Chronik Dyrotz - Kulturverein Wustermark

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Chronik Dyrotz

Dyrotz – Belgisch (Französisch) oder Slawisch?


1265 wird der Ort Dyrotz erstmals in einer Urkunde erwähnt. Damals verwendet man noch eine andere Schreibweise, die sich über die Jahrhunderte noch mehrfach verändert. So ist in Überlieferungen vielfach „Duratz“ oder „Doratz“, aber auch „Düraz“ sowie „Dürotz“ zu lesen und erst erheblich später bürgert sich „Dyrotz“ ein.
Woher also kommt der Ortsname? Im Lexikon der Ortsnamen des Havellandes stehen zwei Varianten. Die erste Deutung ist, daß sich die Bezeichnung von „Duras“ ableitet. Dieser Name steht für ein Adelsgeschlecht, das aus dem Departement Limburg in Belgien stammt. Mehrere Urkunden sprechen für diese Erklärung. Die beiden ältesten Dokumente weisen 1135 in einer Urkunde Kaiser Lothars III. in Aachen als Zeugen nebeneinander „marchio Albertus (Markgraf Albrecht der Bär) und Giselbertus de Duraco aus sowie 1162 in einer Beurkundung Kaiser Friedrich I. aus St. Jean-de-Losne wieder die Zeugen Gotefridus comes Durachienses, comes Albertus genannt sind.
Im 13. Jahrhundert ist das Adelsgeschlecht „von Duras“ in Anhalt und dem Magdeburgischen durch verschiedene Beglaubigungen belegt. Die Familie ist aber im havelländischen Dorf Dyrotz nicht nachzuweisen. In Belgien wird der Name „Duras“ keltisch erklärt, abstammend von „duracio“ = „kleine Festung“.
In der zweiten Version wird Dyrotz mit einer slawischen Herkunft erläutert. Danach soll sich die Benennung herleiten von „Durac“ oder Duras“. Wobei sich bezogen wird auf das Wort „durak“, welches in der deutschen Sprache „Dummkopf“ bedeutet.
In der Forschung hält man allerdings die erste Möglichkeit für die wahrscheinlichere Erklärung, da die urkundlichen Belege und die namentliche übereinstimmung von „Duras“ und „Dyrotz“ von einer Namensübertragung zeugen.
In Ernst Georg Bardeys „Geschichte von Nauen und Osthavelland“ findet sich noch eine weitere Version zur Namensgebung. Danach ist die Bezeichnung Dyrotz wendischen Ursprungs. Do-ratz bedeutet dabei ungefähr dasselbe wie Po-rats. Darin steckt das Wort reka = Fluß. Somit wäre Dyrotz mit „beim Fluße“ oder „an fließendem Wasser“ zu übersetzen.
Soweit also die Entstehung des Ortsnamens. In der nachfolgenden Zeittafel wird die historische Entwicklung von Dyrotz seit der erstmaligen urkundlichen Erwähnung von 1265 aufgezeigt. Diese Chronologie enthält ausgewählte Daten, ist aber noch bei weitem nicht vollständig, da zum einen nicht alle Ereignisse aufgelistet werden konnten und einige Zeiträume auch noch nicht recherchiert sind. Es soll mit der Zusammenstellung ein erster überblick über mehr als 700 Jahre Dyrotzer Ortsgeschichte gegeben werden.

Dyrotz 2008



         Zeittafel


2.Jh.v.Chr.
Für Dyrotz ist ein germanischer Siedlungsplatz nachgewiesen.

7.bis8.Jh.
Slawische mehrteilige Burg auf der höchsten Stelle einer Talsandinsel im Dyrotzer Luch.  
Luftaufnahme  

10.bis13.Jh.
Eine ebenfalls slawische Siedlung wurde an der Wublitzrinne nördlich des jetzigen Dyrotz errichtet.  

26.11.1265
Ersterwähnung des Dorfes in einer Urkunde. Darin ist festgehalten, daß Markgraf Otto dem Kloster in Zehdenick eine jährliche Getreidepacht vom Kruge zu Dyrotz schenkt.

18.04.1351
Markgraf Ludwig belehnt Betikin Valkener mit Hebungen im Dorf Dyrotz.

04.07.1362
Gerichtsentscheidung über das Leibgedinge in Dyrotz der Witwe Michels von Schlabberndorf. Ihr stehen im Dorf drei Wispel und vier Scheffel Roggen zu.

1375
Das Landbuch Karl IV. enthält u.a. folgende Nachrichten zu Dyrotz: Die Gemarkung umfaßt 50 Hufe, davon sind 34 mit Pacht-, Geld- und Fruchtbede belegt. Außerdem werden verschiedene Abgabenberechtigte aufgeführt, darunter das schon bekannte Kloster Zehdenick, aber auch die Gebrüder Prigard aus Priort. Doch muß ein nicht näher bezeichneter Lupold oder Lippold um diese Zeit der eigentliche Herr in Dyrotz gewesen sein, denn dieser besitzt Obergericht und Wagendienst im Dorf. Außerdem gibt es im Dorf eine hohe Anzahl an Kossäthen, nämlich 30.

1385
Die bekannten ältesten Familien des Kreises Osthaveland, welche sich nach Ortschaften genannt haben.  

1412-1424
Die Lehnsregistratur vermerkt aus der Zeit des Markgrafen Friedrich I. eine Abgabe von Dyrotz über ein Stück Geldes an Gerick und Otto von Arnym.

13.08.1419
Das Kloster Zehdenick verkauft die in der Ersterwähnung genannte Getreidepacht an das Domkapitel Brandenburg. Es handelt sich um den jährlichen Anteil von einem Wispel Hafer aus dem Dyrotzer Krug.

09.01.1433
Markgraf Johann beleiht die Gebrüder Hollenbrecht mit Besitzungen in Dyrotz, die diese von Hans von Arnim gekauft haben. Dabei handelt es sich um Zinsen und Renten unter anderem um 2 ¼ Stücke Geldes und verschiedene Getreideanteile von einigen Höfen sowie vom Krug neben der Kirche.

23.02.1435
Markgraf Johann beleiht die Brüder Mathias, Peter und Gregorius Hallenbrecht mit Besitzungen ihres verstorbenen Vaters unter anderem in Dyrotz, Hoppenrade und Wustermark. In Dyrotz sind das zwei Stücke Geldes.

08.05.1440
Markgraf Friedrich legt dem Landreiter im Havelland die Hechselhorst im Havelländischen Luch zwischen Dyrotz und Wustermark zur Nutzung bei.

1441
In der Lehnsregistratur ist für Peter von Pryerde der Empfang von zwei Stücke und fünf Groschen aus Dyrotz notiert. Diese Angaben werden für 1442 und 1445 wiederholt.

01.06.1441
Kurfürst Friedrich stellt einen Lehnsbrief für die Spandauer Bürger Jorgen und Matthise Helmbrechten aus. In diesem bestätigt er den beiden das Erbe ihres Vetters bzw. Vaters Peter. Aus dem Dorf Dyrotz betrifft das einen Anteil von zwei Stücke Geldes.

23.10.1449
Kurfürst Friedrich verschreibt dem Bürger Hans Mewes zu Köln ein Leibgedinge. Dazu gehören auch Getreidepächte, vornehmlich Roggen, von einigen Dyrotzer Höfen.

Um 1450
Die gutsherrlichen Rechte gehen auf die von Stechow über.

1459
Im Matrikel des Bistums Brandenburg ist nach den Propsteistühlen unter dem „Sedes Spandov“ auch „Duratz“ ausgewiesen.

1474–1536
Das Spandauer Stadtbuch verzeichnet Einnahmen von Gütern und Gerechtigkeiten aus Dyrotz. Darunter sind übereinkommen zwischen dem Spandauer Rat und Dyrotzer Schäfern über die Abgabe von Käse und mehreren Eimern Butter.

22.08.1496
Kurfürst Johann beleiht die Brüder und Vettern Hans, Achim, Otto, Hennig und Cuno von Stechow unter anderem mit dem Dorf Dyrotz und damit verbunden die höchste und niedrigste Gerichtsbarkeit.

1520
Eine im Kirchenbesitz befindliche Scheune wird ausgebessert und eine Schäferei gebaut.

1523
Der Spandauer Rat besitzt unter anderem Getreidepächte in Dyrotz.

07.03.1525
Kurfürst Joachim überschreibt dem Spandauer Bürgermeister Georg Wartemberg Hebungen unter anderem in Dyrotz. Von mehreren Höfen bekommt er Getreidepächte, vor allem Anteile an Roggen.

1535–1571
Kurfürst Joachim II. führt die Reformation in der Mark Brandenburg ein.

1535
Der Spandauer Rat erhält 2225 Gulden für die Wiedereinlösung des Dorfes Dyrotz zurück.

1536
Der Stechowsche Besitz geht von vier Brüdern in Dyrotz an die Gebrüder Ribbeck über. Aus dem Lehnsbrief ergibt sich, daß das Eigentum unter anderem aus dem Gut mit dem höchsten und niedrigsten Gericht, dem Kirchlehn und der Schäfereigerechtigkeit besteht.

1538
Der Spandauer Rat verkauft das Dorf Dyrotz zurück an den Kurfürsten. Mit dem Kaufpreis erwirbt die Stadt das Dorf Paaren an der Wublitz. Doch kurze Zeit später fordert der Lehnsherr die Eigentümer brüsk wieder zur Abtretung des Ortes auf.

21.12.1538
Kurfürst Joachim bestätigt einen Tausch zwischen dem Jungfrauenkloster in Spandau und den Brüdern Joachim und Asmus von Bredow. Betroffen sind davon auch Getreidehebungen von verschiedenen Dyrotzer Bauernhöfen.

24.03.1539
Das Haus Bredow zu Bredow erhält einen Lehnsbrief von Kurfürst Joachim in dem alle Besitzungen der Familie aufgeführt sind. Aufgelistet sind dabei auch die einzelnen Getreidepächte von verschiedenen Dyrotzer Höfen.

1550
Dyrotz hat verschiedene Abgaben an das Benediktinernonnen-kloster in Spandau zu entrichten, z.B. Getreidepächte. Auch für das Amt Spandau sind Leistungen zu erbringen. Genannt wird ein Holzzins.

1554
Joachim II. belehnt, nachdem der Dyrotzer Besitz von den Ribbecks wieder an den Kurfürsten zurückgefallen ist, Hans Roch zu Paaren mit dem Dorf und allen damit verbundenen Rechten wie beispielsweise den Hüfner- und Kossäthendiensten sowie der Gerichtsbarkeit, der Schäferei und dem früheren Landreiterhof.

1581
Der Markgraf von den Rochs tauscht wieder das Gut Dyrotz gegen das Dorf Döberitz ein. Dyrotz wird zum Amt Spandau gelegt.

1590
Im Spandauer Erbregister ist nachgewiesen, daß Dyrotz zum kurfürstlichen Besitz des Schlosses Spandau zählt. Genau verzeichnet sind darin auch, welche Abgaben die einzelnen Bewohner des Dorfes an den Landesherren zu entrichten haben. Das reicht vom Fleischzehnt über Getreidehebungen bis zum abzuliefernden Holzanteil aus dem Brieselang. Aus der Amtsnachweisung ist auch zu entnehmen, daß dem Spandauer Kloster unter anderem die Kirchenlehen in Dyrotz und Wustermark zustanden. Besonders ausgewiesen wird für das Amt Spandau noch, daß ein sechs Hufen großer Hof in Dyrotz bestand. Das Dorf zählt auch zum Spandauer Mühlenbannbezirk.
Interessant ist auch, was zu jener Zeit die Aussteuer einer Bauertochter kostete, und worin sie bestand. Bei "Andreas Beckers und Marie Oehlerß Erbteilung und Uebergabe," deren Wirtschaft im Ganzen auf 425 Thaler und 28 Gr. abgeschätzt wurde, heißt es: "An Aussteuer hat Katharina bekommen:
Eine Kuh 5 Thlr., ein jährig Fohlen 2 Thlr., ein Schweinichen 2 Thlr., einen Hammel 1 Thlr., 2 Metzen Hirse 7 Gr., Brot, Butter, Gewürz 1 Thlr., ein vollständig Bette 7 Thlr. Summa 25 Thlr. 6 Gr. Maria, weil sie zwei Tage Hochzeit gehalten: 25 Thlr., Elisabeth, weil sie nur wie Katharina einen Abend Hochzeit gehalten: 22 Thlr. 6 Gr".

1591
Ein Ribbeck erwirbt wieder Dyrotz. Hans Georg, Oberhofmeister am Hof des Kurfürsten vermehrt so seinen Besitz, zu dem bereits die Güter in Groß Glienicke, Seegefeld und das Dorf Dallgow zählen. Dazu gehört auch noch das vom Vater Matthias ererbte Recht am Dorf Hoppenrade. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts bleibt Dyrotz Ribbecksches Eigentum. 1600 weist das Kirchenvisitationsprotokoll unter anderem folgenden Angaben für Dyrotz aus: Es gibt ein Pfarrhaus mit einem kleinen Gärtlein daran. Es hat zwei Hufen, die bisweilen 6 Wispel Korn tragen. Der Pfarre stehen beispielsweise auch der Kornund der Fleischzehent zu. Inventar wird nicht vorgefunden, deswegen hinterläßt der Visitator ½ Wispel Korn, dafür sollen die Leute je drei Zinnkannen und –schüsseln sowie ein Bett und einen Tisch beschaffen. Der Küster hat ein Häuschen mit Garten. Als Jahreseinkommen sind 40 Scheffel Roggen angegeben, zu Ostern bekommt er aus jedem Haus ein paar Ostereier sowie zu Weihnachten und Johannis Brot und Wurst. Für die Kirche ist an Inventar unter anderem ein Kelch, eine Monstranz und zwei Ornate aufgelistet. Das Kirchenland bringt 9 Scheffel Korn. Einige Personen müssen der Kirche Wachs liefern. Als weitere Abgaben sind Getreide und Hühner aufgeführt. Barschaft ist keine vorhanden.

13.10.1600
Auf der Synode wird die Pfarrei mit Rohrbeck und Dyrotz als zur Kircheninspektion Spandau gehörig festgeschrieben.

1618–1648
30-jähriger Krieg, Dyrotz ist erheblich von der Bevölkerungs-einbuße betroffen.

1624
Der Ribbecksche Besitz in Dyrotz ist im Schoßkataster mit sechs Ritterhufen verzeichnet. Durch den Kauf eines drei Hufe großen Bauernhofes vergrößert sich die Anzahl der Ritterhufe auf neun. Das Dorf umfaßt laut der Aufstellung 42 Bauernhufen. Zwei Hufen sind als Pfarr- und Kirchenhufen ausgewiesen. Es gibt 15 Bauern- und 13 Kossäthenstellen sowie einen Schäfer, einen Hirten und einen Hirtenknecht. Aufgeführt sind auch zwei Paar Hausleute.

1641
In einem Verzeichnis der Ritterschaft des Havelländischen Kreises ist Dyrotz mit einer Fläche für das Dorf von 49 Hufen und beim Gut mit 10 Ritterhufen, die den Ribbecks gehören, aufgeführt.

1663
Karte der Mittelmark von Jeannes Blaeu (erschienen im Atlas Mayor, Amsterdam 1663).  

Nach 1680
Die Ribbecks investieren Geld für einen Kirchenneubau in Dyrotz.

Nach 1699
Es zählen noch 29 auswärtige Krüge zum Monopolbereich der Stadt Spandau, darunter auch Dyrotz.

1713
Dyrotz hat unter der Obrigkeit der Ribbecks einen Schankbraukrug und zwei Schankkrüge. Außerdem gibt es im Ort drei Handwerker: Einen Leinweber, einen Dorfschmied und einen Schneider.

Juni 1721
Eine Liste der Handwerker, deren alte Stellen in den Dörfern verbleiben sollen, enthält für Dyrotz folgende Angaben: Je ein Wohnschmied, Schneider und Garnweber.

