Dorf Wernitz mit allen Rechten empfangen hat. Ausgenommen sind davon aber unter anderem sieben Hufen der von Bardeleben und einige Abgaben, die Hans Mewes gehören. Diese Besitztümer werden 1442 und 1445 in den Aufzeichnungen wiederholt.

1443
Das Kloster erhält auf dem Berge zu Brandenburg vom Kurfürsten einige Güter für ein gesichertes Einkommen übereignet. Unter anderem werden dem Stift das oberste und niederste Gericht in Wernitz zugesprochen. Außerdem stehen dem Kloster Abgaben und Rechte von 18 Hufen aus dem Besitz des Getreuen Segemunde von Knobelouch und von weiteren fünf Hufen im Dorf zu.

1450
Das Schoßregister verzeichnet, daß Knobeloch mit Wernitz belehnt ist. Die Feldmark umfaßt 31 Hufen, wovon u. a. der Pfarrer zwei und die Bardeleben sieben haben. Andere Ortsbewohner haben Abgaben zu leisten, z.B. Getreideanteile und Hühner., daß Knobeloch mit Wernitz belehnt ist. Die Feldmark umfaßt 31 Hufen, wovon u. a. der Pfarrer zwei und die Bardeleben sieben haben. Andere Ortsbewohner haben Abgaben zu leisten, z.B. Getreideanteile und Hühner.

01.04.1455
Kurfürst Friedrich übereignet dem Kloster auf dem Berge vor der Altstadt Brandenburg Besitzungen zu Wernitz. Es handelt sich dabei um jährliche Zinsen aus dem Landbesitz verschiedener Eigentümer.

1541
Im Bestandsverzeichnis über die bestehenden Pfarren ist Wernitz als Filiale von Zeestow ausgewiesen. Der Probst auf dem Berge vor Brandenburg wird als Patron für die Wernitzer Kirche genannt.

25.01.1549
Kurfürst Joachim überschreibt das Kloster auf dem Berge zu Brandenburg an Anthonius von Warberg. Diese übereignung betrifft auch das Dorf Wernitz.

Um 1550
Das Prämonstratenserstift St. Marien hat auf dem Harlunger Berge bei Brandenburger das Patronat über die Wernitzer Kirche inne.

1552
Die Einwohner von Wernitz haben u.a. Holzzins und Getreidepacht an das Amt Spandau zu entrichten.

20.01.1555
Kurfürst Joachim läßt die erste Verleihungsurkunde über Besitzungen in Wernitz für Joachim von Bredow zu Bredow ausstellen. Dem kurfürstlichen Rat und seinen männlichen Nachkommen werden unter anderem das Dorf mit allen Hüfner- und Kossäthenhöfen, sowie das oberste und niederste Gericht zugesprochen. Der Bredow erhält außerdem aus dem Dorf Rauchhühner und den Fleischzehnt. Von den auf der Gemarkung Wernitz gelegenen Gewässern stehen ihm die Fischerei und die Enten zu. Zuvor gehörte Wernitz dem Kloster zu Marienberge bei Brandenburg.

1580
Teilung des Bredowschen Besitzes in Wernitz innerhalb der Familie. Je ein Drittel fällt an Joachim II. auf Bredow, Georg auf Markee und Heinrich auf Roskow. Damit beginnt für Jahrhunderte eine Vererbung an die verschiedenen Bredowschen Familienzweige. Meistens wird es für Wernitz mehrere Eigentümer aus diesem verzweigten märkischen Adelsgeschlechts geben.

1618–1648
30jähriger Krieg

1624
Aus dem mittelmärkischen Schoßkataster für Wernitz sind überliefert: Zum Dorf gehören 37 Bauernhufen, darunter vier auf der Feldmark Schlabrendorf. Es gibt zehn Bauern- und zwei Kossäthenstellen, außerdem ein ½ Paar Hausleute. Angegeben sind noch ein Hirte, ein Hirtenknecht und eine Schmiede. Zwei Hufen von den 37 besitzt die Pfarre.

1629
Die kaiserlichen Truppen fallen im Havelland ein. In Wernitz schlagen die Soldaten bei den Leuten, die nichts geben können, alles entzwei. Man nimmt den Einheimischen auch die Pferde weg.

1635
Eröffnung einer täglichen Botenpost von Tangermünde nach Spandau. Der Kurs führt von Rathenow kommend unter anderem auch über Wernitz und Wustermark.

1663
Karte der Mittelmark von Jeannes Blaeu (erschienen im Atlas Mayor, Amsterdam 1663).  

1671
In der Hufentabelle für das Havelland sind für Wernitz angegeben: zehn Bauern, 37 Bauernhufen und zwei Kossäthen.

Nach 1695
Das Güterverzeichnis Otto Ludwig von Bredows vermerkt unter anderem folgende Besitztümer in Wernitz:
1. Aus dem Erbe seines Vaters – drei bewohnte Pflugdienste in Wernitz nebst Unter- und Obergericht auf dem Lande der Mewes, außerdem auf Buntebarts Hof ein Wispel und 17 Scheffel Roggen, ein Wispel und 12 Scheffel Gerste sowie acht Scheffel Hafer nebst Gerechtigkeiten wie sie in den Lehnsbriefen festgesetzt sind. 1/3 von zwei kleinen Kossäthenhöfen gehören ihm und es stehen ihm 6 Taler und 2 Gulden Geldzinsen aus Unter-, Ober- und Straßengerichten in Bredow und Wernitz zu. An Naturalabgaben sind genannt 100 Hühner von den Untertanen in Bredow und Wernitz sowie von dort der Fleischzehnt. Die Bierwirte in Bredow und Wernitz müssen jeder 1 Pfund Pfeffer und 12 Gulden Geld abgeben. Der Bredow verfügt auch über die Jagdhoheit zu Wasser und zu Lande.
2. Aus dem Erbe seines Vetters in Markee – das ganze Dorf Wernitz mit allen Gerechtigkeiten, drei Bauernhöfe und wiederum 1/3 von zwei kleinen Kossäthenhöfen. Dazu kommen noch Geldzahlungen von verschiedenen Ortsansässigen sowie Naturalabgaben wie Hühner und Gänse. Es stehen ihm Beträge aus den Gerichten und die Jagdhoheit zu, wie schon aus dem Erbteil seines Vaters.

1713
Der von Bredow auf Markau und Bredow besitzt Wernitz. Im Dorf ist ein Handwerker, nämlich ein Schneider, ansässig.

Um 1750
In Wernitz stehen 9 Maulbeerbäume, die für die Seidenzucht gebraucht werden. Das geht aus einer Aufstellung zu den einzelnen Dörfern hervor.

1775
In einer Ortschaftsübersicht wird Wernitz als adeliger Ort geführt.

1778
Karte des Havelländischen Kreises (Urheber Oesfeld) aus dem Jahre 1778 mit allen relevanten Orten.  

1779
Wernitz hat 137 Einwohner.

1783
Eine Tabelle des Havelländischen Kreises weist für Wernitz 17 Schock Eier aus, die nach Berlin und Potsdam geliefert wurden. 1782 waren es noch 16 Schock und 4 Mandeln. Es gibt also eine Steigerung um eine Mandel.

20.07.1785
Hagelschlag ruiniert einen Teil der Getreideernte.

1787
Eine Tabelle weist für Wernitz 20 Maulbeerbäume auf dem Kirchhof aus. Diese werden von dem Küster gepflegt und genutzt. Dafür fallen Kosten in Höhe von einem Taler und 12 Silbergroschen an.

1795
Der Ortsprediger stellt an das Amt Spandau den Antrag auf Besichtigung des schadhaften Kirchturms. Im August wird dann die Reparatur in Auftrag gegeben. Die ermittelten Kosten von 183 Reichstalern, 20 Groschen und 10 Pfennigen sollen in drei Raten zu 100 Reichstalern, 50 Reichstalern sowie 33 Reichstaler, 20 Groschen und 10 Pfennigen gezahlt werden. Für jede Woche Verzug bei der Fertigstellung des Kirchturms müssen 5 Reichstaler Strafe gezahlt werden.

1796
Eine Zählung ergibt, daß in Wernitz 5 Maulbeerbäume auf Gemeindeland und 11 auf dem Kirchhof stehen.

1800
In Wernitz gibt es 14 Hofstellen; zwei mehr als 1624.

1804
Eine statistisch-topographische Beschreibung der Mark Brandenburg erscheint. Für Wernitz ist darin notiert, daß es ein Dorf mit zwei Gütern ist. Im Ort gibt es zehn Ganzbauern, vier Kossäthen, zwei Einlieger, eine Schmiede und einen Krug. Insgesamt leben in der Ortschaft 181 Menschen. Gezählt werden 17 Feuerstellen. Die Gemarkung umfaßt 34 Hufen. Besitzer von Wernitz sind der Bredow zu Bredow und der Bredow zu Markau. Die Kirche als Filiale von Zeestow gehört zur Kircheninspektion Nauen.

1810
Wernitz hat 151 Einwohner. Es werden 69 männliche und 66 weibliche Personen ermittelt. Als Kinder ausgewiesen sind 13 Söhne und 14 Töchter. Angeben werden auch 25 Knechte und 17 Mägde.

16.03.1810
Schulze Dansmann erstellt einen Zustandsbericht über Brücken in Wernitz: 1. In der Rathenower Straße führt über den Feldgraben eine Massivbau-Brücke, die der Gemeinde gehört und von dieser instandgehalten wird. Deren Zustand ist gut, es besteht kein Materialbedarf. Die Brücke hat eine Länge von 6 Fuß und eine Breite von 1 Ruthe und 3 Fuß. 2. Auf dem Weg nach Zeestow befindet sich eine Holzbrücke, die ebenfalls im Gemeindebesitz ist. Eine Reparatur ist nicht notwendig. Die Brücke ist ebenfalls 6 Fuß lang und 1 Ruthe und 3 Fuß breit. 3. Eine Holzbrücke führt über den Bredowschen Graben. Die überführung zählt zu 1/3 zu Wernitz und 2/3 zu Zeestow und Brieselang. Die drei Gemeinden halten das Bauwerk gemeinsam instand. Die Länge beträgt 8 Fuß und die Breite 1 Ruthe und 8 Fuß.

1812
Erneut findet sich ein Hinweis auf die Bepflanzung des Kirchhofes mit Maulbeerbäumen. Schulze Dansmann nutzt die Bäume.

1819
Eine Kirchenreparatur ist notwendig, die insgesamt 60 Reichstaler, 19 Silbergroschen und 1 Pfennig kostet.

1820
Eine Gewerbetabelle für Wernitz verzeichnet als ortsansässig einen Schneidermeister und einen Schmied. Es gibt im Ort eine ölmühle und eine ölpresse. Es befindet sich im Dorf auch ein Webstuhl für Leinen. Vermerkt sind noch ein Krug mit Ausspannung sowie ein Schankwirt. Außerdem werden 26 Knechte und 23 Mägde gezählt.

1823
Die Wernitzer Kirche gehört zur Diözese Nauen als Filiale der Mutterkirche in Zeestow. Das Patronat für Wernitz liegt bei Seiner Majestät, dem König.

1831
Aus dem Wernitzer Kirchenbesitz müssen mehrere Morgen Land zum Bau der von Spandau nach Nauen führenden Straße abgetreten werden. Die Entschädigungssumme wird von der Königlichen Regierung des Innern übernommen und beträgt insgesamt 1236 Reichstaler, 11 Silbergroschen und 7 Pfennige. Wie aus Mahnungen des Predigers hervorgeht, bleibt die Zahlung längere Zeit aus.

1834
Im Januar wird ein Kircheneinbruch und -diebstahl aus Wernitz gemeldet. Der Tat dringend verdächtig ist ein Dienstknecht.

1841
Bei der Kirchenvisitation wird als Kircheninventar beispielsweise eine Bibel und ein Kreuz auf dem Altar genannt. Erwähnt ist auch, daß bei dem früheren Einbruch in die Kirche die Figur des Gekreuzigten abgerissen wurde.

1847
In Wernitz zählt man 200 Seelen und 26 Häuser.
Im Ort wird das erste Schulgebäude errichtet und der erste ausgebildete Lehrer eingestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt unterrichteten meist Handwerker die Kinder nebenamtlich. Zuletzt tat das der Schneidermeister Deter.

02.01.1849
Erstausgabe des Osthavelländischen Kreisblattes  

24.01.1849
Das Preußenlied.  

21.05.1849
Mitteilung des Königlichen Landratamtes an die Ortschaften im Osthavelland über die Vergütung für die Einquartierung der Soldaten der Preusischen Armee. Die Servicevergütung beträgt 50 Thlr. 21 Sgr. 1 Pf..  

Juli 1849
Wernitz hat 198 Einwohner.

07.08.07.1849
Ein Feuer zerstört in der Nacht mehr als die Hälfte des Dorfes. Alle vom Brand Betroffenen können wenig oder nichts von ihrer Habe retten. Auch die Kirche brennt ab.  

31.10.1849
Der Prediger zu Zeestow und Wernitz, J. Dracke, reicht zusammen mit anderen Geistlichen eine Petition an die "Hohe Zweite Kammer zu Berlin" ein mit der Bitte, die Verfassung hinsichtlich der Ungleichstellung der Wertigkeit der Eheschliesung zu ändern, wonach eine kirchliche Trauung nur nach Vollziehung des Civilaktes stattfinden darf.
"Wir bitten, die Hohe Zweite Kammer wolle dem § 16 folgende Fassung geben:
Die bürgerliche Gültigkeit der Ehe wird entweder durch die kirchliche Trauung oder durch den Civilact bedingt".

07.12.1849
Danksagung an die Spender der Liebesgaben für die Abgebrannten im Juli.  

1850
Das Dorf bekommt ein neues Spritzenhaus. Der Etat des Baufonds des geistlichen Patronats weist für Wernitz einen Stall- und Brunnenbau aus. Es wird angemerkt, daß der Lehrer die Wirtschaftsgebäude nicht länger entbehren kann. Als Patronatsanteil wird ein Betrag von 135 Talern, 13 Groschen und 9 Pfennigen ausgewiesen. Holz wird im Wert von 61 Talern, 21 Groschen und 1 Pfennig benötigt.

Ab 1850
Bemühungen um den Wiederaufbau der Kirche.

09.01.1850
Schiedsmanns-Districte der Osthavelländischen Kreise.  

16.01.1850
Eintheilung der Bezirke zu der bevorstehenden Wahl der Wahl-männer für das Volkshaus des deutschen Parlaments.  

04.05.1850
Wolfart, Rittmeister und Führer der 1sten Escadron 24sten Land-wehr-Regiments teilt mit:
Die Herren Schulzen und Ortsvorsteher im Osthavelländischen Kreise ersuche ich ergebenst, diejenigen Wehr-Reiter ihrer resp. Ortschaften, welche zur diesjährigen Uebung der meinem Befehle untergebenen Escadron eingeordnet sind und sich im Besitze eigener Pferde befinden, für den Fall, daß sie diese Pferde zur Uebung zu gestellen wünschen, darauf aufmerksam zu machen, daß dergleichen Wünsche nur alsdann eine besondere Beachtung finden können, wenn der betreffende Wehrreiter das eigene Pferd persönlich im Musterungs-Termin am 11ten d. M. vorstellt.

01.06.1850
Einteilung der Distrikte für die Feuer-Lösch-Kommissare.  

24.07.1850
Der Pfarrer des Ortes Fahrland bedankt sich für die Spenden von Wernitzer Bürgern für ein Opfer eines Blitzeinschlages.  

05.10.1850
Dorfschulze Dansmann wird Mitglied der Kreiskommission zur Einführung der Gemeindeordnung.  

27.11.1850
Professor Carl Töpfer präsentiert sein Zauber-Theater in Nauen.  

18.12.1850
Der Königliche Landrath ermahnt die Gemeinden Dyrotz und Wer-nitz ausstehende Baumpflanzungen zu vollziehen:
Da die nachstehenden Städte, Gemeinden und Dominien, als - - - Gemeinde Dyrotz, Gemeinde Wernitz - - - , die ihnen von den betreffenden Gensd'armen näher bezeichneten nöthigen Baumpflanzungen im Laufe dieses Herbstes nicht überall voll-ständig ergänzt haben, so erwarte ich ganz bestimmt, daß dieselben diese Nachpflanzung, soweit solche nicht noch in diesem Herbste zweckmäßig erscheint, im künftigen Frühjahre bei Vermeidung executivischer Ausführung vornehmen werden.

18.01.1851
Im Osthavelländischen Kreisblatt Nr. 6, amtlicher "Theil", wird Wuster-mark ermahnt, ihre Rückstände an Landwehr-Übungsgeldern aus dem Jahre 1850 an die Kreiskasse abzuführen.  

25.01.1851
Osthavelländisches Kreisblatt Nr. 9, amtlicher "Theil": Anweisung des Kriegsministeriums, "Oeconomie-Department", an die ostha-velländischen Ortsbehörden, den "Remonte-Pferden" auf langen Märschen genügend Futter zukommen zu lassen.  

12.03.1851
Der Kreisschulze Dansmann (Dyrotz) hat seinen Posten aufge-geben, ein Nachfolger soll gewählt werden.  

09.08.1851
Verzeichnis der für die nachstehenden Ortschaften angewiesenen Vergütung für die im Monat November 1850 verabreichte Mund- und Fourage-Verpflegung nebst Zinsen.  

25.10.1851
Vergütigung für die im 1. Quartal d. J. an vaterländische Truppen verabreichte Marschbeköstigung.  

08.11.1851
Aus dem Verzeichnis der für die nachstehenden Ortschaften ange-wiesenen Vergütigung für die im Monat Januar 1851 verabreichte Mund- und Fourage-Verpflegung nebst Zinsen ist zu entnehmen:
Dyrotz in Summa 188 Thlr. 21 Sgr. 7 Pf.,
Hoppenrade in Summa 83 Thlr. 10 Sgr. 4 Pf.,
Wernitz in Summa 177 Thlr. 19 Sgr. 2 Pf.
Wustermark in Summa 194 Thlr. 23 Sgr. 6 Pf.

12.11.1851
Aus dem Verzeichnis der für die nachstehenden Ortschaften ange-wiesenen Vergütigung für die im Monat Februar 1851 verabreichte Mund- und Fourage-Verpflegung nebst Zinsen ist zu entnehmen:
Dyrotz in Summa 86 Thlr. 11 Sgr. 1 Pf.,
Hoppenrade in Summa 26 Thlr. 26 Sgr. 11 Pf.,
Wernitz in Summa 57 Thlr. 1 Sgr.,
Wustermark in Summa 89 Thlr. 1 Sgr. 2 Pf.

06.12.1851
Nachweisung der den Dominien und Gemeinden des Osthavel-ländischen Kreises für die im Monat December 1850 bewirkte Landlieferung in Magazine zu Brandenburg, Luckenwalde und Charlottenburg zustehende Geld-Vergütung nebst Zinsen à 4 Prozent pro 1. Januar bis ultimo September 1851.
Dyrotz Dominium in Summa 86 Thlr. 5 Sgr. 4 Pf.,
Dyrotz Gemeinde in Summa 200 Thlr. 26 Sgr. 10 Pf.,
Hoppenrade in Summa 112 Thlr. 11 Sgr. 8 Pf.,
Wernitz in Summa 92 Thlr. 12 Sgr. 3 Pf.,
Wustermark in Summa 229 Thlr. 17 Sgr. 10 Pf.

1851
Ein Finanzierungsbedarf von 5479 Reichstalern, 9 Silbergroschen und 4 Pfennigen für Arbeiten und Material zum Wiederaufbau der Kirche wird ermittelt.

03.03.1852
In Verfolg einer Bestimmung der General-Land-Feuer-Societäts-Direction fordern wir die Polizei-Obrigkeiten, Dorfgerichte und Orts-Vorstände auf, dafür Sorge zu tragen, daß die Bekannt-machung vom 15. December v. J. wegen der Prämien von 20 bis 50 Thlrn. für diejenigen, welche Brandstifter ermitteln, - allen Einwohnern der sämmtlichen Ortschaften des Kreises gehörig bekannt werde.
Dyrotz, den 20. Februar 1852.
(gez.) v. Hobe.

11.05.1852
Kornbörsen-Preise zu Nauen:
Scheffel Waizen 2 Thlr. 8 Sgr. 9 Pf.
Scheffel Roggen 2 Thlr. 2 Sgr. 6 Pf.
Scheffel Hafer 1 Thlr. 5 Sgr.

22.05.1852
Im Osthavelländischen Kreisblatt erscheint eine Bekanntmachung des Landrates: „Der Mühlenmeister Krüger zu Wernitz hat seine vor dem von der Berlin-Hamburger Chaussee nach dem Dorfe Wernitz führenden Wege belegene erdholländische Windmühle abgebrochen und auf demselben Platze eine Bockwindmühle mit zwei Mahlgängen errichtet. Da, wie ein Schriftwechsel belegt, die Mühle ohne Genehmigung errichtet wurde, belegt die Königliche Regierung den Besitzer mit einer Geldbuße von 30 RM.

09.06.1852
Die Herren Orts-Receptoren der untenbenannten Ortschaften werden gegeben, die nachstehenden Klassen- und Kriegssteuer-beträge mit den Gefällen des Monats Juni c. an die Kreis-Kasse unfehlbar abzuführen:
Hoppenrade Klassenst. 7 Sgr. 6 Pf., Kriegsst. 1 Sgr. 3 Pf.,
Wernitz Klassenst. 7 Sgr. 6 Pf., Kriegsst. 1 Sgr. 3 Pf.,
Wustermark Klassenst. 18 Sgr. 9 Pf., Kriegsst. 18 Sgr. 11 Pf..

07.07.1852
Nachweisung der aus dem Verkaufe der, vom Osthavelländischen Kreise gestellten Landwehr-Mobilmachungs-Pferde gelösten und zurückzuzahlenden Gelder. Es haben zu empfangen:
Dominium Dyrotz: 10 Thlr. 25 Sgr. 10 Pf.
Gemeinde Dyrotz: 50 Thlr. 24 Sgr. 10 Pf.
Dominium Hoppenrade: 5 Thlr. 12 Sgr. 10 Pf.
Gemeinde Hoppenrade: 25 Thlr. 6 Sgr. 3 Pf.
Gemeinde Wernitz: 33 Zhlr. 12 Sgr. 2 Pf.
Gemeinde Wustermark: 53 Thlr. 27 Sgr.

25.08.1852
Ankündigung des diesjährigen Herbstmanövers des Garde-Corps durch den Königlichen Landrath Wolfart, der auch die Ortschaften benennt, die für die Verpflegung der Truppen zu sorgen haben.  

28.08.1852
Der Königliche Landrath Wolfart teilt mit:
Mit Bezug auf meine Bekanntmachung vom 20sten d. M., in Betreff des diesjährigen Herbstmanövers des Garde-Corps, theile ich hiermit noch nachrichtlich mit, daß die Stärke eines Bataillons zu 600 Mann, einer Escadron zu 120 Mann, einer reitenden Batterie zu 80 Mann und Pferde, und einer Fußbatterie zu 100 Mann mit 40-50 Pferden höchstens anzunehmen ist und nach diesem Ver-hältnisse also schon vorher die nöthigen Eintheilungen rück-sichtlich der Unterbringung der in den betreffenden Ortschaften einrückenden Truppen zu treffen sein werden.

16.10.1852
Der "Wahlbezirks-Eintheilungs-Liste Behufs der Wahl der Abge-ordneten für die 2te Kammer" ist zu entnehmen, dass Wernitz 174 Einwohner hat.

17.11.1852
Der Kossäth Carl Kurth in Wernitz gibt bekannt:  

11.12.1852
An Vorspann-Vergütigung pro 3tes Quartal 1852 sind zu empfangen:
Dyrotz 18 Sgr. 9 Pf., Hoppenrade 5 Thlr. 11 Sgr. 3 Pf., Wernitz 3 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf., Wustermark 6 Thlr. 26 Sgr. 3 Pf..

12.01.1853
An Servis-Vergütungen pro 2tes und 3tes Quartal 1852 sind zu empfangen:
Dyrotz 8 Sgr. 6 Sgr. 2 Pf., Hoppenrade 17 Thlr. 28 Sgr. 1 Pf., Wernitz 17 Thlr. 23 Sgr. 11 Pf., Wustermark 34 Thlr. 25 Sgr. 2 Pf.

12.02.1853
Markt-Durchschnitts-Preis für einen Scheffel:
Weizen 2 Thlr. 12 Sgr. 10 Pf., Roggen 1 Thlr. 29 sgr. 8 Pf., Gerste 1Thlr. 15 Sgr., Hafer 1 Thlr. 4 Sgr. 6 Pf., Erbsen 2 Thlr. 7 Sgr. 10 Pf., Kartoffeln 20 Sgr.

02.04.1853
Bekanntmachung durch die Königliche Post-Expedition Nauen.  

15.06.1853
Wer auf seinem eigenen Grundstücke, auf dem die Jagd verpachtet ist, oder wer auf fremden Grundstücken, ohne dazu berechtigt zu sein, die Jagd ausübt, wird mit Geldbuße bis zu Einhundert Thalern oder mit Gefängniß bis zu drei Monaten bestraft.

27.07.1853
Dr. Hartung's Chinarinden-Oel zur Conservierung und Verschöne-rung des Haarwuchses.  

09.11.1853
Der Königliche Landrath Wolfart informiert die Herren Schulzen und Ortsvorsteher über die Strafen für unkorrektes Arbeiten.  