1725
Hans Ludwig von Ribbeck erläßt als damaliger Besitzer für Dyrotz eine Bauernordnung. In 26 Punkten wird das Dorfleben geregelt. Unter anderem ist darin festgelegt, daß jeder Hauswirt mit seinen Kindern und dem Gesinde sonntags zur Kirche zu gehen hat und Kinder von allen Einwohnern die Sommerschule besuchen sollen. Es werden ein Nachtbackverbot ausgesprochen und Vorschriften zur Verhinderung von Bränden erlassen.  

1728
Bei der Erbschaftsregulierung des verstorbenen Schulzen Peter Tasche wird der genaue Wert seiner Bauernstelle mit drei Hufen Land und vollem Inventar ermittelt. Die ganze Wirtschaft mit liegendem und beweglichem Vermögen wird auf 566 Taler und einen Groschen geschätzt.  

04.01.1728
Kaufbrief des Leineweber-Meisters Jürgen Büttner zu Dyrotz über ein Wohnhaus aus dem Eigentum des Königl. Preuß. Landes-hauptmanns Hans Ludewig von Ribbeck.  

1730
Errichtung der Kircheninspektion Potsdam, der auch die Kirche Rohrbeck mit ihrer Filiale in Dyrotz zugeordnet wird.
In Dyrotz gibt es 13 Kossäthenstellen.

1748
Im Verzeichnis der Hufe- und Giebelschoß-Gelder für Dyrotz sind u.a. erfaßt 39 Schoß an Gütern, dafür sind 11 Taler und 9 Groschen zu leisten. Insgesamt werden aus dem Ort Einnahmen von 26 Talern und 3 Groschen erwartet.

1750
In Dyrotz stehen fünf Maulbeerbäume, diese werden für den Seidenbau genutzt.

1758
Dem Müller Schwartz zu Dyrotz wird die Erlaubnis erteilt in der Nähe des Dorfes Wustermark zwei Windmühlen zu errichten. Zum Mahlen des Getreides dort werden vier Orte, nämlich Wustermark, Dyrotz, Hoppenrade und Zeestow, mit 588 Personen zugewiesen. Doch die Mahlpflichtigen halten sich nicht an diese Anweisungen. Ab 1769 sind mehrere Beschwerden des Müllers überliefert. Die Streitigkeiten setzen sich bis zur Aufhebung des Mahlzwanges fort.

Um 1770
Die von Ribbeck schenken ihren Untertanen in Dyrotz und Seegefeld das freie Eigentum an ihren Höfen.

1773
Fertigstellung der Dyrotzer Kirche.

23.07.1777
Ihre Majestät der König Friedrich Wilhelm II. fährt durch Dyrotz und Wustermark.  

1778
Ein Verzeichnis der Güter mit Besitzern im Havelländischen Kreis weist Hans Georg von Ribbeck als Eigentümer für Dyrotz, Seegefeld und Hoppenrade aus.

1778
Karte des Havelländischen Kreises (Urheber Oesfeld) aus dem Jahre 1778 mit allen relevanten Orten.  

1783
Aus Dyrotz werden 42 Schock und eine Mandel Eier nach Potsdam und Berlin geliefert. Ein Jahr zuvor waren es noch 48 Schock, damit ist eine Reduzierung von 5 Schock und 3 Mandel zu verzeichnen.

1787
Eine Tabelle weist für den Dyrotzer Kirchhof 35 Maulbeerbäume aus, davon sind 17 unlaubbar, 10 laubbar und 7 eingegangen. Alle Bäume sind zu beschneiden. Der Küster pflegt und nutzt sie.

13.02.1794
Verordnung für Dyrotz betreffend die Schulpflicht.  

1796
Der Bestand an Maulbeerbäumen wird mit 10 Stück angegeben, davon befinden sich je 5 auf Gemeindeund Kirchenflächen.

1797
Die Dyrotzer Kirche bekommt 100 Taler, die Marie Luise von Bredow, geborene Quast, in ihrem Testament festgesetzt hat. Das Legat wird dem Kirchenvorsteher Dansmann übergeben.

Um 1800
Das Rittergut Dyrotz ist verpachtet und bringt seinen Ribbeckschen Besitzern einen Ertrag von 1500 Talern ein. In einem Nachweis sämtlicher Flurstellen ist das Gut mit einer verzeichnet. Für das Dorf Dyrotz sind 32 Flurstellen angegeben.

10.11.1800
Inkrafttreten eines Spritzenregelements für das Dorf Dyrotz. Diese Ordnung ist nötig geworden durch die Anschaffung einer Feuerspritze. Dafür wird die Handhabung festgesetzt.

1804
In einer statistischen Erhebung wird Dyrotz mit Dorf (39 Hufen) und Gut (11 Hufe) angegeben. Es leben in der Gemarkung 328 Menschen. Darunter befinden sich beispielsweise 10 Ganz- und 4 Halbbauern, 9 Ganzkossäthen, 2 Käthner, 5 Einlieger, und ein Rademacher. Gezählt werden auch 27 Feuerstellen. Es gibt eine Schmiede und drei Krüge. Aufgeführt sind noch 58 Morgen Holz. Besitzer ist der von Ribbeck auf Seegefeld.

1810
König Friedrich Wilhelm III. befiehlt die trigonometrische Vermessung der Marken. Die Dreiecksnetze haben in Berlin ihren Ausgangspunkt und überziehen Brandenburg. Als Hauptkoordinatenlinie wird der Meridian der alten Berliner Sternwarte genutzt. Einer der Vermessungspunkte ist der Dyrotzer Kirchturm. Er befindet sich im nordwestlichen Quadranten, in einer Entfernung vom Meridian von 7890,17, gemessen in preußischen Ruthen.
In Dyrotz leben 246 Personen, 113 Männer und 133 Frauen. Angegeben sind außerdem 38 Mägde und 39 Knechte sowie die Zahl der Kinder mit 15 Söhnen und 22 Töchtern.

1811
Hans Georg (VII) von Ribbeck veräußert Gut Dyrotz an seinen früheren Pächter, den Amtmann Ernst Gotthilf Schneider. Vom Verkaufserlös erwirbt von Ribbeck das Rittergut Horst in der Ostprignitz und läßt sich dort 1812 nieder.

1812–1815
Zeit der Befreiungskriege von der französischen Besatzung.

1815
Dyrotz und Wustermark sind als Garnisonen für das Brandenburgische Kürassier-Regiment (Kaiser Nikolaus I. von Rußland) Nr.6 aufgeführt.

1816–1830
Bau der Chaussee ab Berlin über Nauen, Friesack, Ludwigslust und weiter. Der Abschnitt mit Dyrotz und Wustermark wird 1830 fertiggestellt.

1816/1817
Bildung der Provinz Brandenburg und damit verbunden Neugliederung der Kreise, es entsteht der Landkreis Osthavelland zu dem auch Dyrotz gehört.

1817
Auf dem Rittergut Dyrotz zieht ein neuer Eigentümer ein. Es ist der Rittmeister August von Hobe, später auch Landrat des Kreises Osthavelland. Das Areal des Grundbesitzes umfaßt rund 1494 Morgen. Davon entfallen ca. 891 Morgen auf Acker und rund 350 Morgen auf Wiesen. Die Forstfläche beträgt 163 Morgen. Der Kaufpreis liegt bei 41.140 Reichstalern, viertausend Taler sind in Friedrichs d’or und 37.140 in preußischem Silber-Courant, basierend auf dem Münzfuß von 1704, zu entrichten.
Im Dorf und auf dem Gut leben insgesamt 334 Personen.

1819
Ersterwähnung des zum Rittergut Dyrotz gehörenden Vorwerkes Elsgrund im Amtsblatt der Regierung Potsdam.

1820
Eine Gewerbetabelle gibt folgende Auskünfte über Dyrotz: Im Ort ansässig sind zwei Schneidermeister sowie je ein Rade-/Stellmachermeister und Schmied, der auch einen Gesellen beschäftigt. Angegeben sind weiter eine Bockwindmühle sowie je zwei ölmühlen und ölpressen. Vorhanden sind auch vier Webstühle für Leinen. Es besteht ein Gasthof für die gebildeten Stände und ein Krug mit Ausspannung für Frachtfuhrwerk für die zum Markt kommenden Landleute. Genannt werden außerdem eine Speisewirt und vier Schankwirte. Erfaßt sind außerdem ein Dienstbote und eine Dienstbotin für die Herrschaft sowie 48 Knechte und 30 Mägde.

1826
Die Genehmigung zum Bau einer Straße von Spandau über Dyrotz nach Nauen erfolgt.

1828–1841
Rittergutsbesitzer von Hobe in Dyrotz ist Landrat des Kreises Osthavelland. Er wird nach einer Disziplinar-Untersuchungssache seines Amtes enthoben. Der Grund dafür geht aus den Unterlagen nicht hervor. Ab dem 1.1.1842 bekommt er eine Pension von 300 Talern jährlich. Bei der für 1842 angesetzten Neuwahl des Landrates will von Hobe wieder antreten, doch dagegen erhebt das Innenministerium Einspruch, so daß der Dyrotzer Rittergutsbesitzer nicht mehr kandidieren darf.

1834
Bei den Anträgen zur Anlegung notwendiger und wünschenswerter Straßen wird an erster Stelle die Trasse von Potsdam nach Dyrotz genannt. Die Streckenlänge beträgt ungefähr 2 ¼ Meile. befindet sich laut einer Erhebung in der Dyrotzer Kirche eine Orgel.

1838
Ein großer Brand, dem viele Häuser zum Opfer fielen, zerstörte auch das Gutshaus. Der Landrat von Hobe ließ vor seiner Pensionierung im Jahre 1838 ein neues Gutshaus errichten, das später auch als das "Schlösschen" bekannt wurde.

1840
Für das Dorf Dyrotz und das Vorwerk Elsgrund tritt eine neue Feuerlöschordnung in Kraft. Darin ist auch die Nachbarschaftshilfe zu den anderen Orten geregelt. Diese müssen für Dyrotz 22 Dörfer leisten, darunter u.a. Buchow-Karpzow, Hoppenrade. Priort, Wernitz, Döberitz und Ferbitz. Im Gegenzug ist Dyrotz dort zur Hilfe verpflichtet.

1845
In Dyrotz besteht, laut einer Statistik, eine Hebestelle im Verlauf der Straße Berlin über Spandau und Perleberg bis zur Mecklenburgischen Grenze. Diese hat eine Hebebefugnis für eine Meile. Die durchschnittliche Jahreseinnahme beträgt ca. 1781 Taler.

1848
In einer Auflistung finden sich folgende Angaben zur Dyrotzer Orgel: Sie hat 10 Register, davon 8 Riemen im Manual und 2 im Pedal.

02.01.1849
Erstausgabe des Osthavelländischen Kreisblattes  

Jan. 1849
In die "Commission zur Vorbereitung patriotischer Wahlen im Osthavelland" (hier zum Preusischen Landtag) sind folgende Dyrotzer Bürger berufen worden:
Dansmann (Kreisschulze zu Dyrotz) und von Hobe (Landrath a.D. zu Dyrotz).

24.01.1849
Das Preußenlied.  

21.05.1849
Mitteilung des Königlichen Landratamtes an die Ortschaften im Osthavelland über die Vergütung für die Einquartierung der Soldaten der Preusischen Armee. Die Servicevergütung beträgt 23 Thlr. 9 Sgr. 5 Pf.  

Juli 1849
Dyrotz nebst Vorwerk hat 433 Einwohner.

1850
Eine Aufstellung des osthavelländischen Kreistages über den Seidenbau weist Dyrotz mit dem Rittergutsbesitzer von Hobe aus.

09.01.1850
Schiedsmanns-Districte der Osthavelländischen Kreise.  

16.01.1850
Eintheilung der Bezirke zu der bevorstehenden Wahl der Wahl-männer für das Volkshaus des deutschen Parlaments.  

24.01.1850
Bei der Wahl der Wahlmänner für das Volkshaus des deutschen Parlaments ist Gutsbesitzer Zechlin erwählt worden.

23.03.1850
Die Polizeiobrigkeiten zu Dyrotz und Hoppenrade werden zur endlichen und schleunigen Einsendung der, durch meine Circular-Verfügung vom 16. Februar c. (Kreisblatt Nr. 15) verlangten, noch rückständigen Nachweisung von den in den dortigen Gemeinden noch vorkommenden Naturaldiensten und Abgaben hierdurch nochmals aufgefordert.
Königl. Landraths-Amt. Wolfart v. c.

23.03.1850
Im amtlichen Nachweis der, für die durch Ueberschwemmung verunglückten Bewohner des Guhrauer Kreises, eingekommenen Collectengelder, sind Dyrotz mit 10 Thlr. und Hoppenrade mit 1 Thlr. 21 Sgr. aufgeführt.

04.05.1850
Wolfart, Rittmeister und Führer der 1sten Escadron 24sten Land-wehr-Regiments teilt mit:
Die Herren Schulzen und Ortsvorsteher im Osthavelländischen Kreise ersuche ich ergebenst, diejenigen Wehr-Reiter ihrer resp. Ortschaften, welche zur diesjährigen Uebung der meinem Befehle untergebenen Escadron eingeordnet sind und sich im Besitze eigener Pferde befinden, für den Fall, daß sie diese Pferde zur Uebung zu gestellen wünschen, darauf aufmerksam zu machen, daß dergleichen Wünsche nur alsdann eine besondere Beachtung finden können, wenn der betreffende Wehrreiter das eigene Pferd persönlich im Musterungs-Termin am 11ten d. M. vorstellt.

01.06.1850
Einteilung der Distrikte für die Feuer-Lösch-Kommissare.  

14.08.1850
An milden Gaben für den durch den Blitz beschädigten Arbeits-mann Drescher in Fahrland sind ferner an mich eingegangen durch den Herrn Kreisschulzen Dansmann zu Dyrotz von Herrn Landrath von Hobe 1 Thlr. 24 Sgr., und von der Gemeinde zu Dyrotz 2 Thlr. 22 Sgr. 6 Pf., zusammen 4 Thlr. 16 Sgr. 6 Pf. - Vom Herrn Prediger Ritter zu Wustermark 15 Sgr..
Obige 5 Thlr. 1 Sgr. 6 Pf. habe ich dem Drescher eingehändigt. Er sagt mit mir hierdurch seinen Wohlthätern den herzlichsten Dank.
Scheringer, Pfarrer des Ortes.

24.08.1850
Nachdem aus unserm Städtchen bereits 70 Thlr. und ein Paket Charpie zur Unterstützung für Schleswig-Holstein abgesandt wurden, sind neuerdings zu demselben Zweck beim Gastwirth Herrn Kunter eingegangen:
Aus Dyrotz von Herrn Zechlin 1 Thlr.; - von Herrn Buge jun. ebenda 15 Sgr.;
Aus Wustermark gesammelt durch Herrn Pred. Ritter 7 Thlr.. Nauen, den 21. August 1850. Das Comité.

05.10.1850
Kreisschulze Dansmann wird Mitglied der Kreiskommission zur Einführung der Gemeindeordnung.  

27.11.1850
Professor Carl Töpfer präsentiert sein Zauber-Theater in Nauen.  

18.12.1850
Der Königliche Landrath ermahnt die Gemeinden Dyrotz und Wer-nitz ausstehende Baumpflanzungen zu vollziehen:
Da die nachstehenden Städte, Gemeinden und Dominien, als - - - Gemeinde Dyrotz, Gemeinde Wernitz - - - , die ihnen von den betreffenden Gensd'armen näher bezeichneten nöthigen Baumpflanzungen im Laufe dieses Herbstes nicht überall voll-ständig ergänzt haben, so erwarte ich ganz bestimmt, daß dieselben diese Nachpflanzung, soweit solche nicht noch in diesem Herbste zweckmäßig erscheint, im künftigen Frühjahre bei Vermeidung executivischer Ausführung vornehmen werden.

25.01.1851
Osthavelländisches Kreisblatt Nr. 9, amtlicher "Theil": Anweisung des Kriegsministeriums, "Oeconomie-Department", an die ostha-velländischen Ortsbehörden, den "Remonte-Pferden" auf langen Märschen genügend Futter zukommen zu lassen.  