10.12.1853
Hinweis zum Umgang mit gefundenen alten Gold- und Silber-münzen.  

17.12.1853
Auf dem Bauplatze der Kirche zu Wernitz sollen am 19ten d. M., Vormittags 10 Uhr, 8 Schachtruthen alte, noch brauchbare Mauersteine öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung verkauft werden, wozu Kauflustuige hiermit eingeladen werden.

10.02.1855
Danksagung der Arbeiter zu Wernitz an den Rittergutsbesitzer Herrn Rogge zu Döbritz.  

17.02.1855
Die tägliche Postzustellung durch Landbriefträger tritt in kraft.  

08.09.1855
Amtliche Mittheilung über das übertriebene Kirchenläuten.  

16.06.1855
Die Brücke auf dem Wege von Wernitz nach Etzin wird am 18ten d. M. ausgebessert, weshalb der gedachte Weg an dem Tage für Fuhrwerk und Reiter gesperrt ist.

28.07.1855
Die Wittwe Kurth ist Willens, die ihr zugehörige Büdnerstelle, bestehend aus einem Wohnhause nebst Stall und Scheune, sowie den dabei befindlichen Garten, am Sonnabend den 4. August d. J., Nachmittags 2 Uhr, aus freier Hand öffentlich und meistbietend zu verkaufen.
Kauflustige werden zu diesem Termine mit dem Bemerken eingeladen, daß zwei Drittel des Kaufpreises auf dem Grundstück stehen bleiben können.

20.10.1855
Krüger sen., Mühlenmeister in Wernitz bei Nauen, inseriert:
Den Herren Mühlenbsitzer die ergebene Anzeige, daß durch mich gute französische Crawinkel-, Mindener-, Kyffhäuser- und Siebige-röder-Mühlensteine laut Preis-Courant auf vorherige Bestellung zu beziehen sind.
Reflectanten werden darauf aufmerksam gemacht, ihre Bestel-lungen baldigst anzubringen, damit die Steine noch vor dem Schlusse der Schifffahrt herankommen können.

1853 bis 1856
Bereitstellung von Mitteln aus dem Etat der Regierung Potsdam für die Errichtung einer neuen Kirche. Für 1853 und 1854 stehen je 2000 Reichstaler zur Verfügung. 1856 wird ein Restbetrag von 300 Reichstaler gezahlt, die Gesamtfördersumme beläuft sich auf 4300 Reichstaler.

Ab 1854
Der Wiederaufbau der Kirche beginnt am alten Standort. Die Steine von dem abgebrannten Bau werden für das Fundament verwendet. Im November 1854 bittet der Wernitzer Kirchenvorstand die Königliche Regierung um Anschaffung von Altar und Taufstein, da noch die Innenausstattung für den fast fertigen Kirchenneubau fehlt.

01.03.1854
Es wird hiermit zur Kenntnis der Kreiseingesessenen gebracht, daß der Lehnschulze Hinrichs zu Etzin in Stelle des ausge-schiedenen Erbschulzen Dansmann zu Wernitz als Stellvertreter des Kreistags-Abgeordneten 3ten Standes für den 3ten ländlichen Bezirk erwählt und diese Wahl demnächst von der Königl. Regierung bestätigt worden ist.

26.07.1854
Die heute stattgefundene Verlobung meiner Tochter Bertha mit dem Schulvorsteher Herrn Heinrich Roth zu Berlin beehre ich mich hierdurch anzuzeigen.
Die verwittwete Erbschulzenguts-Besitzerin F. Dansmann, geb. Engel.

29.07.1854
Bezirks-Eintheilung des osthavelländischen Kreises Behufs Aus-wahl der Mobilmachungs-Pferde:
8. Bezirk: Dyrotz, Wustermark, Hoppenrade, Wernitz. - Vorstand: Lehnschulze Ehrenbrecht zu Hoppenrade. Beistände: Thierarzt Spiesecke zu Wustermark, Bauer Wilh. Buge zu Dyrotz. - Sammelplatz: das Dorf Dyrotz.

19.08.1854
Folgende Anträge von Reservisten auf Zurückstellung bei eintre-tender Mobilmachung wurden positiv beschieden:  

20.09.1854
Nachdem der bisherige Kreistags-Abgeordnete der Landgemein-den, Lehnschulze Seefeldt zu Knobloch, am 8ten d. M. mit Tode abgegangen ist, muß eine Neuwahl vorgenommen werden.  

04.10.1854
Zur Erlernung der Weber-Profession wird ein Bursche verlangt beim Webermeister Schmidt in Wernitz.

1856
Die Kostenabrechnung weist für die Errichtung der Kirche eine Summe von 4833 Reichstalern, 2 Silbergroschen und 9 Pfennigen aus.
Eberhard Alexander von Bredow überläßt auf Bredow seine 2/3 Anteile an Wernitz dem Besitzer von Markau, Wilhelm Christian Christoph von Bredow. Im Tausch tritt dieser dafür seinen Forstanteil ab. So gelangt Wernitz wieder in die Hände eines Bredowschen Eigentümers.

12.01.1856
Danksagung.
In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch ist mir ein Sack mit Strähken verloren gegangen und von dem Knecht Jerike zu Nauen, welcher bei dem Kaufmann Herrn Kerkow in Diensten steht, gefunden und an mich wieder zurückerstattet worden. Dem Finder zur Ehre fühle ich mich veranlaßt, solches der Oeffent-lichkeit zu übergeben,
Fehlow.

23.02.1856
Ein junger Zuchtbulle von anderthalb Jahren steht zum Verkauf bei dem Bauer Krause in Wernitz.

19.03.1856
Verkaufsanzeige: Ich bin Willens, eine Partie altes Eichenholz, einen Blockwagen, mehreres Handwerkszeug, etliche Wellen, welche sich zu Ackerwalzen eignen, eine Grützmühle, 4 Tobber-ketten, 3 Rungenketten und mehrere andere Gegenstände aus freier Hand gegen gleich baare Bezahlung meistbietend zu verkaufen. Hierzu habe ich einen Termin auf den 25. März, Nachmittags 1 Uhr, in meinem Hause angesetzt, zu welchem Kauflustige hierdurch ergebenst eingeladen werden.
G. Krüger, Mühlenmeister in Wernitz.

14.06.1856
Orts-Polizei-Verordnung an die Bäckereien.  

28.06.1856
Wegen gestiegener Holzpreise und Beschaffungsschwierigkeiten von ausgefahrenem Achsen-Theer muss Fehlow, Wernitz, die Preise für Sträken erhöhen.  

11.10.1856
Bekanntmachung einer Ausschreibung:
Es sollen in der hiesigen Königlichen Straf-Anstalt (Spandau)
1) die Excremente von circa 1200 Personen,
2) das abgelegene Lagerstroh aus circa 1160 Strohsäcken,
3) der Kehricht aus der ganzen Anstalt,
4) die Asche von circa 800 Klftr. Torf und 70 Klftr. Holz,
sowohl einzeln als im Ganzen öffentlich im Wege der Licitation an den Meistbietenden vom 1. Januar 1857 an auf drei hinterein-ander folgende Jahre verpachtet werden, und ist hierzu ein Termin auf Mittwoch den 22. October dieses Jahres, Vormittags 10 Uhr, im Geschäfts-Locale des Unterzeichneten in der Straf-Anstalt anberaumt worden.
Der Director der Königl. Straf-Anstalt Schelowsky.

15.10.1856
Zum Geburtstage seiner Majestät des Königs am 15. October 1856.

22.10.1856
In Folge unserer Bitte, den am 28. Juni cr. durch Hagelschlag verunglückten 44 Wirthen zu Bötzow, Wansdorf und Schönwalde durch Natural-Unterstützungen zu Hülfe zu kommen, sind uns außer einigen milden Gaben an Geld übersendet worden:
von der Gemeinde Wustermark 14 Scheffel Roggen,
von der Gemeinde Wernitz 7 Scheffel Roggen,
Im Namen der schwer Getroffenen den freundlichen Gebern unsern wärmsten Dank für die reichen Gaben und Gottes Segen.
Das Vertheilungs-Comitée

25.10.1856
Ein neuer Vorsteher und Geschäftsführer des ersten Brand-Hülfs-Vereins wird gesucht, nachdem der Kreisschulze Dansmann zu Dyrotz gestorben ist.  

05.11.1856
Eine fette Kuh steht auf dem Wieprecht'schen Gute bei Wernitz zum Verkauf.

26.11.1856
Auf der Chaussee von der Wernitzer Mühle bis nach Wustermark ist ein Regenschirm gefunden worden. Der Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung der Insertionsgebühren bei dem Krüger Giese zu Wernitz in Empfang nehmen.

31.12.1856
Am 23sten d. M., Abends zwischen 6 und 7 Uhr, sind dem beim Bauer Ehrenbrecht zu Wernitz dienenden Knecht Carl Kähne ein schwarzer Tuchrock, eine schwarze Tuchhose, eine weißbunte und eine graustreifige Sommerhose, eine blaubunte Weste, eine rothgrüne Weste, ein großer rothbunter Shawl, ein schwarzsei-denes und ein blaubuntes Halstuch, ein Paar weiße, wollene Strümpfe, ein Paar weißbunte Hosenträger, eine grünbunte Unterjacke entwendet worden.
Die Polizei-Behörden des Kreises ersuchen wir, nach den entwendeten Gegenständen zu recherchiren und vom etwanigen Erfolg uns Anzeige zu machen.
Das Königliche Landraths-Amt, Hoffmann

1857
Ablauf einer brandenburgischen Bauernhochzeit.  

1857
Es gibt erste Schreiben zu Baumängeln an der gerade fertigge-stellten Kirche. Die Dielung im Fußboden ist fehlerhaft.

28.02.1857
Bekanntmachung des Königl. Landrath-Amtes zur nochmaligen Verhandlung über die Auflösung des ersten Brandhülfs-Vereins.  

25.04.1857
Bekanntmachung der Auflösung des ersten Brandhülfs-Vereins.  

27.06.1857
Die Jagd auf der Wernitzer Feldmark soll von Bartholemäus 1857 bis dahin 1860 meistbietend verpachtet werden.
Hierzu steht Termin am 1. Juli d. J., Nachmittags 3 Uhr, im hiesigen Schulzen-Amte an, zu welchem Pachtlusige hierdurch eingeladen werden. Die Bedingungen werden im Termine bekannt gemacht.
Der Ort-Vorstand Dansmann, Schulze.

02.09.1857
Wieprecht in Wernitz inseriert:
Eine Hächsel-Maschine, jedoch nur eine solche, welche sich als wirklich zweckmäßig und brauchbar erweist, wird zu kaufen gesucht. Wer eine solche abzutreten beabsichtigt und für die praktische Brauchbarkeit derselben 4 Wochen garantirt, wolle sich entweder mündlich oder durch portofreie Briefe melden.

09.09.1857
Der Büdner Schmidt in Wernitz inseriert:
Meine zu Wernitz belegene Büdnerstelle, bestehend in einem fast neuen Wohnhause von 3 Stuben, Keller, Stall, einem Hofe mit Brunnen und einem Garten, bin ich Willens, Veränderungs halber baldigst zu verkaufen.

16.01.1858
Ein neuer starker Zweispänner-Wagen mit eisernen Achsen steht zum Verkauf bei dem Schmiedemeister Giese.

13.02.1858
Für die bei dem hierselbst (Pausin) stattgefundenen Brande am 26sten und 27. Mai vorigen Jahres verunglückten Bewohner sind an milden Gaben bei mir eingegangen und vertheilt:
von der Gemeinde Hoppenrade 4 Thlr. 2 Sgr. 6 Pf.
von der Gemeinde Wernitz 5 Thlr. 22 Sgr. 6 Pf..
Außerdem sind noch namhafte Geldbeiträge von nachstehenden Gebern eingegangen und durch dieselben vertheilt:
Herr Landrath von Hobe in Dyrotz, der mit großer Bereitwilligkeit und Zuvorkommenheit sich, außer den Geldbeträgen, an Gebung von Naturalien betheiligt hat.

31.03.1858
Der Webergesell Gericke zu Wernitz ist Willens, am 6. April, Nachmittags 2 Uhr, zwei Webestühle nebst allem Zubehör meist-bietend zu verkaufen.

16.06.1858
4 Wispel gute rothe Kartoffeln, der Wispel 18 Thlr., sind zu verkaufen bei Wieprecht in Wernitz.

17.07.1858
Dienstag den 13ten d. M. ist auf dem Wege von der Wernitzer Mühle bis zum Dorfe ein Rock gefunden worden. Der rechtmäßige Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung der Insertions-Gebühren bei Heese in Wernitz abholen.