12.03.1851
Der Kreisschulze Dansmann (Dyrotz) hat seinen Posten aufge-geben, ein Nachfolger soll gewählt werden.  

10.05.1851
Für die vertriebenen Schleswiger sind an Spenden eingegangen:
von Frau Wittwe Zechlin in Dyrotz 10 Sgr.,
von dem Lehrer Herrn Insel zu Wustermark 15 Sgr.,
welche dem Herrn Ober-Consistorial-Rath und Professor Dr. Ritzsch in Berlin, der mit den Vertriebenen in genauer Verbindung steht, übersandt worden von Herrn Ritter.

09.08.1851
Verzeichnis der für die nachstehenden Ortschaften angewiesenen Vergütung für die im Monat November 1850 verabreichte Mund- und Fourage-Verpflegung nebst Zinsen.  

23.08.1851
In Folge der eingegangenen Anträge von Reserve- und Landwehrmannschaften 1sten Aufgebotes auf Zurückstellung bei eintretender Mobilmachung sind nach näherer Prüfung derselben durch die unterzeichnete Kreis-Erstatz-Commission folgende Reclamationen als nach dem Gesetze vom 7. November 1850 begründet anerkannt worden, und zwar:
Carl Friedrich Böhme zu Dyrotz, August Vogler zu Hoppenrade, Andreas Friedrich Hornemann und Carl Friedrich Engel zu Wustermark.

11.10.1851
Nothwendiger Verkauf.
Das den Erben der verwittw. Sommerfeldt Dorothee Louise geb. Lucke, ex post verehelichten Taubenheim, und deren Ehemannes, des Garnwebermeisters Johann August Taubenheim gehörige, zu Dyrotz belegene, im Hypothekenbuche von diesem Orte sub Nr. 23 verzeichnete Büdnerhaus, abgeschätzt auf 275 Thlr. zufolge der nebst Hypothekenschein und Bedingungen in unserer Regi-stratur einzusehenden Taxe, soll am 13. Januar 1852, Vormittags 11 Uhr, an ordentlicher Gerichstsstelle subhastirt werde.
Der seinem Aufenthalte nach unbekannte Mitbesitzer Joachim Friedrich Lucke wird gleichzeitig zu diesem Termine vorgeladen.
Königl. Kreisgericht, erste Abtheilung.

25.10.1851
Vergütigung für die im 1. Quartal d. J. an vaterländische Truppen verabreichte Marschbeköstigung.  

08.11.1851
Aus dem Verzeichnis der für die nachstehenden Ortschaften ange-wiesenen Vergütigung für die im Monat Januar 1851 verabreichte Mund- und Fourage-Verpflegung nebst Zinsen ist zu entnehmen:
Dyrotz in Summa 188 Thlr. 21 Sgr. 7 Pf.,
Hoppenrade in Summa 83 Thlr. 10 Sgr. 4 Pf.,
Wernitz in Summa 177 Thlr. 19 Sgr. 2 Pf.
Wustermark in Summa 194 Thlr. 23 Sgr. 6 Pf.

12.11.1851
Aus dem Verzeichnis der für die nachstehenden Ortschaften ange-wiesenen Vergütigung für die im Monat Februar 1851 verabreichte Mund- und Fourage-Verpflegung nebst Zinsen ist zu entnehmen:
Dyrotz in Summa 86 Thlr. 11 Sgr. 1 Pf.,
Hoppenrade in Summa 26 Thlr. 26 Sgr. 11 Pf.,
Wernitz in Summa 57 Thlr. 1 Sgr.,
Wustermark in Summa 89 Thlr. 1 Sgr. 2 Pf.

06.12.1851
Nachweisung der den Dominien und Gemeinden des Osthavel-ländischen Kreises für die im Monat December 1850 bewirkte Landlieferung in Magazine zu Brandenburg, Luckenwalde und Charlottenburg zustehende Geld-Vergütung nebst Zinsen à 4 Prozent pro 1. Januar bis ultimo September 1851.
Dyrotz Dominium in Summa 86 Thlr. 5 Sgr. 4 Pf.,
Dyrotz Gemeinde in Summa 200 Thlr. 26 Sgr. 10 Pf.,
Hoppenrade in Summa 112 Thlr. 11 Sgr. 8 Pf.,
Wernitz in Summa 92 Thlr. 12 Sgr. 3 Pf.,
Wustermark in Summa 229 Thlr. 17 Sgr. 10 Pf.

31.12.1851
Dyrotz steht im Verzeichnis der Vergütungsbeträge, welche die Ortschaften für die im 3ten Quartal d. J. an "durchmarschirte" Truppen verabreichte Fourage (Futtermittel) zu empfangen haben, nämlich 1 Thaler 10 Silbergroschen und 1 Pfennig.

14.01.1852
In Folge der eingegangenen Anträge von Reserve- und Landwehr-Mannschaften 1sten Aufgebots auf Zurückstellung bei eintre-tender Mobilmachung, sind nach näherer Prüfung derselben durch die unterzeichnete Kreis-Ersatz-Commission in dem am 6. November v. J. angestandenen Termine folgende Reclamationen als nach dem Gesetze vom 7. November 1850 begründet anerkannt worden, und zwar: Carl Friedrich Böhme zu Dyrotz, August Fr. Buge zu Wustermark.

03.03.1852
In Verfolg einer Bestimmung der General-Land-Feuer-Societäts-Direction fordern wir die Polizei-Obrigkeiten, Dorfgerichte und Orts-Vorstände auf, dafür Sorge zu tragen, daß die Bekannt-machung vom 15. December v. J. wegen der Prämien von 20 bis 50 Thlrn. für diejenigen, welche Brandstifter ermitteln, - allen Einwohnern der sämmtlichen Ortschaften des Kreises gehörig bekannt werde.
Dyrotz, den 20. Februar 1852.
(gez.) v. Hobe.

10.03.1852
Ein ordentliches Mädchen für Alles findet zum April einen Dienst beim Kaufmann Berlitz in Dyrotz. Lohn 18 bis 25 Thlr. nach Verhältnis der Tüchtigkeit.

11.05.1852
Kornbörsen-Preise zu Nauen:
Scheffel Waizen 2 Thlr. 8 Sgr. 9 Pf.
Scheffel Roggen 2 Thlr. 2 Sgr. 6 Pf.
Scheffel Hafer 1 Thlr. 5 Sgr.

12.05.1852
Das den Geschwistern Engel gehörige Büdnergrundstück in Dyrotz, bestehend aus einem Wohnhause und einem dabei gelegenen Gärtchen, auf 350 Thlr. gerichtlich abgeschätzt, soll Theilungs halber am 16. Juni d. J., Vormittags 11 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden. Die Taxe und die Bedingungen können im Vormundschafts-Büreau eingesehen werden.
Spandau, den 30. April 1852. Königl. Kreisgericht, zweite Abtheilung.

07.07.1852
Nachweisung der aus dem Verkaufe der, vom Osthavelländischen Kreise gestellten Landwehr-Mobilmachungs-Pferde gelösten und zurückzuzahlenden Gelder. Es haben zu empfangen:
Dominium Dyrotz: 10 Thlr. 25 Sgr. 10 Pf.
Gemeinde Dyrotz: 50 Thlr. 24 Sgr. 10 Pf.
Dominium Hoppenrade: 5 Thlr. 12 Sgr. 10 Pf.
Gemeinde Hoppenrade: 25 Thlr. 6 Sgr. 3 Pf.
Gemeinde Wernitz: 33 Zhlr. 12 Sgr. 2 Pf.
Gemeinde Wustermark: 53 Thlr. 27 Sgr.

14.08.1852
Die hiesigen Kirchengrundstücke, bestehend in Acker, Wiesen und Luch, sollen zu Michaelis d. J. meistbietend verpachtet werden. Es ist dazu ein Termin auf den 13. September d. J., Nachmittags 2 Uhr, in dem hiesigen Schulzengerichte anberaumt worden, daß die Pachtbedingungen im Termine bekannt gemacht werden sollen.
Der Kirchen-Vorstand.

25.08.1852
Ankündigung des diesjährigen Herbstmanövers des Garde-Corps durch den Königlichen Landrath Wolfart, der auch die Ortschaften benennt, die für die Verpflegung der Truppen zu sorgen haben.  

28.08.1852
Der Königliche Landrath Wolfart teilt mit:
Mit Bezug auf meine Bekanntmachung vom 20sten d. M., in Betreff des diesjährigen Herbstmanövers des Garde-Corps, theile ich hiermit noch nachrichtlich mit, daß die Stärke eines Bataillons zu 600 Mann, einer Escadron zu 120 Mann, einer reitenden Batterie zu 80 Mann und Pferde, und einer Fußbatterie zu 100 Mann mit 40-50 Pferden höchstens anzunehmen ist und nach diesem Ver-hältnisse also schon vorher die nöthigen Eintheilungen rück-sichtlich der Unterbringung der in den betreffenden Ortschaften einrückenden Truppen zu treffen sein werden.

08.09.1852
Der Verein für Belohnung guten Gesindes und für die Besserung entlassener Strafgefangenen im Osthavelland hat am 26. August d. J. an nachstehend benannte Diensboten Belohnungen vertheilt: Caroline Wilhelmine Grundt, Magd in Dyrotz beim Bauer Herrn Buge, 7 Thlr.

16.10.1852
Der "Wahlbezirks-Eintheilungs-Liste Behufs der Wahl der Abge-ordneten für die 2te Kammer" ist zu entnehmen, dass Dyrotz und Elsgrund 462 Einwohner hat.

30.10.1852
Im Verzeichnis der Wahlmänner sind nominiert für Wustermark: Bauer W. Böttcher, Schulzenamts-Verweser Hornemann und Prediger Ritter; für Dyrotz: Schulze Dansmann, Bauer Hornemann und Rittergutsbesitzer und Landrath a. D. von Hobe.

08.12.1852
An Vergütung für die im 3ten Quartal 1852 an vaterländische Truppen verabreichte Fourage sind zu empfangen, und zwar Dyrotz 1 Thlr. 18 Sgr. 10 Pf..

11.12.1852
An Vorspann-Vergütigung pro 3tes Quartal 1852 sind zu empfangen:
Dyrotz 18 Sgr. 9 Pf., Hoppenrade 5 Thlr. 11 Sgr. 3 Pf., Wernitz 3 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf., Wustermark 6 Thlr. 26 Sgr. 3 Pf..

18.12.1852
Gott hat es gefallen, unsern guten Gatten, Vater und Großvater, den Kreisschulzen a. D. Joh. Friedr. Dansmann am 15ten d. M., Nachmittags 4 Uhr, aus unsrer Mitte abzuberufen.
Die Hinterbliebenen.

12.01.1853
An Servis-Vergütungen pro 2tes und 3tes Quartal 1852 sind zu empfangen:
Dyrotz 8 Sgr. 6 Sgr. 2 Pf., Hoppenrade 17 Thlr. 28 Sgr. 1 Pf., Wernitz 17 Thlr. 23 Sgr. 11 Pf., Wustermark 34 Thlr. 25 Sgr. 2 Pf.

12.02.1853
Markt-Durchschnitts-Preis für einen Scheffel:
Weizen 2 Thlr. 12 Sgr. 10 Pf., Roggen 1 Thlr. 29 sgr. 8 Pf., Gerste 1Thlr. 15 Sgr., Hafer 1 Thlr. 4 Sgr. 6 Pf., Erbsen 2 Thlr. 7 Sgr. 10 Pf., Kartoffeln 20 Sgr.

02.04.1853
Bekanntmachung durch die Königliche Post-Expedition Nauen.  

20.04.1853
Todesanzeige: Das heute Nachmittag 6 Uhr erfolgte Ableben unserer guten Mutter, der verwittweten Frau Kreisschulzen Dans-mann, zeigen Freunden und Verwandten hiermit ergebenst an.
Dyrotz, den 17. April 1853, die Hinterbliebenen.

27.04.1853
Grundstücks-Verkauf. Meine in Nauen belegene Kleinbürgerstelle nebst Garten, Scheune und Acker bin ich Willens zu verkaufen und habe dazu einen Termin auf Sonnabend den 30. April, abends 7 Uhr, im Hause des Böttchermeisters Krempin daselbst anberaumt, zu welchem ich Kauflustige ergebenst einlade.
Sommerfeld, gegenwärtig Kruggutsbesitzer in Dyrotz.

15.06.1853
Wer auf seinem eigenen Grundstücke, auf dem die Jagd verpachtet ist, oder wer auf fremden Grundstücken, ohne dazu berechtigt zu sein, die Jagd ausübt, wird mit Geldbuße bis zu Einhundert Thalern oder mit Gefängniß bis zu drei Monaten bestraft.

18.06.1853
v. Hobe teilt als Obrigkeit des Orts mit, daß in der Nacht vom 7ten zum 8ten d. M. sich hier ein Graspferd, Stute, Fuchs mit Blesse, 5 Fuß hoch und etwa 15 Jahre alt, eingefunden hat; welches dem sich legitimirenden Eigenthümer, gegen Erstattung der Kosten, vom Schmiedemeister Dominick verabfolgt werden wird.

27.07.1853
Dr. Hartung's Chinarinden-Oel zur Conservierung und Verschöne-rung des Haarwuchses.  

10.08.1853
Die Jagd auf den zusammenhängenden Grundstücken der Gemeinde Dyrotz soll am Dienstag den 23. August, Vormittags 8 Uhr, in der Wohnung des Unterzeichneten unter den im Termine bekannt zu machenden Bedingungen auf 3 Jahre, vom 24. August d. J. bis 24. August 1856, öffentlich meistbietend verpachtet werden.
Dansmann, Schulze

17.08.1853
Carl Schulze, Schneidermeister in Dyrotz, ist Willens, sein in Dyrotz belegenes Wohnhaus, bestehend aus 3 Stuben, 3 Kammern und einer Küche nebst dazu gehöriger Stallung und Garten, aus freier Hand zu verkaufen. Kauflustige bittet er, sich wegen näherer Auskunft an ihn wenden zu wollen.

15.10.1853
Der Vorsitzende des Verein für die Besserung entlassener Strafgefangenen und zur Belohnung guten Gesindes im Osthavellande, von Hobe, bittet in einem Brief an die Mitglieder um Verteilung eines Vortrages über die Behandlung von Strafgefangenen während und nach der Gefängnishaft.  

02.11.1853
C. G. Berlitz in Dyrotz empfiehlt Preiswerthe Butter à 5 Sgr. und frische Rappskuchen zum billigsten Preise.

09.11.1853
Der Königliche Landrath Wolfart informiert die Herren Schulzen und Ortsvorsteher über die Strafen für unkorrektes Arbeiten.  

10.12.1853
Hinweis zum Umgang mit gefundenen alten Gold- und Silber-münzen.

08.02.1854
Der Königliche Landrath Wolfart gibt bekannt:
Unter den Schafen des Bauers Lüdicke zu Dyrotz, diesseitigen Kreises, sind die Pocken ausgebrochen und ist dieser Ort deshalb bis auf weitere Bekanntmachung für den Verkehr mit Schafvieh gesperrt worden, was hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird.

15.02.1854
Bekanntmachung:
Freitag den 17ten d. M., Nachmittags 1 Uhr, sollen die Nach-laßsachen der verstorbenen Garnwebermeisterswittwe Tauben-heim, worunter sich drei Webestühle nebst Zubehör, zwei Spulräder und elf Bienenstöcke befinden, in der Behausung der Verstorbenen gegen gleich baare Zahlung öffentlich meistbietend verkauft werden.
Die Dorfgerichte.

25.03.1854
C. G. Berlitz in Dyrotz empfiehlt circa 8 Scheffel beste Eichen- und Buchen-Asche.

09.05.1854
Der Schulze Dansmann inseriert: Am 3ten d. M. ist mir von meinem Hofe ein Schaf und ein Hammel abhanden gekommen. Beide Thiere haben am linken Ohre einen Schlitz und ein Theil des rechten ist abgeschnitten. - Wer mir dieselben wiederbringt erhält eine Belohnung. Vor dem Ankauf wird gewarnt.