15.09.1858
In Folge des diesseitigen Aufrufs vom 8. Mai d. J. sind bei der Königlichen Kreiskasse hierselbst für die Abgebrannten in Frankenstein und Zabel folgende Beiträge eingegangen und dem Unterstützungs-Comité übersandt worden:
vom Landr. a. D. Hr. v. Hobe zu Dyrotz 3 Thlr.,
von der Gemeinde Hoppenrade 21 Sgr. 6 Pf.,
von der Gemeinde Dyrotz 15 Thlr. 10 Sgr. 6 Pf.,
von der Gemeinde Wernitz 2 Thlr. 25 Sgr.,
von der Gemeinde Wustermark 3 Thlr. 16 Sgr.
Insgesamt wurden im Osthavelland 425 Thlr. 21 Sgr. 7 Pf. gespendet.

18.09.1858
Bekanntmachung durch den Königl. Landrath Wilckens:
Unter Bezugnahme auf den Erlaß vom 6. August d. J. bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß zur Körung von Hengsten für die Sprung-Periode 1858-59 ein Termin auf Mittwoch den 13. October d. J., Vormittags 10 Uhr, anberaumt worden ist. Die Anmeldung der zu körenden Hengste muß, soweit selbige noch nicht erfolgt ist, nunmehr schleunigst und spätestens im obigen Termine geschehen, und es sind die Hengste zur angegebenen Zeit auf dem Platze neben dem Kreishause hierselbst zu gestellen. - Die Ortsbehörden des Kreises veranlasse ich, die Hengstbesitzer hiervon besonders in Kenntnis zu setzen.
Nauen, den 15. September 1858.

1859
In einem gutachterlichen Bericht wird festgestellt, daß sich der Schaden in der östlichen Hälfte des Gotteshauses befindet, dort wo unter dem Fußboden die Steine der alten Kirche verwendet wurden.

12.01.1859
Eine frischmilchende Kuh nebst Kalb ist zu verkaufen bei dem Lehrer Fick in Wernitz.

12.10.1859
Die Distrikts-Eintheilung der Feuer-Lösch-Commissarien.  

14.01.1860
Der jetzige Winter und der vor 100 Jahren.  

11.02.1860
Bekanntmachung des Königlichen Landrathes Wilckens:
Sämtliche Ortsvorstände der zum platten Lande gehörigen Ort-schaften des Kreises, jedoch mit Ausnahme der Ortschaften Bötzow und Bornim, werden hiermit aufgefordert, mir binnen acht Tagen schriftlich anzuzeigen, ob in ihrer Ortschaft sich Einwohner jüdischen Glaubens befinden, welche ein selbstständiges Ein-kommen haben und deshalb für das laufende Jahr zur Klassen-steuer veranlagt sind. Zugleich ist die Höhe des diesjährigen Klassensteuersatzes anzugeben.

21.04.1860
Ein Etui mit 14 Paar metallenen Ohrringen ist am Mittwoch in Wernitz gefunden worden. Der sich legitimirende Eigenthümer kann dieselben gegen Erstattung der Insertionskosten bei dem Bauer Dansmann daselbst in Empfang nehmen.

28.04.1860
Ein Wispel weiße ächte englische und 2 Wispel rothe Kartoffeln sind à Wispel 17 Thlr. zu verkaufen bei Wieprecht in Wernitz.

1861
Die Ortschaftsstatistik für Wernitz weist folgende Daten aus: In der Landgemeinde leben 212 Menschen und es bestehen 31 Ehen. Es gibt fünf öffentliche, 64 gewerbliche und wirtschaftliche sowie 22 Wohngebäude. Im Dorf werden fünf Gehöfte bewirtschaftet. Die landwirtschaftliche Fläche ist angegeben mit 18 Morgen Gartenland, 1380 Morgen Acker, 214 Morgen Wiese, 42 Morgen Wald sowie 179 Morgen Weide, Torf und anderes. Polizeilich ist der Ort dem Gut Markau zugeordnet. Das Kirchenpatronat hat der Fiskus.

1862
Eine Kreisübersicht für Wernitz weist rund 1857 Morgen Fläche aus, die einen Reinertrag von etwa 9726 Talern erbringt. Das bedeutet im Durchschnitt 50 Silbergroschen pro Morgen.

03.05.1862
Eine beim Schweinesteig belegene zweischürige Wiese, 1 1/2 Morgen groß, verkauft der Büdner Giese in Wernitz.

18.06.1862
Zum 1 October d. J. wird ein Quantum Milch von 150-200 Quart zu pachten gesucht. - Das Nähere bei dem Chaussee-Ennehmer Herrn Callies bei Wernitz.

10.10.1863
Im Verzeichnis der ländlichen Wahlbezirke, der Wahl-Vorsteher und deren Stellvertreter im osthavelländischen Kreise, Behufs Wahl der Wahlmänner für die bevorstehende Neuwahl des Hauses der Abgeordneten sind für den Wahlbezirk Markau und Markee und nebst Vorwerken und Wernitz nebst Chaussehaus notiert:
als Rittergutsbesitzer von Bredow zu Markau, als Stellvertreter Amtmann Stolze zu Markee.

18.03.1864
Das Prüfungsergebnis der von Reservisten und Landwehr-männern eingereichten Anträge auf Zurückstellung von einer Einberufung wird veröffentlicht.  

27.07.1864
Der Knecht Dähne, Wernitz, hat den Lehrer Grantzow in Wernitz im Schulhause unanständig behandelt; er erklärt hiermit öffentlich, daß ihm dies sehr leid und in Folge von großer Uebereilung und Hitze geschehen ist, auch deshalb Abbitte gethan hat.

16.11.1864
Am Freitag Abend ist vom Vorwerk Niederhof bis zum Dyrotzer Chausseehaus ein Sack mit Betten verloren gegangen. Der ehrliche Finder wird gebeten, denselben bei Herrn Wolter auf Vorwerk Niederhof abzugeben.

26.11.1864
Bekanntmachung über die Einquartierung der aus dem Dänischen Feldzuge zurückkehrenden Mannschaften.  

03.12.1864
Seine Majestät der König haben eine Parade der siegreichen Trup-pen in Berlin befohlen. In Folge dessen werden nicht alle Quar-tiere belegt.  

22.07.1865
Ein Vaterlandslied von George Hesekiel.  

02.12.1865
5 Thaler Belohnung.
Auf der Allee zwischen Wernitz und Markau sind mir in voriger Woche 36 Pflaumenbäume muthwillig abgebrochen worden. Wer mir den Thäter so nachweist, daß er zur gerichtlichen Bestrafung gezogen werden kann, erhält 5 Thaler Belohnung.
Kluchert in Wernitz.

02.12.1865
Cigarren-Preise.  

20.12.1865
Der Bauer Friedrich Wilhelm Liere zu Wernitz ist zum Gerichts-shöppen daselbst ernannt und vom Landrath Wilckens bestätigt und vereidigt worden.

24.03.1866
Anzeige: Alle Krieger von 1864 Nauen, Lietzow, Markee, Markau, Bredow und Wernitz werden ersucht, sich heute Abend 8 Uhr im Kerkow'schen Bier-Lokale einzufinden, behufs einer Besprechung einer Feier des 18. April und Vorlage der Statuten.

11.04.1866
Der Fuß-Gendarm Neumann ist von hier (Nauen) nach Ketzin versetzt und es sind demselben folgende Ortschaften als Patrouil-lenbezirk überwiesen worden:
Markee und Vorwerk, Maraku und Vorwerke, Wernitz, Wuster-mark, Dyrotz und Vorwerk, Hoppenrade, Buchow-Carpzow, Priort und Vorwerk, Falkenrehde und Abbaue, Uetz, Paretz, Ketzin, Knobloch, Etzin und Freigut.

13.06.1866
Verzeichnis der ländlichen Wahlbezirke, der Wahl-Vorsteher und deren Stellvertreter Behufs Wahl der Wahlmänner für die bevor-stehende Neuwahl des Hauses der Abgeordneten.  

07.07.1866
Aufruf an die Bewohner des Osthavellandes.  

01.08.1866
Das neue Ersatz-Aushebungsgeschäft (Musterungverfahren).  

1867
Im Nachweis über den Seidenbau für Wernitz wird der Schulzengutsbesitzer Stegmann aufgeführt.

17.04.1867
Gestellungs-Termine der Militairpflichtigen.  

17.04.1867
Marktpreise.  

10.07.1867
Wahlbezirks-Eintheilung Behufs der Wahl eines Abgeordneten den Norddeutschen Bundes.  

10.08.1867
Bauer Wieprecht beabsichtigt seinen auf der Wustermarker Feldmark belegenen Ackerplan zu verkaufen. Geld ist nicht sogleich erforderlich.
Außerdem sind 20 Wispel (täglich 2 Wispel) frühe und Strumpf-Kartoffeln, sowie 4 Wispel Kochlinsen zu haben.

30.10.1867
Umzugs halber sind bei Lehrer Grantzow ca. 2 Fuhren sehr gutes Kuh-, resp. Pferdeheu, eine Partie Beete, Stroh und ein großes, gut angefuttertes Schwein bald zu verkaufen.

15.01.1868
Der Landrath Wilckens bedankt sich bei den Gebern Namens der Abgebrannten zu Johann-Georgenstadt im Königreich Sachsen für ihre Betheiligung an der Collecte.
In Wernitz wurden 2 Thaler gesammelt.

29.01.1868
Bauer Wieprecht zu Wernitz verkauft zwei frischmilchende Kühe.

05.04.1868
Landrath Wilckens gibt bekannt:
Am 2. d. M. ist in Dyrotz ein toller fremder Hund zum Vorschein gekommen.
In Gemäßheit der Regierungs-Polizeiverordnung vom 6. Januar d. J. ordne ich daher hierdurch an, daß die Hunde zu Wustermark, Ceestow, Wernitz, Hoppenrade, Buchow-Carpzow, Priort und in den im halbmeiligen Umkreise von Dyrotz belegenen kleinen Etablissements auf die Dauer von 6 Wochen an die Kette gelegt resp. eingeschlossen werden, was inzwischen in Dyrotz bereits veranlaßt ist.

07.10.1868
Todesanzeige Friedrich Wilhelm Danneil.  

11.10.1871
Die zum Grünefeld'schen Bauergute zu Wernitz gehörige neue Hofstelle nebst circa 67 Morgen Acker (Weizboden) und ca. 27 Morgen Wiesen ist unter günstigen Bedingungen im Ganzen oder einzeln zu verkaufen. Näheres bei W. G. Wieprecht in Berlin, Lange Straße 35, oder beim Gastwirth Giese in Wernitz.

01.12.1871
Allgemeine Volkszählung in den Gemeinden und Gutsbezirken der Provinz Brandenburg. In der Landgemeinde Wernitz ergibt die Erhebung: Der Ort besteht aus einem Wohnplatz mit 21 Wohngebäuden. Die ortsanwesende Bevölkerung zählt 199 (97 männliche und 102 weibliche) Personen, von denen 59 auch im Dorf geboren sind. Die Einwohner leben in 33 Familienhaushalten. Alle bekennen sich zur evangelischen Religion. 198 haben die preußische Staatsangehörigkeit, nur einer ist Nicht-Preuße. 46 Menschen sind unter 10 Jahre alt. Bei den anderen wird als Schulbildung ermittelt: 143 können lesen und schreiben, acht sind Analphabeten und von zwei fehlen Angaben. Unter der Rubrik persönliche Gebrechen Einzelner ist ein Taubstummer aufgeführt. Als ortsabwesend wird eine Person erfaßt.

30.03.1872
Die zum Grünefeld'schen Bauergut in Wernitz gehörige Hofstelle, nebst ca. 9 Morgen Acker, sowie die im Bredower Luch belegene, 26 Morgen große Wiese, sollen nun baldigst preiswerth, zusammen oder getheilt, verkauft werden. Nähere Auskunft ertheilt Herr Gastwirth Giese in Wernitz.

08.05.1872
Die Nachtwächter-Stelle zu Wernitz ist zum 1. Juli d. J. vacant. Gehalt jährlich 50 Thlr. und freie Wohnung. Reflectirende mit gutem Attest können sich melden.
Der Orts-Vorstand.

10.07.1872
Im Osthavelländischen Kreisblatt erschienenes Loblied auf den Deutschen Kaiser Wilhelm I.  

06.11.1872
Arbeitsmann C. Paasche inseriert:
In der Nacht vom 3. zum 4. November ist mir mein eisenachsiger Hundewagen, welcher blau angestrichen und vorn mit einem kleinen Kasten versehen ist, gestohlen worden. Demjenigen, welcher mir den Dieb so nachweist, daß ich denselben gerichtlich belangen kann, sichere ich eine Belohnung von 2 Thalern zu.

22.02.1873
Gastwirth Giese bietet sein circa 7 Morgen großes Luch, bei Bredow gelegen, zum Verkauf an.

05.03.1873
Wilhelm Hübner warnt in einem Inserat Jedermann, seiner Frau auf seinem Namen etwas zu borgen, da er für keine Zahlung aufkommt.

19.04.1873
Wollschweißblätter sind wichtig für Damen.  

15.05.1873
Wernitz hat 199 Einwohner.

14.06.1873
Die Jagd auf der Feldflur der Gemeinde Wernitz soll an den Meistbietenden auf 3 hintereinander folgende Jahre verpachtet werden. Hierzu ist ein Termin auf Sonnabend den 21 Juni d. J., Vormittags 9 Uhr, im Kruge zu Wernitz anberaumt, wozu Pachtlustige eingeladen werden.

13.12.1873
Als Wahlvorsteher für die Reichstagswahl sind Lehrer Kabelitz und Schöppe Liere vorgesehen.

10.03.1874
Getreidepreise der Märkte in Nauen und Spandau.  

28.03.1874
Gericke und Ehrenbrecht teilen mit: Auf unserem Forst-Grundstück zu Wernitz sind verschiedene Diebstähle vorgekommen. Demje-nigen, welcher uns den Thäter so nachweist, daß wir ihn gerichtlich belangen können, sichern wir hiermit eine Belohnung von 5 Thlrn. zu.

03.06.1874
Beschreibung der bevorstehenden Einführung der neuen Reichs-währung zum 1. Januar 1875.  

10.06.1874
Amtliche Mitteilung:
Wir bringen wiederum in Erinnerung, daß durch die Regierungs-Verordnung vom 19. October 1867 das Einfangen und Tödten aller nützlichen Vögel bei Strafe verboten ist. Zu diesen gehören außer den Singvögeln auch der Sperling. Auch das Ausnehmen der Eier oder der Brut, sowie das Zerstören der Nester ist strafbar.

15.07.1874
Der Königliche Ober-Präsident der Provinz Brandenburg, Wirkliche Geheime Rath von Jagow teilt mit:
Nachdem die Bildung der Amtsbezirke im Kreise Osthavelland durch den Herrn Minister des Innern nach Maßgabe des $ 49 der Kreisordnung vom 13. December 1872 erfolgt ist, auch die Ernennung der Amtsvorsteher und der Stellvertreter derselben nach $$ 56-58 des gedachten Gesetzes stattgefunden hat, wird in Uebereinstimmung mit der Vorschrift im $ 185 der Kreisordnung die nachstehende Nachweisung hierdurch zur öffentlichen Kennt-nis gebracht:
Der Gemeindebezirk Wernitz liegt im Amtsbezirk Bredow, Amts-vorsteher ist Rittergutsbesitzer von Bredow, Wohnort Bredow, Stellvertreter ist Rittergutsbesitzer Stolze, Wohnort Markee.

15.07.1874
Im Verzeichnis der Schulzen, Schöppen und Gutsbesitzer vom 07. Juli 1874 stehen für die Gemeinde Wernitz als Schulze Bauer Louis Gericke, als Schöppen Bauer Wilhelm Liere und Bauer Carl Ehrenbrecht.

22.07.1874
Das Kreisblatt empfiehlt: Gegen den Stich giftiger Fliegen erweist sich das sofortige Aussaugen der Stichwunde als vorteilhaft. Wird das ausgesogene Blut wieder ausgespieen, so bringt es dem Aussaugenden keinen Schaden. Erscheint der Stich dann noch immer verdächtig, so ist das vollständige Ausschneiden des Stichs oder ein Schnitt durch denselben, so daß es blutet, und das Aussaugen dieses Blutes zu empfehlen.

22.08.1874
Ein Kommentar zur gesetzlichen Einführung der Civilehe.  

01.10.1874
Das Gesetz über die Beurkundung des Personenstandes und die Form der Eheschließung tritt mit dem heutigen Tage in Kraft. Die öffentliche Beurkundung der Geburten, Heirathen und Sterbefälle wird nicht mehr den Geistlichen, sondern ausschließlich den vom Staate zu bestellenden Standesbeamten zustehen.

07.10.1874
Das unsittliche Treiben in vielen hiesigen Restaurations- und Schanklokalen hat dermaßen überhand genommen, daß demsel-ben mit allen gestzlichen Mitteln entgegen getreten werden soll. Es wird deshalb von jetzt ab die vorgeschriebene Poizeistunde mit Strenge durchgeführt werden:
Öffentliche Schanklokale, Restaurationen u.s.w. müssen in den Wintermonaten, d. h. vom 1. October bis 1. April, um 10 Uhr (in den Sommermonaten um 11 Uhr) Abends geschlossen werden.
Jeder Gast, der über die gebotene Polizeistunde hinaus, trotz der Aufforderung zum Fortgehen, verweilt, und der Wirth, welcher dieses Verweilen duldet, werden mit Geldbuße oder mit Haft bestraft.

14.11.1874
Hinweis des Kreisblattes: Das preußische Silbergeld bleibt vor-läufig noch im Umlauf, nur daß wir vom 1. Januar 1875 statt von einem Thaler von drei Mark, statt von zehn Silbergroschen von einer Mark, statt von fünf Silbergroschen von einer halben Mark oder funfzig Pfennigen und statt von einem Silbergroschen von zehn Pfennigen sprechen.

1873/75
Bildung von Amtsbezirken. Wernitz wird mit Bredow, Markau, Markee und Zeestow dem Amtsbezirk Bredow zugeordnet.

31.12.1875
Wernitz hat 216 Einwohner.

1876
Der Potsdamer Orgelbaumeister Gesell wird mit dem Orgelbau für die Wernitzer Kirche beauftragt. Wie im Zuge für den Neubau der Kirche 1852 zugesagt, übernimmt die Regierung Potsdam 50% der Kosten. Der Zuschuß beträgt 933 RM. Insgesamt kostet die Orgel 1833 RM, davon entfallen 622 RM auf die benötigten Materialien und 1244 RM auf Arbeitslöhne.

03.05.1876
Suchanzeige des Milchfahrer Raue:
Am 28. April, Abends, ist mir von Wernitz bis zum Wustermarker Bahnhof ein lederner Herrenschuh verloren gegangen, dem Wiederbringer sichere ich eine Belohnung von 1 Mark zu.

17.06.1876
Gericke sucht Pächter für seine "sauern und süßen Kirschen" von seinen 200 Allee-Bäumen.

28.06.1876
Schiedsmannsbeamte für die Gemeinden des Bezirkes XII müssen gewählt werden.  

13.12.1876
Im Verzeichnis der Wahlvorsteher zur Reichstags-Abgeordneten-Wahl stehen Lehrer Kabelitz als Wahlvorsteher und Schulze Gehricke als sein Stellvertreter.

06.03.1877
Der Landrath Graf v. Königsmarck gibt bekannt:
In Stelle des Bauergutsbesitzers Liere zu Wernitz, welcher wegen Abgabe seiner Wirthschaft sein Amt niedergelegt hat, ist der Bauergutsbesitzer Wilhelm Kluckert daselbst zum Schöppen für die Gemeinde Wernitz gewählt, bestätigt und vereidigt worden.

17.03.1877
Rechtzeitig zur Frühjahrsbestellung der Äcker wirbt die Actien-Gesellschaft Eckert aus Berlin für ihre Maschinen.  

30.06.1877
Der Luchbesitzer Heese in Wernitz gibt bekannt:
Die Passage über das in meinem Besitz befindliche Luch am Bredower Vorwerk ist verboten. Darin Betroffene werden zur gerichtlichen Bestrafung gezogen.

20.11.1877
Der Landrath gibt bekannt, daß die Bauerngutsbesitzer Karl, Wilhelm und August Ehrenbrecht zu Wernitz beabsichtigen, ihre diesjährigen Schaflämmer impfen zu lassen.

01.05.1878
Der Arbeitsmann Mette hat einen Damenhut gefunden.  

14.05.1878
Der unverheirathete Schäfer Drinkwitz sucht zu Urbani einen Dienst als einzelner Schäfer.  

26.06.1878
Bei Prüfung der von den Landwehrmännern, Reservisten und Ersatzreservisten I. Klasse im Kreise Osthavelland pro 1878 angebrachten Reclamationen um Zurückstellung im Fall einer Mobilmachung ist der Antrag des Louis Gericke anerkannt worden.

29.06.1878
Lehrer Kabelitz wird zum Wahlvorsteher für die anstehenden Reichstagsabgeordnetenwahlen bestellt. Schulze Gehricke ist sein Stellvertreter.

03.08.1878
Ein gutgemeinter Hinweis der Redaktion des Osthavelländischen Kreisblattes zum korrekten "Flaschenaufziehen".  

24.08.1878
Ein Kneipenwitz vom klugen Fleischer:
"Sagen Sie mir, guter Nachbar, Sie zeigen im Anzeiger immer frische Blutwurst an und schlachten doch nie, wie geht das zu?"
"Das will ich Ihnen sagen, ich lasse meine Schweine nur zur Ader!"

27.03.1879
Anzeige:
Bei meiner Versetzung nach Basdorf (Berlin-Pasewalker Chaus-see) sage ich allen Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl.
Chausseehaus Wernitz, den 27. März 1879.
Th. Hoppe, Chausseeaufseher.

09.05.1879
Der Amtsvorsteher gibt bekannt:
Wegen Pflasterungsarbeiten ist die Dorfstraße in Wernitz am Markauer Ende gesperrt für Lastfuhrwerk. Dergleichen Fuhrwerk muß von Markau nach der Berlin-Hamburger-Chaussee, dann bis zur Wernitzer Mühle fahren und auf diesem Wege nach Wernitz gelangen.
Bredow, den 9. Mai 1879.

26.07.1879
Verschollene Frauennamen.  

27.07.1879
Der Amtsvorsteher gibt bekannt:
Die Amtsdörfer (Wustermark, Dyrotz, Rohrbeck) haben auf Grund des § 44 der vorgedachten revidirten Feuerlöschordnung nachbe-nannten Ortschaften bei Feuersgefahr Hilfe zu leisten:  

05.08.1879
Gemäß einer Bekanntmachung des Civil-Vorsitzenden der Ersatz-commission des Aushebungsbezirks Osthavelland, Graf von Königsmarck (Königl. Landrath), werden im Falle einer Mobil-machung folgende Reservisten zurückgestellt:
Louis Gericke.

20.08.1879
Vom 1. October ab beträgt jede der drei vollen Gerichtsgebühren - die Verhandlungsgebühren, die Beweisgebühr und die Entschei-dungsgebühr - wie folgt  

23.09.1879
Endgültige Feststellung der Amts-Bezirke.
Der Provinzialrath der Provinz Brandenburg hat auf Grund des § 49, Absatz 2 der Kreis-Ordnung und des § 64 der Provinzial-Ordnung vom 29. Juni 1875 das Tableau der Amtsbezirke des Kreises Osthavelland unterm 11. September 1879 nunmehr endgiltig festgestellt.
Das Tableau wird nachstehend unter gleichzeitiger Bezeichnung der Amtsvorsteher und deren Stellvertreter publicirt.  

11.10.1879
Der deutsche Normal-Roman in 4 Bänden.  

25.10.1879
Der Gemeindevorstand gibt bekannt, dass das Nachbuddeln von Kartoffeln auf der Wernitzer Feldmark untersagt ist.

01.12.1880
Wernitz hat 234 Einwohner.

05.01.1884
Ein durchgegangenes Pferdefuhrwerk.  

29.01.1884
Todesanzeige von Bauergutsbesitzer und Gastwirth Carl Giese.  

05.03.1884
Es ist Eltern bestrafter Schulkinder strikt verboten, den Lehrer in der Schulklasse deswegen zur Rede zu stellen.  

26.07.1884
Ansicht einer Telefonanlage wie sie zu dieser Zeit üblich war.  

20.09.1884
Herbstmoden 1884.  

24.09.1884
Todesanzeige von Frau Bauergutbesitzer Wittwe Kluchert.  

24.10.1884
Das amtliche Ergebnis der Reichstagswahlen:  

10.01.1885
Der Landrath Graf von Königsmarck teilt mit:
Der Bauergutsbesitzer Gottlieb Liere ist als Schöffe der Gemeinde Wernitz gewählt, bestätigt und vereidigt worden.

24.06.1885
Der Landrath Graf von Königsmarck teilt mit:
Otto Hermann Albrecht Callies, geboren am 21. Juli 1862 zu Wernitz, evangelischer Religion, zuletzt zu Wernitz wohnhaft, wird beschuldigt, als Wehrpflichtiger des Jahrgangs 1862 bzw. 1863 in der Absicht, sich dem Eintritte in den Dienst des stehenden Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubnis das Bundesgebiet verlassen oder nach erreichtem militaer-pflichtigen Alter sich außerhalb des Bundesgebietes aufgehalten zu haben.