28.06.1854
Um ferneren Anfragen zuvorzukommen, beehre ich mich den Kreiseingesessenen mitzuteilen, daß die freiständische Commission unterm 20ten v. M. darauf angetragen hat, dem zunächst zu berufenden Kreistage einen vorläufigen Vortrag, bezüglich auf den Bau von Chausseen, halten zu wollen.
v. Hobe, als Vorsitzender der Commission.

29.07.1854
Bezirks-Eintheilung des osthavelländischen Kreises Behufs Aus-wahl der Mobilmachungs-Pferde:
8. Bezirk: Dyrotz, Wustermark, Hoppenrade, Wernitz. - Vorstand: Lehnschulze Ehrenbrecht zu Hoppenrade. Beistände: Thierarzt Spiesecke zu Wustermark, Bauer Wilh. Buge zu Dyrotz. - Sammelplatz: das Dorf Dyrotz.

19.08.1854
Folgende Anträge von Reservisten auf Zurückstellung bei eintre-tender Mobilmachung wurden positiv beschieden:  

20.09.1854
Nachdem der bisherige Kreistags-Abgeordnete der Landgemein-den, Lehnschulze Seefeldt zu Knobloch, am 8ten d. M. mit Tode abgegangen ist, muß eine Neuwahl vorgenommen werden.  

03.02.1855
Danksagung der Arbeiter und Tagelöhner zu Dyrotz an Herrn Rogge zu Döbritz.  

17.02.1855
Die tägliche Postzustellung durch Landbriefträger tritt in kraft.  

04.04.1855
Verlustanzeige: Am Freitag, den 30. März, ist zwischen Wustermark und Dyrotz ein in einem rothen eingeschlagenen Packetchen, enthaltend ein Paar Zeugschuhe, 4 Paar Handschuhe und andere Kleinigkeiten, verloren gegeangen.
Der ehrliche Finder wird dringend gebeten, selbiges bei der Botenfrau Krummelbach in Dyrotz abzugeben.

08.09.1855
Amtliche Mittheilung über das übertriebene Kirchenläuten.  

12.03.1856
Bekanntmachung: Es ist am 13ten oder 14ten v. M. eine Stange englisches Walzeisen hier auf der Chaussee unweit des Dorfes gefunden und mit Beschlag belegt worden. Der Eigenthümer wolle sich bei der Obrigkeit legitimiren.
von Hobe.

15.03.1856
Ein Mahagony-Meublement ist noch in diesem Monat zu verkaufen bei der Wittwe Heil in Dyrotz.

23.04.1856
Verkaufsinserat C. G. Berlitz: So eben empfing ich einen neuen Transport bestes schlesisches Pflaumenmuß, welches ich hiermit à Pfund 2 1/2 Sgr., den 1/8 Centner mit 1 Thlr., bestens empfehle.
Besten neuen Rigaer-Kron-Säe-Leinsamen empfehle ich, wie seit Jahren, ebendar.

14.06.1856
Orts-Polizei-Verordnung an die Bäckereien.  

02.07.1856
Sonnabend den 5. Juli d. J., früh 7 Uhr, sollen die der Lehrer-Wittwe Matthiä in Dyrotz gehörigen Halmfrüchte, bestehend in Roggen und Gerste, sowie die Grasnutzung und eine Kuh, an den Meistbietenden verkauft werden. Kaufliebhaber werden gebeten, sich bei dem Schulzen Dansmann daselbst einzufinden.

20.09.1856
Der Verein für die Besserung der Strafgefangenen und für die Belohnung guter Dienstboten hat in der 27sten General-Versammlung am 12ten d. M. nachstehende Dienstboten belohnt:
Friedrich Wolff, Knecht in Dyrotz bei Herrn Zechlin,
Ludwig Behrend, Knecht in Dyrotz bei Herrn Buge.

11.10.1856
Bekanntmachung einer Ausschreibung:
Es sollen in der hiesigen Königlichen Straf-Anstalt (Spandau)
1) die Excremente von circa 1200 Personen,
2) das abgelegene Lagerstroh aus circa 1160 Strohsäcken,
3) der Kehricht aus der ganzen Anstalt,
4) die Asche von circa 800 Klftr. Torf und 70 Klftr. Holz,
sowohl einzeln als im Ganzen öffentlich im Wege der Licitation an den Meistbietenden vom 1. Januar 1857 an auf drei hinterein-ander folgende Jahre verpachtet werden, und ist hierzu ein Termin auf Mittwoch den 22. October dieses Jahres, Vormittags 10 Uhr, im Geschäfts-Locale des Unterzeichneten in der Straf-Anstalt anberaumt worden.
Der Director der Königl. Straf-Anstalt Schelowsky.

15.10.1856
Zum Geburtstage seiner Majestät des Königs am 15. October 1856.

25.10.1856
Ein neuer Vorsteher und Geschäftsführer des ersten Brand-Hülfs-Vereins wird gesucht, nachdem der Kreisschulze Dansmann zu Dyrotz gestorben ist.  

01.11.1856
Bei meinem Abgange von hier sage ich allen lieben Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl.
C. Hanne.

12.11.1856
Ein Schneidergeselle kann sogleich in Arbeit treten bei dem Schneidermeister Schulze in Dyrotz.

1857
Ablauf einer brandenburgischen Bauernhochzeit.  

03.01.1857
Bezirks-Eintheilung des Osthavelländischen Kreises, Behufs Aus-wahl der Mobilmachungs-Pferde.  

28.02.1857
Bekanntmachung des Königl. Landrath-Amtes zur nochmaligen Verhandlung über die Auflösung des ersten Brandhülfs-Vereins.  

25.04.1857
Bekanntmachung der Auflösung des ersten Brandhülfs-Vereins.  

01.07.1857
Steckbrief eines Mannes der ein 15 Jahre altes Mädchen genoth-züchtigt hat.  

07.10.1857
Bekanntmachung: Am 11. October, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Behausung des Bauers Hornemann die Nachlaßsachen der hierselbst verstorbenen Wittwe Schmidtsdorf, bestehend aus Betten, Leinen, Kleidungsstücken und Hausgeräth, öffentlich meistbietend verkauft werden.
Die Dorfgerichte.

13.02.1858
Für die bei dem hierselbst (Pausin) stattgefundenen Brande am 26sten und 27. Mai vorigen Jahres verunglückten Bewohner sind an milden Gaben bei mir eingegangen und vertheilt:
von der Gemeinde Hoppenrade 4 Thlr. 2 Sgr. 6 Pf.
von der Gemeinde Wernitz 5 Thlr. 22 Sgr. 6 Pf..
Außerdem sind noch namhafte Geldbeiträge von nachstehenden Gebern eingegangen und durch dieselben vertheilt:
Herr Landrath von Hobe in Dyrotz, der mit großer Bereitwilligkeit und Zuvorkommenheit sich, außer den Geldbeträgen, an Gebung von Naturalien betheiligt hat.

24.02.1858
Das Dominium zu Dyrotz beabsichtigt vom 25sten bis incl. 27sten d. M. seine zwischen Dyrotz und dem Dorfe Ceestow belegenen Wiesen abbrennen zu lassen, was ich unter der Bedingung genehmigt habe, daß den Vorständen derjenigen Ortschaften, welche im Fall eines Brandes in Dyrotz Spritzen stellen müssen, noch die Zeit genau mitgetheilt werde, in welcher das qu. Abbrennen erfolgt.
Der Königliche Landrath Wilckens.

20.03.1858
Am Mittwoch den 24sten dieses Monats, Vormittags 10 Uhr, soll ein confiscirter Jagdhund im hiesigen Schulzen-Gericht öffentlich meitbietend verkauft werden.
Die Dorfgerichte.

05.04.1858
Am Mittwoch den 6ten dieses Monats, Nachmittags von 1 Uhr an, sollen die Nachlaßsachen der hierselbst verstorbenen Wittwe Gartenschläger, bestehend in Betten, Kleidungsstücken, Haus- und Küchengerät, öffentlich meistbietend gegen baare Bezahlung verkauft werden.
Die Dorfgerichte.

07.08.1858
Das Königl. Kreisgericht zu Spandau inseriert einen "Nothwen-digen Verkauf":
Das zum Nachlasse des Krug-Gutsbesitzers Friedr. Carl Heinrich Sommerfeldt gehörige, im Dorfe Dyrotz belegene Kruggut, abgeschätzt auf 2,500 Thlr., soll am 15. November 1858, Vormittags 11 Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle subhastiert werden.

15.09.1858
In Folge des diesseitigen Aufrufs vom 8. Mai d. J. sind bei der Königlichen Kreiskasse hierselbst für die Abgebrannten in Frankenstein und Zabel folgende Beiträge eingegangen und dem Unterstützungs-Comité übersandt worden:
vom Landr. a. D. Hr. v. Hobe zu Dyrotz 3 Thlr.,
von der Gemeinde Hoppenrade 21 Sgr. 6 Pf.,
von der Gemeinde Dyrotz 15 Thlr. 10 Sgr. 6 Pf.,
von der Gemeinde Wernitz 2 Thlr. 25 Sgr.,
von der Gemeinde Wustermark 3 Thlr. 16 Sgr.
Insgesamt wurden im Osthavelland 425 Thlr. 21 Sgr. 7 Pf. gespendet.

18.09.1858
Bekanntmachung durch den Königl. Landrath Wilckens:
Unter Bezugnahme auf den Erlaß vom 6. August d. J. bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß zur Körung von Hengsten für die Sprung-Periode 1858-59 ein Termin auf Mittwoch den 13. October d. J., Vormittags 10 Uhr, anberaumt worden ist. Die Anmeldung der zu körenden Hengste muß, soweit selbige noch nicht erfolgt ist, nunmehr schleunigst und spätestens im obigen Termine geschehen, und es sind die Hengste zur angegebenen Zeit auf dem Platze neben dem Kreishause hierselbst zu gestellen. - Die Ortsbehörden des Kreises veranlasse ich, die Hengstbesitzer hiervon besonders in Kenntnis zu setzen.
Nauen, den 15. September 1858.

20.10.1858
C. G. Berlitz in Dyrotz teilt mit:
Den Handlungs-Lehrling Carl Wendt habe ich seit dem 9ten d.M. aus meinem Geschäft entlassen.

27.10.1858
Am Donnerstag den 21sten d. M., Abends, oder Freitags ganz früh ist einem Fuhrmann zwischen Berlin und Dyrotz einen 1/2 Centner schlesisches Bandeisen, 1 1/4" 1/25", in einem Bunde abhanden gekommen. Wer den Verbleib desselben nachweißt, so daß der Fuhrmann wieder in dessen Besitz gelangt, empfängt eine Beloh-nung bei C. G. Berlitz in Dyrotz.

13.11.1858
Zwischen Dyrotz und Wustermark ist ein Sack mit Hafer gefunden worden, und kann derselbe von dem sich legitimirenden Eigen-thümer gegen Erstattung der Insertionsgebühren wieder in Empfang genommen werden beim Bauergutsbesitzer Buge in Dyrotz.

17.11.1858
Nachfolgend das Verzeichnis der Wahlmänner diesseitigen Kreises für die zu veranlassende Neuwahl des Hauses der Abgeordneten zur Kenntnis der Kreiseingesessenen.
Schulze Ehrenbrecht zu Hoppenrade,
Gutsbesitzer Zechlin zu Dyrotz,
Schulze Dansmann zu Dyrotz,
Bauer Hecht zu Wustermark,
Prediger Ritter zu Wustermark.

15.12.1858
Eine große Kette ist gefunden worden. Der rechtmäßige Eigenthü-mer kann sich sie gegen Erstattung der Insertions-Gebühren in Empfang nehmen bei dem Ackerknecht Witte in Dyrotz.

29.01.1859
Nothwendiger Nachlass-Verkauf des verstorbenen Kruggutsbe-sitzers Sommerfeldt.  

31.08.1859
Für die Ueberschwemmten im Kreise Ahrweiler haben
der Landrath a. D. v. Hobe auf Dyrotz 2 Thlr.,
die Gemeinde Dyrotz 4 Thlr. 15 Sgr. 6 Pf.,
die Gemeinde Hoppenrade 26 Sgr. 6 Pf. gespendet.

24.09.1859
Den geehrten Herren Landwirthen zeige ich hiermit ergebenst an, daß ich am Dienstag den 27. September mit einem starken Trans-port Oldenburger hochtragender Fersen und junger Zuchtbullen in Dyrotz eintreffe.
Heinrich Sparr, Viehhändler aus Oldenburg.

12.10.1859
Die Distrikts-Eintheilung der Feuer-Lösch-Commissarien.  

Um 1860
Der Grundsteuerreinertrag beträgt pro Morgen beim Ackerland 30.19 Silbergroschen (Sgr.), bei Gärten 88.33 Sgr., bei Wiesen 38.05 Sgr. Und bei Weiden 8.41 Sgr.

07.01.1860
Aufforderung zur Anmeldung der Concursgläubiger über den Nachlaß des Krügers Friedrich Carl Heinrich Sommerfeld zu Dyrotz.  

14.01.1860
Der jetzige Winter und der vor 100 Jahren.  

11.02.1860
Bekanntmachung des Königlichen Landrathes Wilckens:
Sämtliche Ortsvorstände der zum platten Lande gehörigen Ort-schaften des Kreises, jedoch mit Ausnahme der Ortschaften Bötzow und Bornim, werden hiermit aufgefordert, mir binnen acht Tagen schriftlich anzuzeigen, ob in ihrer Ortschaft sich Einwohner jüdischen Glaubens befinden, welche ein selbstständiges Ein-kommen haben und deshalb für das laufende Jahr zur Klassen-steuer veranlagt sind. Zugleich ist die Höhe des diesjährigen Klassensteuersatzes anzugeben.

28.03.1860
Der Krüger Carl Fehlow, Dyrotz, ist im Falle einer Mobilmachung der Armee als unabkömmlich zurückgestellten Reservisten der Landwehr-Mannschaften 1sten Aufgebots des Ostahavelländi-schen Kreises pro 2tes Semester 1860 nachgewiesen worden.

16.06.1860
Tierschauprämiierten.  

25.07.1860
Am 29sten d. M., Nachmittags 2 Uhr, sollen in Folge gerichtlicher Verfügung die Nachlaßsachen der hierselbst verstorbenen Wittwe Tasche, bestehend in Haus- und Küchengerät ec., öffentlich an den Meistbietenden gegen gleich baare Bezahlung verkauft werden.

22.08.1860
Bekanntmachung der Berlinischen Feuer-Versicherungs-Anstalt.  

25.08.1860
Am Donnerstag, den 30sten d. M., werden bei F. Fehlow einige Hammel ausgeschoben, wobei ein stark besetztes Musikcorps Concert giebt. Abends Tanzmusik, wozu freundlichst Fehlow einladet.

1861
Dyrotz ist in der Ortschaftsstatistik mit Dorf und Gut sowie Vorwerk Elsgrund verzeichnet. In der Landgemeinde leben 503, im Gutsbezirk 32 und auf dem Vorwerk 7 Personen. Das Dorf hat 3 öffentliche, 42 Wohn-, und 96 Wirtschaftsgebäude sowie 14 Gehöfte. Das Gut besteht aus drei Wohnund fünf Wirtschaftsgebäuden. Das Vorwerk umfaßt acht Wirtschafts-gebäude. Für das Dorf werden an landwirtschaftlichen Flächen ausgewiesen 43 Morgen Garten, 2153 Morgen Acker, 623 Morgen Wiese, 940 Morgen Weide und Torf sowie 105 Morgen Wald. Für das Gut werden angegeben 15 Morgen Garten, 1020 Morgen Acker, 342 Morgen Wiese, 60 Morgen Weide und Torf sowie 57 Morgen Wald. Der Viehbestand im Dorf ergibt 101 Pferde, 218 Stück Rindvieh, 1238 und Schafe. Das Gut besitzt 28 Pferde, 49 Stück Rindvieh, und 721 Schafe.

August 1861
Der Gutsbesitzer Zechlin stellt den Antrag zur Aufstellung einer Dampfmaschine zum Betrieb einer Spiritusbrennerei.

1862
Eine übersicht gibt Auskunft über den Reinertrag der landwirtschaftlichen Flächen in Dyrotz. Danach umfaßt das Dorf eine Fläche von ca. 4098 Morgen, die einen Ertrag von etwa 3940 Talern erbringen, das sind pro Morgen 29 Silbergroschen. Für das Gut ist eine Gesamtfläche von etwa 1487 Morgen ausgewiesen mit einem Reinertrag von rund 1486 Talern, das bedeutet 30 Silbergroschen pro Morgen.

17.05.1862
12 Stück gemästete Ochsen und Kühe sollen am Donnerstag den 22. Mai, um 3 1/2 Uhr Nachmittags, auf dem Rittergute zu Dyrotz einzeln versteigert werden.

19.09.1862
Am Sonntag den 14ten ist an der Schlagbrücke ein Rohrstock mit weißer Krücke verloren. Wer denselben beim Schmiedemeister Dominick in Dyrotz abgiebt, erhält eine angemessene Belohnung.

04.12.1862
In der Nacht vom Sonntag zum Montag ist von Nauen bis Wustermark ein schwarzer Schäferhund ohne Abzeichen ent-laufen. Derselbe trägt einen Halsband mit gelben Ringen und hört auf den Namen "Lotte". Der jetzige Inhaber des Hundes wird ersucht, denselben bei dem Schäfer Stahlberg in Dyrotz, im Dienste des Herrn Landraths von Hobe, gegen eine gute Belohnung abzuliefern.

05.02.1863
In Verfolg ausdrücklicher Bestimmung der Königl. Regierung darf auf der Lehmbahn vom Dorfe Dyrotz bis zum Luche, so lange solche sich in einem nicht trockenen Zustande befindet, weder gefahren, gekarrt, noch geritten werden, bei Vermeidung einer Geldbuße bis zu 3 Thlr. oder verhältnismäßiger Gefängnisstrafe.
Das Dominium als Obrigkeit, von Hobe.

08.04.1863
Unser guter Sohn, Bruder, Enkel und Neffe, Carl Friedrich Berlitz verschied heute früh 4 Uhr sanft zu einem besseren Leben in seinem 22sten Lebensjahre. Um stille Theilnahme bitten die Hinterbliebenen. Dyrotz, den 6. April 1863.

18.07.1863
Anzeige des Landrathes und Rittmeister a. D. von Hobe:
Allen Bewohnern des Havellandes, denen es zu wissen Noth thut oder denen daran gelegen, beehre ich mich mitzutheilen, daß ich am 22sten v. M. die Verlobungen meiner drei Kinder feierte.
Besondere Anzeigen habe ich Niemandem zugesendet.

10.10.1863
Im Verzeichnis der ländlichen Wahlbezirke, der Wahl-Vorsteher und deren Stellvertreter im osthavelländischen Kreise, Behufs Wahl der Wahlmänner für die bevorstehende Neuwahl des Hauses der Abgeordneten sind für den Wahlbezirk Wustermark und Dyrotz mit Vorwerk Elsgrund notiert:
als Wahl-Vorsteher Landrath a. D. von Hobe zu Dyrotz, als Stellvertreter Erbschulze Dansmann daselbst.

04.11.1863
In der General-Versammlung des Vereins für die Besserung ent-lassener Strafgefangenen und Belohnung guter Dienstboten am 15ten d. M. haben Belohnungen erhalten: Die Meier Werk-holz'schen Eheleute zu Elsgrund und die Magd Thiele zu Dyrotz.

19.12.1863
Die Gehöfte des Hornemann, des Kossäthen Böhm, sowie des dortigen Mülenmeisters wurden gänzlich durch ein Feuer eingeäschert.  

16.01.1864
C. G. Berlitz in Dyrotz empfiehlt frische Charlottenburger Rappskuchen, á 1 Thlr. 27 1/2 Sg., bei größeren Posten billiger.

30.01.1864
Der Staats-Anwalt in Spandau gibt bekannt:
Am 14. November 1863 ist zu Dyrotz in einem Stallgebäude des Bauern Johann Dansmann Feuer ausgebrochen, durch welches mehrere Gehöfte in Asche gelegt worden sind. Am 29sten des M. ist im Pferdestalle des Bauern Carl Dansmann zu Dyrotz Feuer entstanden, welches jedoch bald gelöscht worden ist und nur geringen Schaden angerichtet hat. Am 13. December v. J. ist wiederum in Dyrotz auf dem Gehöft des Bauern Carl Friedrich Hornemann Feuer entstanden, durch welches drei Gehöfte total, und mehrere Gebäude eines andern Gehöftes zerstört worden ist. Diese Brände sind wahrscheinlich sämmtlich vorsätzlich angelegt.
Für die Entdeckung des Thäters sind von der Königlichen Regierung zu Potsdam "100 Thaler Belohnung" ausgesetzt.
Ein Jeder, der über den Thäter oder über Thatsachen, welche zu dessen Entdeckung führen können, Auskunft geben kann, wird zur unverzüglichen Anzeige davon hiermit aufgefordert.

13.02.1864
Carl Fr. Dansmann inseriert, dass am 6. d. M. auf seinem Gehöft abermals von einem Unbekannten Abends Feuer angelegt worden ist.
Er verspricht demjenigen eine Belohnung von 25 Thlr., welcher ihm den Thäter so angiebt, daß er gerichtlich belangt werden kann.

12.03.1864
Der Kossäthengutsbesitzer Ferdinand Friedrich Hornemann zu Dyrotz ist zum Gerichtsschöppen daselbst ernannt, als socher bestätigt und vereidet worden.

31.08.1864
Schäferwittwe Lange zu Dyrotz ist in ihrer Wohnstube ermordet worden.  

05.10.1864
Am Montag den 3. October hat sich bei dem Handelsmann Frd. Schelzius in Dyrotz ein kleines Schwein angefunden. Der Eigenthümer kann es gegen Erstattung der Insertions-Gebühren und Futterkosten bei ihm in Empfang nehmen.

15.10.1864
Bekanntmachung des Königl. Landrath Wilkens.
Bei dem Brande zu Dyrotz am 13. December v. J. haben sich Löschmannschaften von der Spritze aus Ketzin des Ungehorsams gegen die Anordnungen des Feuerlösch-Commissarius, Rittmeister a. D. Freiherrn von Monteton, schuldig gemacht. In dem dieserhalb meinerseits veranlaßten gerichtlichen Verfahren sind inzwischen vier der Angeschuldigten mit einer Geldstrafe von einem Thaler belegt worden. Dies wird hiermit zur Warnung bekannt gemacht, zugleich mit dem Ersuchen an die Herren Feuerlösch-Commis-sarien, jeden, auf der Brandstätte von den Löschmannschaften oder sonstwie etwa vorkommenden Ungehorsam gegen ihre Anordnungen bei mir Behufs der weiteren Verfolgung zur Anzeige zu bringen.

26.10.1864
Die hiesigen Kirchengrundstücke sollen am 1. November a. cr., Nachmittags 2 Uhr, im hiesigen Erbschulzen-Amte auf anderweite 12 Jahre meistbietend verpachtet werden. Die Pachtbedingungen werden im Termin bekannt gemacht.

10.11.1864
Die Nachlaßsachen des hierselbst verstorbenen Büdner Fahle, bestehend in Mannskleidungsstücken und Brettschneidehand-werkszeug, sollen am 13. November d. J., von 1 Uhr ab, meistbietend verkauft werden.

16.11.1864
Am Freitag Abend ist vom Vorwerk Niederhof bis zum Dyrotzer Chausseehaus ein Sack mit Betten verloren gegangen. Der ehrliche Finder wird gebeten, denselben bei Herrn Wolter auf Vorwerk Niederhof abzugeben.

26.11.1864
Bekanntmachung über die Einquartierung der aus dem Dänischen Feldzuge zurückkehrenden Mannschaften.  

03.12.1864
Seine Majestät der König haben eine Parade der siegreichen Trup-pen in Berlin befohlen. In Folge dessen werden nicht alle Quar-tiere belegt.

1865
Die Gemeinde Dyrotz umfaßt 874,1 ha Fläche. Für den Gutsbezirk sind 248,2 ha Land ausgewiesen.

11.01.1865
Der 37ste Communal-Landtag hat am 8. December 1864 auf den Antrag des Kreis-Feuer-Societäts-Directors v. Hobe den Schorn-steinfegergesellen Pannier und Franke zu Nauen, wegen außerordentlicher Hülfeleistung bei der Löschung des Brandes zu Dyrotz, am 13. December 1863, einem Jeden eine Prämie von 5 Thalern bewilligt.

01.02.1865
Die Nachlaßsachen der hierselbst verstorbenen Wittwe Lange sollen am 5ten d. M., Nachtmittags 2 Uhr, in der Wohnung der Verstorbenen öffentlich meistbietend verkauft werden.

15.02.1865
In der Nacht vom 11ten bis 12ten d. Mts. sind auf der Chaussee von Dyrotz nach Charlottenburg vom Milchwagen ein Paar Stiefel, in ein schwarzbuntes Tuch gebunden, verloren gegangen. Der ehrliche Finder möge dieselben gegen eine gute Belohnung abgeben beim Nachtwächter Grundt in Dyrotz.

04.03.1865
Schulze Dansmann gibt bekannt, dass am 5. März. Nachmittags 2 Uhr, im Schulzenamte zu Dyrotz folgende, dem Schäferknecht Liebenberg gehörige Gegenstände: 1 Hund mit Kette, 2 Schafe, 2 Schafglocken, meistbietend verkauft werden sollen.

13.06.1865
Karl Johann Maximilian von Bredow, gebürtig in Königsberg, erwirbt das Rittergut Dyrotz, nachdem er seinen Abschied aus der Armee genommen hat.

28.06.1865
Der Landrath a. D., v. Hobe, gibt bekannt:
Der plötzliche Verkauf meines Gutes veranlaßt mein rasches Verlassen desselben, so daß ich außer Stande bin, mich meinen Freunden und Nachbaren persönlich zu empfehlen; überdies aber bleibe ich in der Nähe und sogar im Kreise. - Briefe bitte ich nach Potsdam, Mühlenberg Nr. 6, zu adressiren.
Etwaige Forderungen an mich bitte ich entweder bis spätestens den 30sten d. M. hierher, oder später nach meinem neuen Wohnorte anzumelden.

01.07.1865
Ein sehr gut dressirter Hühnerhund ist ganz billig, aber sofort zu verkaufen auf dem Rittergute Dyrotz. Das Nähere beim Gärtner Arndt daselbst.

15.07.1865
Auf dem Dominium Dyrotz wird zu Michaelis ein tüchtiger Meier engagirt, wo möglich unverheirathet.

20.07.1865
Heute Morgen, gegen vier Uhr, brach in einer neuen, massiven Scheune des Gutsbesitzers Zechlin zu Dyrotz Feuer aus, wodurch dieselbe und eine Scheune nebst Stall des Bauern Karl Dansmann eingeäschert wurde. Das Wohnhaus des Letzteren ist wohl nur durch die schnelle Hülfe erhalten.
Vermuthlich liegt dem Brande wieder ein Verbrechen zu Grunde und es ist Dyrotz nun binnen zwei Jahren sechs Mal von Brandstiftungen heimgesucht worden.

22.07.1865
Ein Vaterlandslied von George Hesekiel.  

16.08.1865
Auf dem Dominium Dyrotz finden Arbeiter Beschäftigung gegen den Lohn von 12 Sgr. bis 1. Septbr., vom Sept. bis October 10 Sgr., vom October ab 7 Sgr. pro Tag.

23.08.1865
Der Nachtwächter und Feldhüter Friedrich Wilhelm Grundt zu Dyrotz ist zum Polizeidiener daselbst vom Landrath Wilckens ernannt, bestätigt und vereidigt worden.

16.09.1865
Carl Dansmann inseriert: Die Dresdener Feuerversicherung hat nach dem bei mir stattgefundenen Brande die Versicherungs-Summe sehr schnell ausgezahlt, was ich hierdurch mit bestem Danke öffentlich anerkenne.

17.10.1865
Todesurteil.
Wegen Ermordung der Wittwe Lange in Dyrotz wurde der Schäferknecht Liebenberg vom Schwurgericht zum Tode verurteilt.

02.12.1865
Cigarren-Preise.  

20.12.1865
Am 24sten d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, sollen von dem Nachlasse der hierselbst verstorbenen Wittwe Lange 13 Stück Frauen-hemden im hiesigen Schulzenamte öffentlich meistbietend ver-kauft werden.

11.04.1866
Der Fuß-Gendarm Neumann ist von hier (Nauen) nach Ketzin versetzt und es sind demselben folgende Ortschaften als Patrouil-lenbezirk überwiesen worden:
Markee und Vorwerk, Maraku und Vorwerke, Wernitz, Wuster-mark, Dyrotz und Vorwerk, Hoppenrade, Buchow-Carpzow, Priort und Vorwerk, Falkenrehde und Abbaue, Uetz, Paretz, Ketzin, Knobloch, Etzin und Freigut.

11.04.1866
Am 12. April d. Js., Vormittags 9 Uhr, beabsichtigt W. Paul, Dyrotz, folgende Gegenstände: eine Rolle (mittlerer Statur), einen großen kupfernen Kessel, einige Backtröge, einen Schlachtetisch, ein paar Hobel, eine Haspel, ein paar Schwingel-Blöcke und anderes, öffentlich an den Meistbietenden gegen gleich baare Zahlung zu verkaufen, wozu Kauflustige ergebenst eingeladen werden.

06.06.1866
Inserat: Dem Schulzen und Bauergutsbesitzer Herrn Dansmann in Dyrotz sagen wir für die uns zu Theil gewordene freundliche Behandlung und liebevolle Pflege unseren herzlichen Dank.
Die Wehrmänner:
Gefreiter Krachtzig, Jsbein, Sauer, Schlädt, Teesch, Kaakstein, Giefel, Brockmann, Sturz.

06.06.1866
Inserat: Hierdurch sage ich dem Bauergutsbesitzer Herrn Kobitz zu Dyrotz meinen besten Dank für die freundliche Aufnahme während des Cantonnements dort.
Der Wehrmann W. Budow.

13.06.1866
Verzeichnis der ländlichen Wahlbezirke, der Wahl-Vorsteher und deren Stellvertreter Behufs Wahl der Wahlmänner für die bevor-stehende Neuwahl des Hauses der Abgeordneten.  

07.07.1866
Aufruf an die Bewohner des Osthavellandes.  

01.08.1866
Das neue Ersatz-Aushebungsgeschäft (Musterungverfahren).  

10.10.1866
Nachruf auf den Prediger Hornemann, Dyrotz.  

10.04.1867
Das Dominium Priort hat circa 4 Wispel gute gelbe Saatlupinen abzulassen.

17.04.1867
Gestellungs-Termine der Militairpflichtigen.  

17.04.1867
Marktpreise.  

21.04.1867
Gestellungs-Termine der Militairpflichtigen.  

29.05.1867
In Dyrotz ist während eines Unwetters ein Blitz in den Thurm der Kirche und ein zweiter Blitz in das gutsherrschaftliche Wohnhaus eingeschlagen und mehrerlei zertrümmert, jedoch in beiden Fällen ohne zu zünden.

13.06.1867
Der Bauer Carl Friedrich Boehm zu Dyrotz ist als Gerichtsschöppe der Gemeinde bestätigt und vereidigt worden.

10.07.1867
Wahlbezirks-Eintheilung Behufs der Wahl eines Abgeordneten den Norddeutschen Bundes.  

07.09.1867
Ein Pianoforte, wohl erhalten, von gutem Ton, ist billig zu verkaufen bei C. G. Berlitz in Dyrotz.

1868
Im Nachweis über den Seidenbau für Dyrotz werden der Rittergutsbesitzer von Bredow und der Gutsbesitzer Zechlin genannt.

15.01.1868
Der Landrath Wilckens bedankt sich bei den Gebern Namens der Abgebrannten zu Johann-Georgenstadt im Königreich Sachsen für ihre Betheiligung an der Collecte.
In Dyrotz wurden 3 Thaler, 3 Silbergroschen und 9 Pfennige gesammelt.