08.07.1885
Einquartierungsliste für die Herbstübungen des Militärs.  

23.09.1885
Am Freitag Abend (20.), während des überaus heftigen Gewitters, schlug der Blitz in die neue massive Scheune des Schulzen Gehricke hierselbst, zündete und legte dieselbe in Asche. Bedeutende Erntevorräthe wurden dabei ein Raub der Flammen.

1886
Folgende Berufe sind in der Einwohnerschaft Wernitz vertreten:  

26.06.1886
Bollenscheer in Wernitz verkauft einen 1 1/2-jährigen Zucht-Bullen.

18.09.1886
Der Fuhrherr Johann Franke zu Wernitz ist zum Fleischbeschauer für die Ortschaft Wernitz ernannt und als solcher verpflichtet worden. Die Gebühr für jedes von ihm untersuchtes Schwein beträgt eine Mark.

16.10.1886
Aus dem Verzeichnis der Gemeinde-Vorsteher und Schöffen ist zu entnehmen:
Schulze: Bauer Wilhelm Kluckert, 1. Schöffe: Bauer Gottl. Liere, 2. Schöffe: Bauer Wilh. Ehrenbrecht.

18.12.1886
Aus gegebenen Anlass gibt der Amtsvorsteher bekannt:
Nach § 42 der Gesinde-Ordnung vom 8 November 1810 soll das Gesinde, wenn der Tag des Dienstantritts auf einen Sonntag oder Festtag fällt, an dem nächsten Werktage vorher anziehen. Da der 2. Januar 1887, an welchem gesetzlich der Dienstantritt erfolgen soll, auf einen Sonntag fällt, und der 1. Januar ein Festtag ist, so muß das Gesinde am bevorstehenden Quartalswechsel schon am 31. December d. J. umziehen.

22.01.1887
Als Wahlvorsteher zur Reichstags-Abgeordneten-Wahl ist der Schulze Kluckert nominiert, sein Stellvertreter ist der Lehrer Kabelitz.

12.02.1887
Die Volkszählung am 01.12.1985 ergab eine Einwohnerzahl von 227.

28.08.1887
An diesem Sonntag Morgen gegen 4:00 Uhr ging das ganze Gehöft des Gutsbesitzers Wilhelm Ehrenbrecht hierselbst in Flammen auf. Das Feuer griff so schnell um sich, daß es den Hausbewohnern kaum gelang, das nackte Leben zu retten. Neben der vollständigen Ernte und dem Inventar verbrannte an Vieh: 2 Kälber, 2 Ferkel, 30 Schafe und 16 Gänse. Versichert waren die Gebäude, Inventar und Erntevorräte mit 28.000 DM. Das Feuer kam in einer Scheune aus - wie es entstand, weiß bis jetzt niemand.

30.08.1890
Für Arbeitssuchende werden Arbeitsvermittlungsstellen eingerich-tet. In Wustermark ist die Kontaktperson Gemeindevorsteher Kluchert.

04.09.1890
Müllermeister Mahnkopf sucht einen Gesellen.  

08.01.1891
Zwei Sonnen- und zwei Mondfinsternisse finden im Jahre 1891 statt, und es wird die erste Sonnenfinsternis, sowie die beiden Mondfinsternisse in unseren Gegenden sichtbar sein. Die Sonnenfinsternisse ereignen sich am Nachmittag des 6. Juni bezw. am Mittag des 1. Dezember, die Mondfinsternisse am 23. Mai abends beziehentlich in der Nacht vom 15. zum 16. November.

13.01.1891
Der Gemeindevorstand warnt vor dem unbefugten Befahren der Wernitzer Luchtrifft hinter Ceestow beim Bredower Vorwerk, da dieses bei Strafe verboten ist.

08.05.1891
Namens des Kreis-Ausschusses bringt Landrath Steinmeister nachstehend das Verzeichnis der für den Kreis Osthavelland auf 2 Jahre wieder- resp. neugewählten Vertrauensmänner und deren Stellvertreter der Brandenburgischen Landwirthschaftlichen Berufs-Genossenschaft zur öffentlichen Kenntnis:
Für die Gemeinde Wernitz Bauer Wilhelm Kluckert und Bauer Gottlieb Liere.

25.08.1891
Glaser in Wernitz hat ein Gerüst zum Brettschneiden sowie dazu gehörige Säge zu verkaufen.

25.08.1891
Berliner Marktbericht.  

10.09.1891
Eine Pflaumenallee ist zu verpachten bei Krause, Wernitz.

10.10.1891
Elegante Herren- und Knabenkleidung.  

29.10.1891
Das amtliche Ergebnis der Volkszählung vom 01. Dezember 1890.

27.08.1892
Liste mit Gemeinde-Vorsteher, Schöffen und stellvertretenden Schöffen.  

11.11.1893
Das Ehepaar Wiesicke feiert goldene Hochzeit.  

1894
Für Wernitz sind verzeichnet: Ein Gutsbesitzer mit einer Fläche von 117 ha, sechs Bauerngutbesitzer (Flächen zwischen 37 und 63 ha), ein Kossäth und Gastwirt (22 ha), zwei Kossäthen mit je 20 ha und ein Büdner mit 6 ha Land sowie ein Lehrer.

21.04.1895
Ein bedeutender Fund ganz alter Gold-und Silbermünzen ist hinter dem Chausseehause von Wernitz von dort beschäftigten Erdarbeitern in einer Urne gefunden worden.  

1895
Im Gemeindelexikon wird der Flächeninhalt der Landgemeinde mit 525,8 Hektar beziffert. Es gibt einen Wohnplatz mit 23 Wohnhäusern. Die 222 (116 männliche und 106 weibliche) Einwohner leben in 40 Familien- und einem Einzelhaushalt. 218 Personen sind evangelisch und vier katholisch. Wernitz ist dem Amtsbezirk Bredow zugeordnet.

1897
Das alphabetische Ortsverzeichnis für den Regierungsbezirk Potsdam enthält für Wernitz folgende Angaben: die Landgemeinde zählt zum Amtsbezirk Bredow, es gibt eine Schule und postalisch gehört das Dorf zu Wustermark. Wernitz ist Tochterkirche von Zeestow.

18.03.1898
Ein ordentlicher Müllergeselle erhält dauernde Arbeit beim Mühlenbesitzer J. Mahnkopf in Wernitz.

12.05.1898
Tuchschieben in Wernitz.  

1898
Reichstagswahlen: Wernitz gehört zum Wahlkreis Potsdam – Spandau – Osthavelland. Bei der Hauptwahl am 16. Juni entfallen auf den Kandidaten der Konservativen, Pauli, 29 und auf den der Sozialdemokraten, Schroer, 9 Stimmen. Die Stichwahl am 24.6. entscheidet Pauli mit 35 zu 5 Stimmen für sich.

1899
Wernitz hat bei 222 Einwohnern eine Gastwirtschaft.

05.01.1899
Verlustanzeige im Kreisblatt:
Auf dem Wege von Wernitz nach Charlottenburg sind folgende Papiere des Carl Berlin verloren gegangen:
Quittungskarte Nr. 7, Bescheinigung der Aufrechnung von Karte Nr. 6, Gesindebuch desselben, Krankenbuch, Abmeldeschein.
Der ehrliche Finder wird ersucht, obige Papiere an den Bahnwärter Berlin zu Wernitz abzugeben.
Bredow, den 3. Januar 1899
Der Amtsvorsteher.

24.03.1899
Wegen des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh des Vorwerks Niederhof bei Wernitz verbietet der Landrath die Ausführung von Rindvieh, Schafen und Schweinen aus dem Gebiet des Vorwerks und aus der Ortschaft und Feldmark Wernitz.

09.08.1899
Todesanzeige Luise Gericke aus Niederhof.  

10.05.1900
Eigentümer eines Gefährtes mit Pferd gesucht.  

31.01.1903
Das tote und lebende Wirtschaftsinventar eines Kossätenhofes wird versteigert.  

11.08.1903
(Schweizer unter sich.)
Gelegentlich einer Geburtstagsfeier, die mehrere dieser milch-zapfenden Jünglinge am Sonnabend in Wernitz abhielten, spielten sich zum Schluß, nachdem alle des Alkohols voll, recht erbauliche Scenen ab. Vom Wortwechsel ging es zum offenen Gefecht über. Das unter dieser Zunft übliche Messer wurde gezogen und sogar Schüsse aus Revolvern gewechselt. Das Dazwischentreten des Gendarmen machte der fröhlichen Feier ein Ende.

05.11.1903
Auf einer Gemeindesitzung wird beschlossen, dass die Kirche einen Turm bekommen soll.  

1903
Bei den Reichstagswahlen im sogenannten „Kaiserwahlkreis“ stellen die Sozialdemokraten erstmals Karl Liebknecht auf. Bei der Hauptwahl erhält der Sozialdemokrat in Wernitz 15 Stimmen, der Konservative Pauli kommt auf 27 und Kruse von der freisinnigen Partei auf 3 Stimmen. Bei der Stichwahl liegt Pauli mit 26 zu 19 Stimmen vor Liebknecht. Pauli erhält auch im gesamten Wahlkreis die meisten Stimmen und wird damit Reichstagsabgeordneter.

30.06.1904
Der Kirchturmbau kommt nunmehr zur Ausführung.  

01.08.1905
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem Knecht Friedrich Schmidt in Wernitz in Anerkennung 42jähriger treuer Dienste im Hause des Bauergutsbesitzers Theodor Krause in Wernitz das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen.

17.02.1906
In Wernitz leben 120 männlichen und 106 weiblichen Geschlechts.

25.08.1906
Die beabsichtigte Belegung Wustermarks durch Truppen des Gardekorps auf dem Marsche zum bezw. aus dem Manöver-gelände wird mit einer Belegungsstärke von 4 Offizieren, 89 Mannschaften und 62 Pferden sein.

22.12.1906
In der Nacht wurde ein dem Gutspächter Gericke in Niederhof gehöriges Reitpferde von einem Schnellzuge erfasst und zermalmt. Das Pferd hatte sich im Stalle losgerissen und irrte herrenlos herum, bis es auf den Bahnkörper geriet und getötet wurde. Der Zug mußte zum Stehen gebracht und die Maschine erst von dem Pferdekadaver befreit werden, ehe die Weiterfahrt erfolgen konnte.

1907
Bei der Reichstagswahl entfallen in Wernitz von 47 gültigen Stimmen 8 auf den Sozialdemokraten, 29 auf den Konservativen, 7 auf den Liberalen und drei auf den vom konservativen Beamtenbund. Bei der notwendigen Stichwahl werden 45 gültige Stimmen abgegeben, davon erhält der konservative Kandidat 34 und der sozialdemokratische Konkurrent 11.

10.08.1907
Mit knapper Mühe ist eine Familie vor dem Überfahren einer Lokomotive gerettet worden.  

30.10.1907
Landwirt Kluchert verbietet das Mähen auf seiner Schuh-macherwiese.  

30.08.1908
Zwangsversteigerung eines Grundstückes der Ehefrau des Lumpenhändlers Joachim Schönberg.  

1908
Bei einer Erweiterung des Wernitzer Gotteshauses wird die Erneuerung des Kirchturms fertiggestellt. Die tatsächlichen Baukosten betragen 10.233,98 RM. Davon entfallen auf den Fiskus 3.132,82 RM, auf die Kirchengemeinde 3.303,76 und auf die Kirchenkasse 3.797,40 RM.

1909
Wernitzer Ansichtskarte mit Kirche, Dorfstraße und Gasthof.  

1910
Das Straßenverzeichnis der Regierung Potsdam enthält zu Wernitz zwei Angaben: 1. Es führt eine Straßenverbindung von Wernitz nach Etzin, die an der Berlin-Hamburger Chaussee beginnt und bis an die Straße Nauen – Ketzin reicht und eine Länge von 4120 aufweist. 2. Eine befestigte Trasse verläuft vom Ortsausgang Markee bis zum Vorwerk Neuhof, die 2900 m lang ist.

15.01.1910
Gastwirt Liere lädt zum Tanzvergnügen.  

25.03.1910
Aufruf zur Gräberpflege in den Gemeinden Zeestow und Wernitz.  

29.05.1910
Gemeinschaftlicher Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung in der Gastwirtschaft Liere.  

1912
Der sozialdemokratische Kandidat Karl Liebknecht gewinnt erstmals den „Kaiserwahlkreis“. In Wernitz allerdings liegt in Haupt- und Stichwahl der Konservative Kandidat mit 28 zu 11 bzw. 37 zu 10 Stimmen vorne.