05.02.1868
Das Dorfgericht teilt mit: Am 6ten d. M., Nachmittags 1 Uhr, sollen die Nachlaßsachen des verstorbenen Veteranen Rietz, bestehend aus einem Gebett Betten, männlichen Kleidungsstücken und Haus-geräth im Hause des Büdners W. Behrendt öffentlich meistbie-tend verkauft werden.

05.04.1868
Landrath Wilckens gibt bekannt:
Am 2. d. M. ist in Dyrotz ein toller fremder Hund zum Vorschein gekommen.
In Gemäßheit der Regierungs-Polizeiverordnung vom 6. Januar d. J. ordne ich daher hierdurch an, daß die Hunde zu Wustermark, Ceestow, Wernitz, Hoppenrade, Buchow-Carpzow, Priort und in den im halbmeiligen Umkreise von Dyrotz belegenen kleinen Etablissements auf die Dauer von 6 Wochen an die Kette gelegt resp. eingeschlossen werden, was inzwischen in Dyrotz bereits veranlaßt ist.

29.04.1868
Die tägliche Gewinnliste der preußischen Klassenlotterie ist bei C. Hanne, Dyrotz, einzusehen.

24.06.1868
Landrath Wilckens gibt bekannt:
Für die Dauer von 4 bis 6 Wochen, welche der Herr Ritterguts-besitzer, Königliche Rittmeister a. D. von Bredow zu Dyrotz, vom 24 d. M. ab aus Dyrotz abwesend zu sein beabsichtigt, werden die Geschäfte der Polizei-Obrigkeit zu Dyrotz mit meiner Genehmi-gung von dem Herrn Rittergutsbesitzer, Königlichen Rittmeister a. D. von Bredow zu Buchow-Carpzow verwaltet werden.

18.11.1868
Uhrmacher-Geschäftseröffnung in Dyrotz.  

25.11.1868
Am Sonnabend Abend ist von Dallgow bis Nauen ein Kober, in welchem sich ein Paar neue Stiefel und Kinderzeug befanden, verloren gegangen; der ehrliche Finder wird gebeten, denselben gegen eine gute Belohnung beim Kaufmann Berlitz in Dyrotz abzugeben.

19.12.1868
Das Dorfgericht teilt mit:
Die Nachlaßsachen des hierselbst verstorbenen Dienstknechts Wilhelm Wernicke, bestehend aus männlichen Bekleidungsstücken und Hemden, sollen am Montag, den 28. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, im Schulzen-Amte zu Dyrotz öffentlich meistbietend verkauft werden.

1871
In Dyrotz gehen mit seinem Vorwerk Elsgrund 107 Kinder in die Schule. Diese werden in zwei Klassen zu 52 bzw. 55 Schülern und Schülerinnen unterrichtet.

07.01.1871
A. Hanack nimmt eine Beleidigung zurück:
Da ich gegen den Webermeister Grundt die Ehre des Arbeits-manns Fehlow verletzt habe, so nehme ich diese Aeußerung hiermit zurück und erkläre den Herrn Fehlow für einen sehr ehrenhaften Mann.

01.02.1871
Auf der letzten General-Versammlung des Vereins für Belohnung von Gesinde für lange und gute Dienstführung bei einer und derselben Herrschaft sind folgende Prämien bewilligt worden:
Dem Dienstmann Carl Bremer zu Dyrotz bei 18jähriger Dienstzeit 15 Thlr.
Der Dienstmagd Christiane Hoefig zu Dyrotz bei 8jähriger Dienst-zeit 10 Thlr.

18.02.1871
Holz-Auction: Am Montag den 20. d. Mts., von Vormittags 10 Uhr ab, sollen in meiner Elslaake, nicht weit vom Vorwerk Elsgrund,
cr. 70 Klstr. elfen Knüppelholz und cr. 30 Klstr. elfen Reiser
meistbietend gegen gleich baare Zahlung verkauft werden. Käufer wollen sich an Ort und Stelle einfinden, woselbst auch die Bedingungen bekannt gemacht werden.
Wittwe Dansmann.

27.09.1871
Der Staats-Anwalt zu Spandau gibt bekannt:  

28.11.1871
Arbeiter zum Steinebuddeln können sich melden beim Chaussee-aufseher Dessow in Dyrotz.

01.12.1871
Die Volkszählung ermittelt für Dyrotz folgende Angaben: Der Ort besteht aus einer Landegemeinde und einem Gutsbezirk. Das Dorf hat einen Wohnplatz mit 44 Wohngebäuden. Die ortsansässige Bevölkerung umfaßt 514 Menschen, davon sind 251 männlichen und 263 weiblichen Geschlechts. Sie leben in 9 Einzel- und 97 Familienhaushalten. Von allen gezählten Bewohnern wurden 296 im Ort geboren. Alle 514 haben die preußische Staatsangehörigkeit und sind evangelisch. Bei der Schulbildung werden 128 Einwohner im Alter unter zehn Jahren ausgewiesen, 373 geben an, daß sie lesen und schreiben können, 11 sind Analphabeten und bei zwei fehlen Auskünfte. Das Gut besteht aus zwei Wohnplätzen mit drei Wohngebäuden. 39 Personen sind bei der Erhebung ortsanwesend, davon 23 männlichen und 16 weiblichen Geschlechts. Sie leben in fünf Familienhaushalten. Sechs Einwohner sind ortsgebürtig, 38 haben die preußische Staatsangehörigkeit und die protestantische Konfession. 10 Menschen sind unter zehn Jahre alt. Für die übrigen 29 wird notiert, daß sie lesen und schreiben können.

02.12.1871
Kohlehändler Berlitz empfiehlt:  

23.12.1871
30 bis 40 Leute zum Steinebuddeln, à Kummt 25 Sgr., können dauernd beschäftigt werden bei Frd. Schelzius in Dyrotz.

1872
Eine neue Kreisordnung tritt in Kraft, darin wird auch die Trennung zwischen Landgemeinden und Rittergutsbezirken festgeschrieben. Auch in Dyrotz entstehen so zwei Verwaltungseinheiten, die Gemeinde und der Gutsbezirk.

06.01.1872
Wittwe Schulze bietet ihre erst vor 6 Wochen gekaufte neue Näh-maschine wegen eines eingetretenen Todesfalles billig zum Verkauf an.

31.01.1872
Auf dem Rittergute Dyrotz wird ein tüchtiger Gemüsegärtner zum 15. Februar verlangt. Einsendung nur bester Zeugnisse an den Besitzer v. Bredow.

24.02.1872
Ein Sack mit Hafer ist am Dienstag Abend gefunden worden. Der sich legitime Eigenthümer kann ihn abholen vom Webermeister Gramm.

10.07.1872
Im Osthavelländischen Kreisblatt erschienenes Loblied auf den Deutschen Kaiser Wilhelm I.  

31.07.1872
Kutscher Karnich inseriert:
Die gegen den Gärtner August Bendig in Dyrotz ausgesprochene Beleidigung nehme ich hierdurch zurück, und bedaure es sehr, den Bendig ohne jeden Grund so schwer gekränkt zu haben.

1873
Gründungsjahr des Kriegervereins Dyrotz-Wustermark.

1873
Bildung von Amtsbezirken. Dem Amtsbezirk Dyrotz sind zugeordnet: Gut und Gemeinde Dyrotz sowie die Gemeinden Rohrbeck und Wustermark. Die Verwaltung wird von Bredow auf Dyrotz unterstellt.

18.03.1873
Bekanntmachung:
An Stelle des Amtsdieners Grundt zu Dyrotz ist der Webermeister Johann Carl August Hanack zu Dyrotz zum Polizeidiener des Polizeibezirks Dyrotz ernannt, von mir bestätigt und am 17. März vereidigt worden.
Der commissarische Landrath Graf Königsmarck.

19.04.1873
Wollschweißblätter sind wichtig für Damen.  

15.05.1873
Dyrotz hat 514 Einwohner.

31.05.1873
Liesegang, Dyrotz, inseriert:
Dem ehrlichen Finder Herrn Carl Förster, Weber zu Wustermark, welcher mir die am 18. d. M. in Falkenrehde verlorenen 32 Thlr. zurückgegeben, meinen besten Dank.

21.06.1873
Am Sonntag den 22. d. M., Nachmittags 3 Uhr, sollen auf der Kegelbahn des Gastwirthes Zinke 2 fette Hammel ausgeschoben werden, wozu freundlichst eingeladen wird.

26.07.1873
Werbung für neue Kegelbahn:
Den Herren Interessenten, sowie allen Kegelfreunden theile hierdurch mit, daß meine neu erbaute Kegelbahn vom Sonntag den 27. d. M. zur gefälligen Benutzung eröffnet ist.
C. Hanne (Firma: C. G. Berlitz)

25.10.1873
Ausschreibung der Reparaturarbeiten an der Brücke zwischen Dyrotz und Wustermark.  

13.12.1873
Als Wahlvorsteher für die Reichstagswahl sind Rittmeister a. D. v. Bredow und Gutsbesitzer Zechlin vorgesehen.

04.03.1874
Bekanntmachung:
Der Herr Rittergutsbesitzer von Bredow auf Dyrotz wird in den nächsten Tagen seine bei Dyrotz und Elsgrund gelegenen Wiesen abbrennen, was hierdurch zur Vermeidung von Irrthümern zur Kenntniß der umliegenden Ortschaften gebracht wird.
Der Landrath Graf Königsmarck.

10.03.1874
Getreidepreise der Märkte in Nauen und Spandau.  

06.05.1874
Frau von Bredow sucht feines Hausmädchen  

20.05.1874
Tuchschieben in Dyrotz.  

03.06.1874
Beschreibung der bevorstehenden Einführung der neuen Reichs-währung zum 1. Januar 1875.  

10.06.1874
Amtliche Mitteilung:
Wir bringen wiederum in Erinnerung, daß durch die Regierungs-Verordnung vom 19. October 1867 das Einfangen und Tödten aller nützlichen Vögel bei Strafe verboten ist. Zu diesen gehören außer den Singvögeln auch der Sperling. Auch das Ausnehmen der Eier oder der Brut, sowie das Zerstören der Nester ist strafbar.

15.07.1874
Der Königliche Ober-Präsident der Provinz Brandenburg, Wirkliche Geheime Rath von Jagow teilt mit:
Nachdem die Bildung der Amtsbezirke im Kreise Osthavelland durch den Herrn Minister des Innern nach Maßgabe des $ 49 der Kreisordnung vom 13. December 1872 erfolgt ist, auch die Ernennung der Amtsvorsteher und der Stellvertreter derselben nach $$ 56-58 des gedachten Gesetzes stattgefunden hat, wird in Uebereinstimmung mit der Vorschrift im $ 185 der Kreisordnung die nachstehende Nachweisung hierdurch zur öffentlichen Kennt-nis gebracht:
Die Gemeindebezirke Dyrotz und Wustermark liegen im Amtsbezirk Dyrotz, Amtsvorsteher ist Rittergutsbesitzer Rittmeister a. D. von Bredow, Wohnort Dyrotz, Stellvertreter ist Rittergutsbesitzer Ritt-meister a. D. von Bredow, Wohnort Buchow-Carpzow.

15.07.1874
Im Verzeichnis der Schulzen, Schöppen und Gutsbesitzer vom 07. Juli 1874 stehen für die Gemeinde Dyrotz als Schulze Bauer Böhm sen., als Schöppen Bauer Böhm jun. und Bauer Wilhelm Dansmann.
Für den Gutsbezirk Dyrotz stehen als Gutsbesitzer Rittmeister a. D. v. Bredow und als Stellvertreter Schulze Böhm.

22.07.1874
Das Kreisblatt empfiehlt: Gegen den Stich giftiger Fliegen erweist sich das sofortige Aussaugen der Stichwunde als vorteilhaft. Wird das ausgesogene Blut wieder ausgespieen, so bringt es dem Aussaugenden keinen Schaden. Erscheint der Stich dann noch immer verdächtig, so ist das vollständige Ausschneiden des Stichs oder ein Schnitt durch denselben, so daß es blutet, und das Aussaugen dieses Blutes zu empfehlen.

22.08.1874
Ein Kommentar zur gesetzlichen Einführung der Civilehe.  

01.10.1874
Das Gesetz über die Beurkundung des Personenstandes und die Form der Eheschließung tritt mit dem heutigen Tage in Kraft. Die öffentliche Beurkundung der Geburten, Heirathen und Sterbefälle wird nicht mehr den Geistlichen, sondern ausschließlich den vom Staate zu bestellenden Standesbeamten zustehen.

07.10.1874
Das unsittliche Treiben in vielen hiesigen Restaurations- und Schanklokalen hat dermaßen überhand genommen, daß demsel-ben mit allen gestzlichen Mitteln entgegen getreten werden soll. Es wird deshalb von jetzt ab die vorgeschriebene Poizeistunde mit Strenge durchgeführt werden:
Öffentliche Schanklokale, Restaurationen u.s.w. müssen in den Wintermonaten, d. h. vom 1. October bis 1. April, um 10 Uhr (in den Sommermonaten um 11 Uhr) Abends geschlossen werden.
Jeder Gast, der über die gebotene Polizeistunde hinaus, trotz der Aufforderung zum Fortgehen, verweilt, und der Wirth, welcher dieses Verweilen duldet, werden mit Geldbuße oder mit Haft bestraft.

14.11.1874
Hinweis des Kreisblattes: Das preußische Silbergeld bleibt vor-läufig noch im Umlauf, nur daß wir vom 1. Januar 1875 statt von einem Thaler von drei Mark, statt von zehn Silbergroschen von einer Mark, statt von fünf Silbergroschen von einer halben Mark oder funfzig Pfennigen und statt von einem Silbergroschen von zehn Pfennigen sprechen.

21.11.1874
Für den Amtsbezirk Dyrotz ist der Nachtwächter Hanack zu Dyrotz zum Amtsdiener ernannt, bestätigt und vereidigt worden. Der Amtsdiener wird im Dienst ein messingnes Brustschild tragen. Derselbe ist zur Ausübung der Functionen eines unteren Polizei-Beamten, eines Executors und Gefangenwärters befugt.

31.12.1875
Dyrotz hat 499 Einwohner.

24.01.1876
Amtliche Bekanntmachung wie im Falle einer Mobilmachung die Vormusterung der auszuhebenden Pferde zu verfahren ist.  

26.01.1876
Suchinserat im Kreisblatt:
Ein türkisches Shawltuch ist am Sonntag Abend in der Dorfstraße in Dyrotz verloren gegangen. Der ehrliche Finder wird gebeten, dasselbe gegen ein gute Belohnung abzugeben bei dem Bäckermeister Götz in Dyrotz.

23.02.1876
Ca. 50 gute birkende Nutzenden werden auf dem Vorwerk Elsgrund versteigert.  

17.06.1876
W. Jäger, Stellmacher, ist Willens, sein in Dyrotz belegenes Grundstück , bestehend aus einem massiven Wohngebäude nebst geräumigem Keller, einem Stall mit Bodengelaß, einer Remise und geräumigen Hof, zu verkaufen.
Die Gebüde sind vor 4 Jahren neu erbaut und können zu jedem Geschäft verwendet werden. Kaufliebhaber sollen sich direkt an ihn wenden.

28.06.1876
Schiedsmannsbeamte für die Gemeinden des Bezirkes XII müssen gewählt werden.  

29.07.1876
Es wird um Mittheilung des Aufenthalts des Rudolph Wabschke zur Behändigung eines Straf=Mandates gebeten.
Der Amtsvorsteher.

13.09.1876
Drei Inserate aus Dyrotz: Bockwindmühlenverkauf, Portemonnaie gefunden, Kuhknecht gesucht.  

23.09.1876
Verpachtung von Kirchenländereien.  

13.12.1876
Im Verzeichnis der Wahlvorsteher zur Reichstags-Abgeordneten-Wahl stehen Rittmeister a. D. v. Bredow als Wahlvorsteher und Gutsbesitzer Zechlin als sein Stellvertreter.

06.01.1877
Der Landrath Graf von Königsmarck gibt bekannt:
Hiermit bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß, wie mir angezeigt worden ist, die Wittwe Dansmann zu Dyrotz beabsichtigt, die Pockenimpfung des vorjüngsten und jüngsten Bestandes ihrer Schäferei vorzunehmen.

03.02.1877
C. Hanne offeriert Türkisches Pflaumenmus.  

17.03.1877
Rechtzeitig zur Frühjahrsbestellung der Äcker wirbt die Actien-Gesellschaft Eckert aus Berlin für ihre Maschinen.  

07.04.1877
In der am 15. December v. J. stattgehabten General-Versammlung des Osthavelländischen Gesinde-Belohnungs-Verein sind folgende Prämiirungen beschlossen und die Prämien an die anwesenden Empfänger in Gegenwart der Versammlung sofort ausgezahlt worden:
u. a. der Magd Siebert im Dienste des Gutsbesitzers Zechlin, Dyrotz, für 5jährige Dienstzeit 21 Mark.

14.04.1877
Zu den angesehensten Familien in der Mark gehört im Havellande diejenige der v. Bredows.  

09.06.1877
Ein englisches Zaumzeug wird ausgeschoben.  

30.06.1877
Der Landrath Graf von Königsmarck gibt bekannt:
Der Schulze Böhm zu Dyrotz legt zum 1. Juli d. J. Familien-Verhältnisse halber sein Amt nieder. An seiner Stelle ist der Bauerngutsbesitzer Wilhelm Dansmann III. zum Schulzen zu Dyrotz gewählt, vereidigt und bestätigt worden.
Ferner legt der Gerichtsschöppe Böhm zu Dyrotz zum 1. Juli sein Amt nieder. In seiner Stelle ist der Bauerngutsbesitzer Rudolf Friese daselbst zum Gerichtsschöppen gewählt, bestätigt und vereidigt worden.

18.08.1877
Bekanntmachung durch "Die Dorfgerichte":
Am 8. August c. ist hier der Dienstknecht Christian Petsch verstorben, ohne daß etwaige Erben von ihm bekannt sind. Alle Diejenigen, welche als Verwandte Anspruch auf den Nachlaß desselben zu haben vermeinen, werden aufgefordert, sich bei den unterzeichneten Gerichten zu melden.

25.09.1877
Bekanntmachung durch den Amtsvorsteher:
Der Arbeiter, Musketier Heinrich Eduard Gustav Schütz, hat sich aus seinem Arbeitsverhältnis entfernt. Behufs Verbüßung einer vom Bezirks-Commando gegen denselben festgesetzten Strafe wird um Mittheilung seines Aufenthalts gebeten.

27.09.1877
Ausschreibung notwendiger Dachreparaturen an der hiesigen Kirche.

05.10.1877
Hinsichtlich eines Antrages der Gemeinde Wustermark, aus dem Amtsverband Dyrotz auszuscheiden und einen eigenen Amts-bezirk zu bilden, gab die Kreistagsversammlung ihr Gutachten einstimmig dahin ab, daß dieser Antrag mit Rücksicht auf die enge örtliche Verbindung von Wustermark und Dyrotz nicht für zweckmäßig zu erachten.

16.05.1878
Louise Liesegang geb. Nagel ist verstorben.

18.05.1878
Ehrentreich'sche Sensen hält auf Lager zur gefälligen Abnahme C. Hanne.

08.06.1878
Ein von Tollwuth befallener Hund ist auf dem Vorwerk Elsgrund erschossen worden.  

26.06.1878
Bei Prüfung der von den Landwehrmännern, Reservisten und Ersatzreservisten I. Klasse im Kreise Osthavelland pro 1878 angebrachten Reclamationen um Zurückstellung im Fall einer Mobilmachung ist der Antrag des August Friedrich Wilhelm Dansmann anerkannt worden.

29.06.1878
Betreffend die Ermittelung der Entstehungsart des am 13. Juni 1878 bei Liere zu Wernitz ausgebrochenen Brandes wird der Handelsmann Dreibrodt aus Glienicke bei Ziesar als Zeuge gesucht.

29.06.1878
Rittmeister a. D. von Bredow wird zum Wahlvorsteher für die anstehenden Reichstagsabgeordnetenwahlen bestellt. Gutsbesit-zer Zechlin ist sein Stellvertreter.

03.08.1878
Ein gutgemeinter Hinweis der Redaktion des Osthavelländischen Kreisblattes zum korrekten "Flaschenaufziehen".  

24.08.1878
Ein Kneipenwitz vom klugen Fleischer:
"Sagen Sie mir, guter Nachbar, Sie zeigen im Anzeiger immer frische Blutwurst an und schlachten doch nie, wie geht das zu?"
"Das will ich Ihnen sagen, ich lasse meine Schweine nur zur Ader!"

22.10.1878
Die Magd Krone beim Gutsbesitzer Zechlin hat für ihre 6jährige Dienstzeit eine Belohnung von 18 Mark vom Osthavelländischen Gesinde-Belohnungsverein zugesprochen bekommen.  

10.06.1879
Todesanzeige von Auguste Kluge.  

27.06.1879
Frau Fehlow aus Dyrotz inseriert:
Bei meinem Umzuge nach Charlottenburg sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten ein herzliches "Lebewohl".

26.07.1879
Verschollene Frauennamen.  

27.07.1879
Der Amtsvorsteher gibt bekannt:
Die Amtsdörfer (Wustermark, Dyrotz, Rohrbeck) haben auf Grund des § 44 der vorgedachten revidirten Feuerlöschordnung nachbe-nannten Ortschaften bei Feuersgefahr Hilfe zu leisten:  

05.08.1879
Gemäß einer Bekanntmachung des Civil-Vorsitzenden der Ersatz-commission des Aushebungsbezirks Osthavelland, Graf von Königsmarck (Königl. Landrath), werden im Falle einer Mobil-machung folgende Reservisten zurückgestellt:
Karl Friedrich Wilhelm Dansmann.

20.08.1879
Vom 1. October ab beträgt jede der drei vollen Gerichtsgebühren - die Verhandlungsgebühren, die Beweisgebühr und die Entschei-dungsgebühr - wie folgt  

23.09.1879
Endgültige Feststellung der Amts-Bezirke.
Der Provinzialrath der Provinz Brandenburg hat auf Grund des § 49, Absatz 2 der Kreis-Ordnung und des § 64 der Provinzial-Ordnung vom 29. Juni 1875 das Tableau der Amtsbezirke des Kreises Osthavelland unterm 11. September 1879 nunmehr endgiltig festgestellt.
Das Tableau wird nachstehend unter gleichzeitiger Bezeichnung der Amtsvorsteher und deren Stellvertreter publicirt.  

11.10.1879
Der deutsche Normal-Roman in 4 Bänden.  

29.11.1879
Der Landrath Graf von Königsmarck gibt bekannt, dass den Schaflämmern der Bauern Hornemann, Joh. Dansmann, Böhm sen. und jun. und W. Dansmann zu Dyrotz sollen die Pocken geimpft werden.

10.12.1879
Aus dem Schöffengericht:
Der Arbeiter Wilhelm Schröder zu Dyrotz und der Schneider Friedrich Ganzer daselbst werden angeklagt, in der Nacht zum 12. October cr.
I. der p. Schröder zwei dem Schmiedemeister Dähne gehörige Bretter, sowie ein dem Bauern Böhm gehöriges Brett,
II. der p. Ganzer ein dem Schmiedemeister Dähne gehöriges Brett in der Absicht rechtswidriger Zueignung entwendet zu haben.
Angeklagter Schröder bestritt die Anklage, während Ganzer sich schuldig bekennt. Die Bestohlenen, Zeuge Schmiedemeister Dähne und Bauer Böhm zu Dyrotz, haben die Anklage bestätigt. Laut Beantragung des Amtsanwalts wurde Schröder zu 14 Tagen, Ganzer zu 1 Woche Gefängnis verurtheilt, Beiden auch die Kosten zur Last gelegt.

01.12.1880
Dyrotz hat 534 Einwohner.

28.02.1883
Schmiedemeister Dähne verkauft einen Einspännerwagen.  

29.08.1883
Acker- und Wiesenverpachtung der Pfarre Dyritz.  

01.10.1883
Bekanntmachung des Amtsvorstehers:
Hierselbst ist am 27. September d. J. eine völlig irrsinnige Frauensperson eingeliefert worden. Ein Jeder, der über die Herkunft und den früheren Aufenthalt der unterhalb näher Beschriebenen Auskunft zu ertheilen vermag, wird höflichst gebeten, baldmöglichst hierher Mittheilung zu machen.
Signalement: Alter: ca. 40 Jahre; Haare: blond melirt; Augen: blau; Zähne: vollständig; Gesicht: rund; Gesichtsfarbe: gesund; Statur: klein, untersetzt; Bekleidung: schwarzes Kleid, schwarzer Strohhut mit schwarzer Feder, braungestreifter und weißer Unterrock, weiße Strümpfe, Lederstiefel, dunkler Sommerpaletot.

17.10.1883
v. Bredow veröffentlich als Dienstherrschaft eine Todesanzeige des Ackermeiers Carl Köhler.  

05.03.1884
Es ist Eltern bestrafter Schulkinder strikt verboten, den Lehrer in der Schulklasse deswegen zur Rede zu stellen.  

19.03.1884
Nur gute Spaten sind bei Schmiedemeister Dähne zu haben.  

16.07.1884
Der Amtsvorsteher gibt bekannt, dass das von der Polizei-verwaltung zu Schwedt a. D. für die Magd Anna Krüger ausgestellte Gesindedienstbuch verloren gegangen ist. "Dasselbe wird hiermit für ungiltig erklärt".

26.07.1884
Ansicht einer Telefonanlage wie sie zu dieser Zeit üblich war.  

02.08.1884
G. Wothe sucht eine Anstellung als Gutsgärtner.  

22.08.1884
Der Kriegerverein Dyrotz-Wustermark lädt ein zum Sedanfest.  

03.09.1884
Gelungenes Sedanfest mit traurigem Ende.  

06.09.1884
Der Kunstgärner Knapke verkauft 200 St. Cinneraia hybr. in Stecklingstöpfen. Desweiteren sucht der unverheiratete E. Sauerzapf eine Anstellung als Stellmacher, am liebsten auf einem Gute.

20.09.1884
Herbstmoden 1884.  

24.10.1884
Das amtliche Ergebnis der Reichstagswahlen:  

03.12.1884
Der Landrath teilt mit:
Der Bauergutsbesitzer Carl Friedrich Hornemann zu Dyrotz ist als Schulze der Gemeinde Dyrotz an Stelle des Bauergutsbesitzers Liesecke, welcher sein Amt niederlegt hat, gewählt, bestätigt und vereidigt worden.

07.03.1885
Am Mittwoch Morgen um sechs Uhr erschoß sich im Fremden-zimmer des Gastwirths Neumann der frühere Schlossermeister Spottenbach aus Tremmen. Derselbe lebte früher in guten Verhältnissen, hatte sich aber dann dem Trunke ergeben und war von seiner Frau und den Kindern, welche letztere bei seinem Schwiegervater, dem Tischlermeister Kanitz in Wustermark, wohnen, seit Jahren getrennt.

11.07.1885
Inventarium-Auction.
Das gesamte Wirtschaftsinventar des verstorbenen Büdners Schelzius soll versteigert werden. U.a werden eine zweispännige Dreschmaschine mit Göpelwerk und schottische Eggen versteigert.

03.10.1885
Die Schweine-Versicherungs-Societät zu Dyrotz und Wustermark lädt ein zu ihrer General-Versammlung.

11.11.1885
v. Bredow sucht ein herrschaftliches Küchenmädchen.  

1885
Die Fläche für die Gemeinde Dyrotz ist mit 1039 ha angegeben und die Einwohnerzahl beträgt 589. Der Gutsbezirk umfaßt 378 ha und zählt 59 Einwohner.

1886
Dyrotz hat 572 Einwohner. Folgende Berufe sind in der Einwohnerschaft Dyrotz vertreten:  

04.01.1886
Louise Wichert geb. Dansmann ist verstorben.  

06.01.1886
Mühlenmeister S. legt Einspruch ein gegen ein Bußgeld in Höhe von 1 Mk. für das Befahren eines bestellten Ackerstücks des Lehngutsbesitzers Dansmann. Vor Gericht wird der Einspruch abgewiesen und die Geldstrafe auf 15 Mk. erhöht.  

01.05.1886
Die Ortskrankenkasse "Dyrotz und Umgegend" teilt mit, daß die Requisition der Herren Kassenärzte nicht mehr - wie bisher - durch den Vositzenden, sondern durch die betreffenden Herren Guts- und Gemeinde-Vorstände erfolgen soll.

09.06.1886
Gastwirth Neumann verkauft einen "2 1/2-zölliger starker Arbeitswagen mit Kasten". Außerdem bittet er um Abgabe einer verloren gegangenen Pfeife.

19.06.1886
Wie der Gemeindekirchenrath mitteilt, "soll die Grasnutzung der der Kirche zu Dyrotz gehörigen Hütung im Luch, ca. 9 Morgen, an Ort und Stelle öffentlich meistbietend verpachtet werden.

30.06.1886
Der Mühlenmeister Dieter ist fortan der amtlich bestellte Fleisch-beschauer.

07.07.1886
Der Ritterschaftsrath und Rittmeister a. d. von Bredow ist für weitere 6 Jahre zum Amtsvorsteher ernannt worden.

24.07.1886
Der Amtsvorsteher gibt bekannt:
Die Magd Ernestine Kanopke, am 6. Januar 1863 in Leipzig geboren, zuletzt in Dyrotz, hat sich am 17. cr. heimlich aus dem Dienst entfernt. - Es wird um eventl. Mittheilung des Aufent-haltortes Kanopke ergebenst ersucht.
Des Weiteren wird bekanntgemacht: Wegen Reparaturbau der Brücke, die über den Bredower Flügelgraben im Dyrotzer Luch führt, ist der Weg von Dyrotz nach Seegefeld vom 30. September bis 7. October cr. für Fuhrwerke und Viehheerden unpassirbar.

16.10.1886
Aus dem Verzeichnis der Gemeinde-Vorsteher und Schöffen ist zu entnehmen:
Schulze: Bauer E. Fr. Hornemann, 1. Schöffe: Bauer Dansmann, 2. Schöffe: Kossäth Wilh. Barnewitz.

06.11.1886
Carl Siebert inseriert eine Ehrenerklärung: Die Beleidigung, welche ich gegen die Wittwe Gambris zu Dyrotz ausgesprochen habe, nehme ich hierdurch zurück und erkläre dieselbe für eine ehrliche Frau.

20.11.1886
Das aufwendige Verfahren einer Löschung einer Hypothek im Grundbuch Dyrotz aus dem Jahre 1826.  

22.11.1886
Die unverehelichte Dienstmagd Razke zu Dyrotz hat gegen den Milchkühler Franz G. aus Dyrotz die Privatklage wegen körperlicher Mißhandlung angestrengt. Die Mißhandlung wurde auch durch die vernommenen Zeugen bekundet und deshalb der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 3 Mark, im Unvermögensfalle zu 1 Tage Gefängnis verurtheilt.

27.11.1886
In der Liste der Feuerlöschbezirke des platten Landes mit den Namen der Feuerlöschcommissarien und deren Stellvertreter ist für den Amtsbezirk Dyrotz (Dyrotz, Rohrbeck und Wustermark) als Feuerlöschcommissar Amtsvorsteher Rittmeister a. D. v. Bredow, Dyrotz, und sein Stellvertreter Gemeindevorsteher Liepe, Rohrbeck, aufgeführt.

11.12.1886
Der Inhaber einer bestimmten Hypothek wird vom Königlichen Amtsgericht aufgefordert sich zu melden, widrigensfalls die Kraftloserklärung erfolgt.  

18.12.1886
Aus gegebenen Anlass gibt der Amtsvorsteher bekannt:
Nach § 42 der Gesinde-Ordnung vom 8 November 1810 soll das Gesinde, wenn der Tag des Dienstantritts auf einen Sonntag oder Festtag fällt, an dem nächsten Werktage vorher anziehen. Da der 2. Januar 1887, an welchem gesetzlich der Dienstantritt erfolgen soll, auf einen Sonntag fällt, und der 1. Januar ein Festtag ist, so muß das Gesinde am bevorstehenden Quartalswechsel schon am 31. December d. J. umziehen.