25.01.1913
Gastwirt Grunow lädt ein zum großen Bockbierfest.  

10.02.1913
Stall und Scheune durch Schadenfeuer in Asche gelegt.  

26.05.1913
Beiträge zur Deckung der Entschädigungen bei Rotz und Milzbrand für Pferde und Rindvieh.  

22.09.1913
Gewohnheitseinbrecher machen sich gerne auf dem platten Lande zu schaffen, indem sie die Anwesenheit der Landleute auf dem Felde ausnutzen, um unbemerkt in die Häuser einzudringen. Bei den Besitzern Liere und Dieter wurden jetzt alkolische Getränke wie Kognak und Wein gestohlen. Leider entkamen die Alkoholfreunde unerkannt.

31.12.1913
Die Gebietseinteilung der Ärzte richtet sich vorwiegend nach deren Wohnsitz. Danach ist Dr. Burau für die Gemeinden Wustermark, Dyrotz, Hoppenrade, Priort und Wernitz zuständig.

10.02.1914
Am 1 Januar d. Js. konnte der 64jährige, in Wernitz geborene Vorarbeiter Friedrich Jänicke auf eine 40jährige Dienstzeit in der Familie W. Gericke zurückblicken. Aus diesem Anlaß ist ihm von Sr. Majestät dem König das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden.

13.03.1914
Notlandung. Am Donnerstag nachmittag ging in der Nähe des Dorfes das Flugzeug "B.13.13" nieder und bohrte sich in die Erde ein. Nach langen Bemühungen wurde es wieder in die richtige Lage gebracht.

23.03.1914
Vom Zug überfahren in der Nähe des Wustermarker Bahnhofes.  

02.06.1914
Herrn Lehrer Sanne ist vom Evangel. Oberkirchenrat der Titel "Kantor" verliehen worden.  

20.06.1914
Bei dem Gemeindevorsteher Krause hierselbst haben Einbrecher Hühner und aus den Räucherkammern der Arbeiter auf dem Vorwerk Niederhof Wurst und Schinken gestohlen.

24.11.1914
Paul Krüger fand den Heldentod.  

11.01.1916
C. Gericke aus Niederhof hat Saathafer abzugeben. Außerdem sucht er einen älteren, verheirateten Ochsenfütterer.  

10.06.1916
Kriegsspende Deutscher Frauendank.
Frau Landrat von Hahnke bedankt sich für die treue Opfer-willigkeit der Osthavelländischen Frauen, die zu einem Sammelergebnis von 14.812,48 M. geführt hat. In Wernitz wurden 67,65 M. gespendet.

24.01.1917
Todesanzeige des Nachtwächters und Botenmanns Karl Paasche.  

14.03.1917
Im Reichstagswahlkreis Potsdam – Spandau – Osthavelland findet eine Ersatzwahl statt. Liebknecht verliert sein Mandat, da ihm bei einem Prozeß die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt werden. Für die Sozialdemokraten tritt Franz Mehring an, sein Gegenkandidat heißt Stahl. In Wernitz gewinnt Stahl mit 18 zu 2 Stimmen.

15.02.1918
Die Pferdevormusterung findet am 20. Februar 1918, 12:30 Uhr nachmittags, am nördlichen Ausgang nach Niederhof in Wernitz statt.
Das Pferdeausfuhr- und Besitzerwechselverbot bis zur Beendi-gung der Pferdevormusterung.  
Die Pferdevormusterungsbestimmungen.  
16.02.1918
Aufruf zur Ablieferung von Alteisen für die Herstellung von Kano-nen und Granaten, um die Feinde Deutschlands niederzukämpfen und zum Frieden zu zwingen.  

05.03.1919
Anzeige eines Verkaufs einer Windmühle.  

07.05.1919
Aus dem Anzeiger:
Eine Färse im Gewicht von anderthalb Zentner wurde beim Gemeindevorsteher gestohlen. Als Täter kommen drei Mann in Frage. Das Tier wurde in der Nähe des Dorfes abgeschlachtet und mittelst Fuhrwerks nach der Ketzin-Nauener Chaussee zu fortgeschafft.

31.12.1919
Rinder, zur illegalen Verwendung erworben, wurden beschlag-nahmt.

26.02.1920
Vom Landrat als Gemeindevorsteher bestätigt ist z. Zt. Landwirt Fritz Dieter.

08.03.1920
Auszüge aus der Havelländische Rundschau über Diebe und verhinderte Einbrüche.  

10.03.1920
Feuerkampf mit französischen Wilderern.  

20.05.1920
Patrouille des Ortsschutzes stellt einen Dieb.  

07.06.1920
Ergebnisse der Reichstagswahl.  

24.06.1921
Anzeige: Gastwirt Buder lädt zur Tanzmusik ein.  

05.10.1921
18 Ehrenfeldhüter werden bestätigt.  

12.07.1924
Die Schulen von Wustermark, Hoppenrade, Buchow-Carpzow und Wernitz unternahmen gemeinsam einen Ausflug.  

24.07.1924
In der letzten Gemeindevertretersitzung wurde der bisherige Gemeindevorsteher Fritz Dieter wiedergewählt.

20.06.1926
Der Volksentscheid gegen die Fürstenabfindung bringt in Wernitz folgendes Ergebnis: Von den 169 Wahlberechtigten werden 91 gültige Stimmen abgegeben und alle sprechen sich für das Gesetz aus.

1928
Eingemeindung des Vorwerks Niederhof nach Wernitz.

1929
Bei einer Bestandsermittlung wird über das Vermögen der Schulverbände in den Ortschaften für Wernitz ermittelt: es gibt ein Schulhaus mit Hofraum und Stallgebäude; außerdem gehören noch äcker am Dorf dazu.

04.02.1929
Auf dem Schulwege vom Tode ereilt:
Bei bester Laune begab sich der vor der Entlassung stehende 14jährige Schüler Erich Ehrlichmann zur Schule. Auf halbem Wege machte der Schnitter Tod vor der Tür des Landwirten Albert Ehrenbrecht seinem jugendlichen Leben ein jähes Ende.

17.07.1929
Glockenweihe in Wernitz.  

15.10.1929
Wernitz ist ein Eldorado für alte Leute.  

1930
Errichtung eines neuen Schulhauses, da das alte zu klein war. Die Gesamtkosten für den Bau betragen 53.900,39 RM. Es gibt für die Gemeinde 9000 RM an Staatsbeihilfen.
Veränderungen bei der Einteilung der Amtsbezirke werden vorgenommen: Wernitz wird von Bredow abgetrennt und Dyrotz zugeordnet. Wernitz hat 310 Einwohner und umfaßt eine Fläche von 680 ha.

18.01.1930
Amtliche Mitteilung des Landrates Siering:
Gemäß § 84 der Landgemeindeordnung vom 3. Juli 1891 (GS. S. 233) ist von mir die Wiederwahl bzw. Wahl bestätigt: Gemeindevorsteher Landwirt Fritz Dieter; Schöffen Landwirt Wilhelm Gericke, Landwirt Wilhelm Ehrenbrecht; Schöffenstellvertreter Ueberwachungsbeamter Alfred Mahnkopf.

1931
Aus dem Adreßbuch des Kreises Osthavelland:
Liste der Einwohner mit Berufsbezeichnung und Telefonnummer.

1932
Im Gemeindelexikon zu Wernitz sind angegeben: die Fläche umfaßt 680,1 Hektar. Der Durchschnittsgrundsteuerertrag pro Hektar liegt bei 24,71 RM. Die Wohnbevölkerung beträgt 383 Personen, davon 194 männlichen Geschlechts. Es existieren 34 Wohnhäuser und 82 Haushalte. 298 Menschen bekennen sich zum evangelischen und 85 zum katholischen Glauben. Wernitz gehört zum Amtsbezirk Dyrotz.

05.03.1933
Reichstagswahlen: In Wernitz entfallen auf die DNVP 126, auf die KPD 15, auf die NSDAP 35 und auf die SPD 5 Stimmen.

25.03.1933
Am Tage der feierlichen Eröffnung des neuen deutschen Reichstages fand eine Kundgebung statt.  

16.06.1933
Die Wohnbevölkerung wird mit 350 Personen angegeben.

19.09.1933
Die Havelländische Rundschau: Straßenunterhaltungsarbeiter Wilhelm Wolf aus dem Chausseehaus Wernitz konnte sein 25jähriges Dienstjubiläum feiern.  

21.03.1934
Die vier Löschzüge der Gemeinden Elstal, Dyrotz, Wustermark und Wernitz werden zu einer Amtsfeuerwehr zusammen-geschlossen.

1934
Kugelblitz in Wernitz beobachtet.  

12.03.1935
Ehrenkreuze für Kriegsteilnehmer werden ausgegeben.  

15.04.1935
Aufruf im Kreisblatt: Jeder aufrichtige Deutsche zeigt seine Verbundenheit mit dem deutschen Arbeiter und trägt am 01. Mai die Maiplakette!  

17.06.1935
Der neue, von der Gemeinde gebaute, Feuerlöschbrunnen wird von einem Beauftragten der Feuersozietät der Provinz Brandenburg geprüft und abgenommen. Der Brunnen hat eine Bohrtiefe von 19 Meter und liefert in der Minute weit mehr als 1000 Liter Wasser. Diese Menge reicht auch zur Nutzung einer Automobilspritze aus.

27.06.1935
Tötlicher Verkehrsunfall auf der Hamburger Chaussee.  

02.10.1935
Versammlung der Deutschen Arbeitsfront (DAF) im Lokal Buder.  

09.10.1935
Die Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frau-enwerk veranstaltet gemeinsam mit den Gruppen Dyrotz und Wernitz einen Handwerkertag im Gasthaus Bruhn..

16.03.1937
Versammlung des Reichsbundes der Kinderreichen.  

24.07.1937
An Stelle des verstorbenen Kirchenältesten Fritz Dieter ist Herr Bürgermeister Wilhelm Gericke als Kirchenältester in den Gemeindekirchenrat eingetreten. Der neue Kirchenälteste wird am kommenden Sonntag im Vormittagsgottesdienst in sein Amt eingeführt werden.

12.08.1938
Kranzniederlegung am Wustermarker Denkmal zum 10. Jahrestag der Ermordung des Stahlhelmers Heinz Malchert.  
Wie Heinz Malchert starb.

1939
In Wernitz gibt es zwei land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit über 100 ha Land, sechs mit einer Fläche zwischen 20 und 100 ha sowie einige kleinere Höfe.

1940
Im Deutschen Reichs-Adressbuch für Industrie, Gewerbe und Handel sind für Wernitz verzeichnet: ein Gasthof, ein Gemischtwarenladen, eine Schmiede, ein Schuhmacher und ein Stellmacher. Daran ändert sich zunächst auch nach 1945 nichts.

14.03.1940
Dorfälteste wird 90 Jahre alt.  

10.08.1940
NSDAP-Ausflug mit Ferienkindern nach Potsdam.  

12.12.1940
Erfolgreiches Kriegsschießen in Wernitz.  

1941
Eine Erhebung zur Fläche für Wintersaat weist aus, daß in Wernitz auf 73,15 Hektar Roggen, 123,44 Hektar Weizen, 45,70 Hektar Gerste und 5,36 Hektar Raps zur Samengewinnung angebaut werden.

04.12.1941
Karl-Heinz Gericke erhielt für besondere Tapferkeit vor dem Feinddas EK II.

22.12.1943
Die Havelländische Rundschau berichtet über einen Bunten Nachmittag in Wernitz.  

1946
Bodenreform mit der Aufteilung von 257 Hektar Land. Es entsteht auch ein Großbetrieb, der als volkseigenes Gut geführt wird.

29.10.1946
Bei einer Volks- und Berufszählung wird in Wernitz eine Wohnbevölkerung von 474 Personen ermittelt.

1947
In Wernitz werden 452 ha Land enteignet. 247 ha Fläche teilt man auf 50 Eigentümer auf. Darunter befinden sich 25 bisher landlose Bauern und Landarbeiter, 6 Umsiedler und 12 Kleinpächter.

1948
Das Kuratorium für Technik in der Landwirtschaft wählt in jedem Land der DDR ein Beispieldorf für Neubauern aus, um eine Grundlage zur Festigung der Bodenreform zu schaffen. Im Kreis Osthavelland fällt die Wahl auf die Gemeinde Wernitz. Ein landwirtschaftlicher Berater wird eingesetzt, der mit den zuständigen Instituten zusammenarbeitet. Untersucht werden sollen die bäuerlichen Verhältnisse in den Neubauernbetrieben. In Wernitz existieren 28, davon werden 20 in die Erhebung einbezogen.

11.06.1948
Das Abgabesoll für Wustermark an Kaninchenfellen ist auf 990 Stk. und an Zickelfellen auf 45 Stk. für das Jahr 1948 festgesetzt worden.

03.09.1948
Wernitz schreitet voran.
Auf einer Bauernversammlung am 10. August entschlossen sich weitere 11 Neubauern der Gemeinde im kommenden Frühjahr mit dem Bau der Neubauerngehöfte zu beginnen. Die Baustellen wurden bereits festgelegt. Die Neubauten werden im Rahmen des Beispieldorfes, als das die Gemeinde Wernitz vorgesehen ist, errichtet.

15.10.1948
Wernitz wiederum an der Spitze.  

20.05.1949
Auf Grund einer Polizeiverordnung wird eine gründliche Räumung und Krautung des Pelsterlakengrabens (bei Wernitz) angeordnet.

19.12.1949
Der Selbstschutzdienst wird als Ortsgesetz erlassen.  

1949–1951
Durchführung der Untersuchung in Wernitz. Festgestellt wird dabei unter anderem eine überalterung bei den Neubauern und das Fehlen von Nachfolgern in zahlreichen Betrieben. Ermittelt hat man auch, daß auf rund der Hälfte der Ackerfläche Getreide und auf rund einem Drittel Hackfrüchte angebaut werden.

1950
In Wernitz ist die Einwohnerzahl durch starken Flüchtlingszustrom von 280 im Jahr 1939 auf 574 Personen angestiegen.

15.06.1951
Bürgermeister Fenz würdigt die Verdienste des Lehrers Ripka, der maßgeblich an dem Neuaufbau der Schule beteiligt war. Die Zentralschule wird heute von den Kindern der Orte Dyrotz, Hoppenrade, Wernitz, Wustermark und Zeestow besucht.

22.06.1951
Die Gemeinde Wernitz wies 1945 einen Bestand von 18 Schweinen, 32 Rindern und 2 Pferden auf. Bis 1951 erhöhte sich die Zahl der Schweine auf 344, bei Rindern auf 204, bei Pferden auf 68.

28.06.1951
Bei einem Reitsportfest trafen sich annähernd 40 Reiter. Das Hahnenreiten, das Ringstechen, das Hindernisrennen u.a. verlangten von allen Reitern und Pferden Können und Ausdauer. Ein Wettlauf der Reiter zu den entfernt stehenden Pferden beendete das Reiterfest.

27.08.1951
Einer dringenden Ausbesserung bedarf die Anfahrtstraße von der Chaussee Nauen-Wustermark nach Wernitz. Sie besteht fast nur noch aus Schlaglöchern. Fahrzeuge, die Obst geladen haben, schütteln beim Passieren der Straße ihr Ladung derartig durcheinander, daß diese zum Teil schon sehr beschädigt bei der Ablieferungsstelle ankommt.

16.10.1951
Auszug aus einer Aufstellung über die Enteignungen im Kreise Osthavelland.  

02.11.1951
Bei der Ablieferung von Kartoffeln liegt Wernitz an dritter Stelle im Wettbewerb zur vorfristigen Ablieferung.

09.06.1952
Vier Familien der Gemeinde fragen den Bauern Engel aus Wustermark, wann er die Lichtleitung in das Chausseehaus legen lassen will. Noch immer müssen sie Stearinkerzen und Petroleum benutzen. Unsere Regierung ist ständig bemüht, den Werktätigen zu helfen. Dazu ist aber notwendig, daß alle mithelfen, gleich ob bei der Elektrifizierung oder auf einem anderen Gebiet unserer Friedenswirtschaft.

08.08.1952
In Wernitz hat der Roggendrusch begonnen.  

1953
Zwölf Bauern schließen sich zusammen und bilden die erste LPG Typ III mit 60 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche.

Jan. 1953
Dorfplan Frühjahr 1953.  

Herbst 1959
Planung für die Vorbereitung des 10. Jahrestages der Gründung der Republik.  

1960
Die LPG Typ III umfaßt 57 Mitglieder und bewirtschaftet eine Fläche von 333 ha. Außerdem entsteht in diesem Jahr eine LPG Typ I mit fünf Mitgliedern, denen 40 ha Land zur Verfügung stehen.
Gründung der LPG Wernitz.

19.05.1963
Im Milchwettbewerb zwischen den einzelnen sozialistischen Landwirtschaftsbetrieben belegt die LPG Wernitz, Brigade I und II den 1. Platz und bekommen damit 100 DM.

04.07.1963
Wernitzer Ernteplan im Schreibtisch statt mehr Schwung zu zeigen.

22.09.1963
Reicht das Futter aus für den Winter? Zeitung stellt Fragen an die LPG "Clara Zetkin".  

25.10.1964
Wernitzer Problem mit der Zuckerrübenernte.  

19.12.1965
Nicht nur eine gute Milchproduktion kan die LPG "Clara Zetkin" aufweisen, sondern auch mit der Produktion von Schweinefleisch können sich die Genossenschaftsbauern sehen lassen.

1965
Wernitz hat noch 466 Einwohner.

03.01.1967
Die Grundorganisation der LPG "Clara Zetkin" Wernitz führt regelmäßig ihr Parteilehrjahr durch. Von 14 Mitgliedern nehmen 12 Genossen ständig teil. Ein großes Interesse besteht darin, noch tiefer in die Grundfragen des Marxismus-Leninismus einzudringen.

1968
Wernitz belegt in der dritten Etappe des Wettbewerbs „Schöner unsere Städte und Gemeinden – mach mit!“ den zweiten Platz in der Gruppe bis 500 Einwohner und erhält eine Prämie von 200 Mark.

04.12.1970
Leserbrief der Schüler Sylvio Schwarz und Uwe Menzel.  

22.12.1971
In Anerkennung vorbildlicher Arbeit konnten am 14. Dezember die Sozial- und die Arbeits- und Brandschutzkommissionen der LPG "Clara Zetkin" in Wernitz durch die Kreisdirektion Nauen der Staatlichen Versicherung ausgezeichnet werden. Unter Vorsitz von Gertrud Langkawel und Werner Nofz setzen sich beide Kollektive aktiv für die Reduzierung des Krankenstandes ein und haben auf diesem Gebiet gute Erfolge zu verzeichnen.

Um 1975
Mit der Spezialisierung der Landwirtschaft findet auch eine Umstrukturierung der Betriebe statt. Die LPG Wernitz wird in die LPG Bredow (Tiere) und die LPG Zeestow (Pflanzen) eingeordnet. Im Dorf verbleibt eine Brigade der Viehwirtschaft mit 20 Beschäftigten.

01.05.1975
Vor 30 Jahren in Wernitz: Ein Bericht eines ehemaligen Insassen des Zuchthauses Görden.  

05.03.1976
Wie Wernitz attraktiv werden könnte: Eine Bestandsaufnahme.  

01.01.1979
Ein Kommunalvertrag zwischen Bredow und Wernitz mit der Dauer von 6 Jahren tritt in Kraft. Gegenstand des Vertrages ist die langfristige Regelung wichtiger Beziehungen zwischen den Räten der Gemeinden einerseits und der LPG Tierproduktion "7. November" Bredow andererseits, zur gemeinsamen Gestaltung der materiellen und kulturellen Lebensbedingungen der Bürger sowie zur Vorbereitung und Durchführung von Produktions-aufgaben.
Die Partner gestalten die Zusammenarbeit auf der Grundlage des Gesetzes der örtlichen Volksvertretungen und ihre Organe und der Beschlüsse des IX. Parteiiages der SED.

1980
Wernitz hat noch 285 Einwohner

06.01.1981
Unter dem Vorsitz von Elvira Gromann, Bürgermeisterin der Ge-meinde Wustermark, hat der neugegründete Gemeindeverband Wustermark, bestehend aus den Gemeinden Bredow, Elstal, Hoppenrade, Priort, Wernitz, Wustermark und Zeestow, seit dem 1. Januar seine Arbeit aufgenommen.

28.06.1984
Genosse Klaus Gottschalk wird einstimmig zum Bürgermeister gewählt. Stellvertretender Bürgermeister wird Gerhard Brandt.

Anfang 1985
Arbeitsplan der Freiwilligen-Feuerwehr Wernitz.  

1985
Es leben noch 256 Menschen im Ort.

08.06.1986
Wernitz wird vom Rat des Kreises beglückwünscht zur 100%igen Wahlbeteiligung an den Wahlen zur Volkskammer.  

01.01.1987
Die Beschäftigtenerhebung weist für Wernitz 162 Bürger in arbeitsfähigem Alter aus, davon sind 75 Frauen und 87 Männer. Berufstätig sind 154 Personen, 72 weiblichen und 87 männlichen Geschlechts. 123 Arbeitskräfte sind Auspendler, 31 arbeiten im Ort und drei sind Einpendler. Es gibt 40 Rentner und Invaliden, davon 26 Frauen und 14 Männer.

14.04.1987
Im Genehmigungsverfahren zur Ortsgestaltungskonzeption werden die Ortsverhältnisse beschrieben. Dabei heißt es auch, daß zur Gemeinde Wernitz der Ortsteil Niederhof und der Wohnplatz am Weiler gehören.

1987
Die LPG (T) Bredow will neben der Schweinemastanlage am Ortsrand einen Bullenstall mit 200 Plätzen errichten.
Es ist der Bau eines Kindergartens mit 15 Plätzen aus Mitteln der LPG (T) Bredow vorgesehen.

01.03.1987
Der Ort hat noch 242 Einwohner.

04.10.1988
Wernitz bekommt eine Urkunde für hervorragende Leistungen im Wettbewerb "Schöner unsere Städte und Gemeinden".  

31.12.1989
Wernitz hat 228 Einwohner.

30.06.1990
Wernitz hat 223 Einwohner.

25.06.1991
Die Gemeindevertretung beschließt die Hauptsatzung.  

26.09.1992
Dorffest in Wernitz.  

1992
Die Baulandpreise in Wernitz liegen zwischen 40,- und 75,- DM.

13.01.1993
Wernitz erwacht aus Dornröschenschlaf.  

24.02.1993
Mit dem Bau von 50 Eigenheimen soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Wernitz hat bisher 210 Einwohner, hiervon leben 30 im Ortsteil Niederhof.

16.07.1993
Beginn des Ausbaus der L 116 von der B 5 über Wernitz bis zum Anschluss an die Landstraße Nauen-Ketzin. Die Fahrbahn soll auf 6,0 m verbreitert werden, außerdem wird eine neue Asphalt-deckschicht aufgebracht und die Ortsdurchfahrt ausgebaut.

24.08.1993
Kurzportrait des ehrenamtlichen Bürgermeister Hans-Jürgen Mix in der Neuen Nauener Rundschau.  

17.06.1994
Bei den Europawahlen gehen die meisten Stimmen an die SPD (35), PDS (19) und CDU (13).

14.09.1994
Bei den Landtagswahlen gehen die meisten Stimmen an die SPD (53), PDS (22) und CDU (15).

18.10.1994
Bei den Bundestagswahlen gehen die meisten Stimmen an die SPD (48), CDU (32) und PDS (28).

06.12.1994
In Wernitz gibt es zum Jahresende 5 Gewerbetreibende.  

31.01.1995
Wernitz hat 213 Einwohner.

02.11.1995
Der bisherige ehrenamtliche Bürgermeister, Detlef Wegner, hat sein Amt niedergelegt.

08.03.1996
Die Gemeinde hat eine Bürgermeisterin aus Niederhof, Monika Seidel wurde einstimmig gewählt.  

12.03.1996
Die Gemeinde hat den neuen Planungen für das "Wohngebiet Markauer Weg" zugestimmt. Danach sollen zwischen der Dorf-straße und dem Markauer Weg auf vier Hektar 50 Einfami-lienhäuser entstehen. Der Gehölzstreifen am Markauer Weg und die Pappelreihe im Norden bleiben erhalten. Der erste Entwurf auf acht Hektar war von den Behörden blockiert worden.

30.04.1996
Wernitz hat 193 Einwohner.

05.05.1996
Volksabstimmung über die geplante Fusion Berlin-Brandenburg. Das Abstimmungsergebnis in Wernitz:
Abst.-Berechtigte: 154
Teilnehmer: 108 70,13%
Antwort ja: 34 31,48%
Antwort nein: 73 67.59%
ungültig: 1 0,93%

05.07.1996
Altes schönes Bauernhaus verfällt seit es an die Treuhand fiel.  

13.06.1997
Schon zum dritten Mal konnten die Wernitzer Gemeindevertreter keine Beschlüsse fassen. Von den acht Gemeindevertretern waren nur die Bügermeisterin Monika Seidel und ihre Stellvertreterin Helga Grunwald erschienen.

24.08.1997
Der Zusammenschluss der Amtsgemeinden ist gescheitert: vier Kommunen dagegen, nur zwei dafür (Hoppenrade und Buchow-Karpzow).

21.11.1997
Wernitzer und Wustermarker Politiker stimmen einer Fusion beider Kommunen zu.

29.07.1998
Am Markauer Weg sollen Einfamilienhäuser entstehen, ab September wird das Gelände erschlossen.

27.09.1998
Eingemeindung von Wernitz nach Wustermark.

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