01.01.1887
Der Bauernsohn Albert B. wird zu einer Strafzahlung von 10 Mark verurteilt, weil er den Knecht August Krüger mit einem Spaten misshandelt hat.

22.01.1887
Als Wahlvorsteher zur Reichstags-Abgeordneten-Wahl ist der Rittmeister a. D. von Bredow nominiert, sein Stellvertreter ist der Gutzbesitzer Zechlin.

12.02.1887
Die Volkszählung am 01.12.1985 ergab eine Einwohnerzahl von 648.

09.03.1887
Im "Verzeichnis 1 der zum Wahlverbande der größeren ländlichen Grundbesitzer gehörenden Grundbesitzer, Gewerbetreibenden und Bergwerkbesitzer im Kreise Osthavelland" wird der Rittergutsbesitzer und Ritterschaftsrath Max von Bredow geführt.
Als Gewerbetreibende werden Lehnschulzengutsbesitzer Wilhelm Dansmann und Gutsbesitzer Johann Zechlin geführt.

29.10.1887
W. Dansmann, Lehnschulzengutsbesitzer in Dyrotz, ist an den Tagen 14. März, 27. Juni und 24. Oktober 1888 zum Schöffen ernannt.

10.01.1888
Aus dem Nauener Gerichtssaal: Verhandlung gegen den Bäckermeister Otto B.  

21.01.1888
Aus dem Osthavelländischem Kreisblatt: Anzeige einer General-versammlung des Krieger-Vereins.  

06.03.1888
Die "Ortskrankenkasse für Dyrotz und Umgegend" veröffentlicht den durchschnittlichen Tagelohnsatz für die Arbeiter der Land- und Forstwirtschaft:

Für die Aufsichtsbeamten und sogenannten freien Arbeiter 1,50 Mk
Für die Frauen derselben 0,75 Mk
Für die Deputanten, Tagelöhner und Knechte 1,00 Mk
Für die Frauen derselben, die Mägde und sogenannten Hofjungen 0,50 Mk
02.10.1888
Anzeige eines Dyrotzer Geschäftsmannes?  

25.12.1888
Privatklage wegen tätlicher und wörtlicher Beleidung?  

11.04.1889
Aus dem Schöffengericht:
Zwei Milchfahrer wehren sich gegen eine Geldstrafe in Höhe von 1 Mark.  
Außerdem wird eine unverehelichte Dienstmagd zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt.  

27.06.1889
Ein Dienstknecht des Bauers Böhm wird wegen Gesindekontra-vention zu einer Haftstrafe von 3 Tagen verurteilt

1889
Zur Erweiterung des Kirchhofes soll eine 1 ¼ Morgen große Parzelle, die dem Rittergut gehört, von der Kirche erworben werden. Dieses wird nötig, da der alte Friedhof fast belegt ist. Zur Erweiterung vorgesehen hat man das Grundstück zwischen dem Gehöft des Rittergutes und der Schule. Die Fläche schließt zwar nicht direkt an den bestehenden Begräbnisplatz an, liegt aber nah genug im Anschluß daran und befindet sich auf der von der Hamburger Chaussee abgewandten Seite.

25.02.1890
Aufruf an die Mitglieder der Mecklenburgischen Hagel- und Mobiliar-Brand-Versicherungs-Gesellschaft, die diesjährige Gene-ralversammlung recht zahlreich besuchen zu wollen.  

27.02.1890
Die Frau v. Bredow sucht zum 1. April bei hohem Lohn ein feineres Hausmädchen.

30.08.1890
Für Arbeitssuchende werden Arbeitsvermittlungsstellen eingerich-tet. In Wustermark ist die Kontaktperson Bauergutsbesitzer und Kirchenältester Aug. Dansmann.

08.01.1891
Zwei Sonnen- und zwei Mondfinsternisse finden im Jahre 1891 statt, und es wird die erste Sonnenfinsternis, sowie die beiden Mondfinsternisse in unseren Gegenden sichtbar sein. Die Sonnenfinsternisse ereignen sich am Nachmittag des 6. Juni bezw. am Mittag des 1. Dezember, die Mondfinsternisse am 23. Mai abends beziehentlich in der Nacht vom 15. zum 16. November.

15.01.1891
Ein noch sehr gut erhaltenes Pianoforte steht billig zum Verkauf beim Lehrer zu Dyrotz.

17.02.1891
Frau v. Bredow sucht zum 1. April bei höherem Gehalt ein feines Hausmädchen, welches gedient hat und plätten und etwas schneidern kann.

27.02.1891
Todesanzeige Karl Böhm.  

06.03.1891
Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses Landrath Steinmeister, gibt bekannt in Sachen Chausseebau Dyrotz-Fahrland:
Am Donnerstag den 12 d. Mts. wird behufs Entgegennahme von Anträgen der Adjacenten in Betug auf Herstellung von Acker-Zufuhrwegen und Durchlässen eine um 11 Uhr Vormittags bei Dyrotz beginnende Bereisung der Chaussee-Neubau-Strecke stattfinden,
Die Adjacenten, welche in vorgedachter oder in anderer Bezie-hung irgend welche Wünsche auszusprechen haben, ersuche ich, die diesseitige Kommission auf der Chausseestrecke bei ihren Aeckern zu erwarten.

25.04.1891
Dem hiesigen Lehrer Kuberka ist aus Veranlassung seines am 1. d. Mts. erfolgten Uebertritts in den wohlverdienten Ruhestand von Sr. Majestät dem König der Königl. Hausorden von Hohenzollern Allergnädigst verliehen worden.

08.05.1891
Namens des Kreis-Ausschusses bringt Landrath Steinmeister nachstehend das Verzeichnis der für den Kreis Osthavelland auf 2 Jahre wieder- resp. neugewählten Vertrauensmänner und deren Stellvertreter der Brandenburgischen Landwirthschaftlichen Berufs-Genossenschaft zur öffentlichen Kenntnis:
Für die Gemeinde Dyrotz Bauer Johann Dansmann und Bauer Wilhelm Dansmann I,
Für das Gut Rittergutsbesitzer Rittmeister a. D. v. Bredow und Bauer Johann Dansmann.

11.06.1891
Der Bauergutsbesitzer C. Hornemann II in Wustermark ist für den Amtsbezirk Dyrotz auf weitere sechs Jahre zum Amtsvorsteher-Stellvertreter ernannt worden.

13.06.1891
Amtliche Bekanntmachung: Behufs Versteinung der Chaussee-Neubaustrecke Fahrland-Dyrotz werden die Stationen 18 bis 24 am sogenannten Weinberge bei Priort vom Montag den 15 d. Mts. ab auf ca. 10 Tage für den Wagenverkehr gesperrt.

14.07.1891
Verzeichnis derjenigen Personen in Wustermark und Dyrotz welchen Altersrenten bewilligt worden sind.  

30.07.1891
Amtliche Bekanntmachung: Der Mühlenmeister Dieter zu Dyrotz hat sein Amt als Fleischbeschauer niedergelegt, und ist von mir der Schumachermeister Wilhelm Schroeder zu Dyrotz zum amt-lichen Fleischbeschauer für die Ortschaft Dyrotz bestellt worden.
Der Amtsvorsteher.

25.08.1891
Berliner Marktbericht.  

27.08.1891
Bekanntmachung der Wahlversammlung des Neuen Brandenburg-ischen Kredit-Instituts.  

30.07.1891
Die Chaussee-Neubaustrecke Fahrland-Dyrotz von Station 6-10 wird wegen Besteinung derselben vom 1. bis einschließlich 7. Oktober cr. hiermit gesperrt.
Der Amtsvorsteher.

10.10.1891
Elegante Herren- und Knabenkleidung.  

15.10.1891
Ein junger Mann (reitender Artillerist und Offizierbursche) Oktober vom Militär entlassen, sucht bei einer hohen Herrschaft als Kutscher Stellung. Gute Empfehlungen stehen zur Seite. Adressen an August Roll b. Knapke, Dyrotz bei Wustermark

29.10.1891
Das amtliche Ergebnis der Volkszählung vom 01. Dezember 1890.

14.11.1891
Generalversammlung der Ortskrankenkasse Dyrotz und Umge-gend.

1892
Der Berliner Verleger Rudolf Mosse (Gründer des Berliner Tageblattes) kauft vom Vorbesitzer von Bredow das Gut Dyrotz. Ursprünglich hat der Unternehmer den Gutsbesitz mit einem Umfang von 353 Hektar Ackerland und Wald erworben. Bis etwa 1920 verringert sich der Landbesitz deutlich. Beispielsweise für den Bau des Verschiebebahnhofs Wustermark (1906-1909) und der Eisenbahnersiedlung Elstal (1918/19) werden Grundstücke aus dem Mosseschen Besitz benötigt.

27.08.1892
Liste mit Gemeinde-Vorsteher, Schöffen und stellvertretenden Schöffen.  

08.04.1893
Das Dyrotzer Amtslokal wird verlegt in das Haus des Amts-vorsteher-Stellvertreters Hornemann II in Wustermark.

12.09.1893
Rudolf Mosse, der Besitzer des "Berliner Tageblattes", hat, nachdem er im vorigen Jahre das Rittergut Dyrotz angekauft hat, jetzt auch noch das etwa 800 Morgen große Gut des Lehnschulzen-Gutsbesitzers D. daselbst erworben. Wie verlau-tet, beabsichtigt Mosse, noch weitere Güter in Dyrotz anzukaufen.

07.11.1893
Der Bauergutsbesitzer Wilhelm Danßmann I. in Dyrotz ist zum Schöffen für die Gemeinde Dyrotz wiedergewählt und als solcher vom Landrath Steinmeister bestätigt worden.

09.11.1893
Das Rittergut Dyrotz bietet kleine und große weidefette Hammel zum Verkauf an.  
Außerdem wird für das Rittergut ein besseres Hausmädchen gesucht.

24.03.1894
Ostertanz bei Neumann.  

1894/1895
Einrichtung des Truppenübungsplatzes Döberitz. Dyrotzer Grundbesitzer müssen dafür Land an den Militärfiskus abtreten, darunter auch der Rittergutsbesitzer Rudolf Mosse.

02.02.1895
Versammlung des Krieger- und Waffengefährtenvereins zu Dyrotz und Umgegend.  

26.02.1895
Vortrag des Herrn Rektor Stenzel aus Nauen über die siegreichen Schlachten des Feldzuges 1870/71 bei Mars la Tour.  

02.03.1895
Der Schmiedemeister P. Schülke bittet in einer Anzeige um die geflissentliche Beachtung der geehrten Bewohner von Dyrotz und Umgegend, und ganz besonders den Herren Landwirten und Grundbesitzern zur Nachricht, dass er das Schmiedegeschäft des Herrn J. Dähne zu Dyrotz auf mehrere Jahre gepachtet hat. Indem er sich bei vorkommendem Bedarf bestens empfohlen halte, macht er noch besonders darauf aufmerksam, dass auch er als Spezialität die bestbewährten Ziehjauchepumpen in bester Qualität zu billigsten Preisen anfertigt.

09.07.1895
Große Inventar-Auktion auf dem Böhmschen Gehöft.  

04.08.1895
Todesanzeige des Altbesitzers Karl Dominik.  

02.11.1895
n Dyrotz ist am Montag das Wohnhaus des früher Böhmschen Bauernguts niedergebrannt.

02.12.1895
Die Volkszählung ergibt für Dyrotz folgende Daten: Der Gesamtflächeninhalt der Gemeinde beträgt 874,1 Hektar. Vorhanden sind drei Wohnplätze mit 47 bewohnten Gebäuden. Der Ort hat 505 Einwohner, die in 100 Haushalten leben. Im Gutsbezirk leben 59 Personen.

01.10.1896
Mit Streichhölzern spielende Kinder verursachten einen bedeutenden Brand. Auf dem Gute des Herren Hans Zechlin waren in dem Arbeiterwohnhause die Kinder des Hofmeiers ohne Aufsicht. In der Mittagsstunde belustigte der fünfjährige Junge seine jüngeren Geschwister und sich selbst damit, daß er mit Streichhölzern "Feuerwerk" machte, welches aber so großen Umfang annahm, daß das Wohnhaus, eine mit Getreide gefüllte Scheune und ein Stall lichterloh brannten und in Asche gelegt wurden. Hierbei fiel dem Element auch eine Dreschmaschine und eine Säemaschine zum Opfer. Das Vieh und einige wenige Mobilien der Arbeiter konnten gerettet werden; mancher ohnehin Arme verlor aber auch seine wenigen Habseligkeiten.

01.11.1896
"Ick bin besoffen jewesen!"  

27.02.1898
Wegen Kindesmordes angeklagt.  

18.06.1898
2 Mark Belohnung ausgelobt für Rebhuhngeläge-Schutz.  

1898
Bei den Reichstagswahlen stimmen in Dyrotz bei der Hauptwahl 42 Wähler für den konservativen Kandidaten Pauli, 18 für den Sozialdemokraten Schroer und 12 für Dr. Mugdan von der Volkspartei. Die Stichwahl zwischen Pauli und Schroer gewinnt der Konservative mit 63 zu 13 Stimmen.

1899
In einem Verzeichnis der Schankkonzessionen für Dyrotz werden bei einer Einwohnerzahl von 525 ein alter Branntweinausschank und eine Gastwirtschaft aufgeführt.

19.01.1899
Der Dyrotzer Gemeindevorsteher Johann Dansmann ist verstorben.

21.02.1899
Mitteilung des Landrathes Steinmeister, "daß der Kreisausschuß an Stelle des verstorbenen Gemeinde-Vorstehers Danßmann zu Dyrotz - Nr. 110 des Verzeichnisses - den Bauergutsbesitzer und jetzigen Gemeinde-Vorsteher August Danßmann zu Dyrotz als geeignet zur Ernennung als Schiedsmann für die Taxation von seuchekrankem Vieh bezeichnet hat."

18.03.1899
Der Bauergutsbesitzer C. Hornemann in Wustermark ist zum Amtsvorsteher für den Amtsbezirk 28, Dyrotz, auf weitere sechs Jahre ernannt worden.

1900
Dyrotzer Ansichtskarte mit Dorfstraße, Kirche und Gasthof.  

16.02.1901
Inserat: Ein Knabe, Sohn achtbarer Eltern, wird vom Schlächter-meister Karl Ganzer als Lehrling gesucht.  

12.12.1901
Zum bevorstehend Weihnachtsfeste empfiehlt Gustav Euen sein reichhaltiges Spielwarenlager.  

20.01.1903
Aus dem Gerichtssaal: Ein merkwürdiges "Sympathie"-Mittel.  

05.11.1903
Zum Verkauf: Acetylen-Apparate.  

1903
Bei den Reichstagswahlen entfallen in Dyrotz zunächst 42 Stimmen auf den Konservativen Pauli, 25 auf den freisinnlichen Kandidaten Kruse und 23 auf den Sozialdemokraten Liebknecht. Wieder entscheidet Pauli die Stichwahl für sich, dieses Mal mit 68 zu 23 Stimmen gegen Liebknecht.
Ein Nachweis über die Schulgebäude muß erbracht werden. Daraus ergibt sich, daß in Dyrotz vorhanden sind: Ein Küsterei- und Pfarrgebäude mit einem Klassenzimmer sowie einer Dienstwohnung für Lehrer und Küster, das 1866 in massiver Bauweise errichtet wurde; eine Pfarre mit Stallgebäude aus Fachwerk; ein Abort aus Holzwerk, gebaut 1884.

1904
Im Dyrotzer Gutshaus wird eine Kinderheilstätte eingerichtet. Der Rittergutsbesitzer Rudolf Mosse hat das Gebäude mietfrei zur Verfügung gestellt. Hauptsächlich arme Berliner Kinder erholen sich hier auf dem Land nach überstandener Krankheit.

11.02.1904
Ein ungetreuer Knecht verkauft ein Pferd seines Dienstherren und verduftet.

1905
Die Gemeinde Dyrotz hat einen Flächenumfang von 856,3 ha und zählt 478 Einwohner. Die Fläche für den Gutsbezirk wird mit 268,3 ha angegeben und die Bevölkerungszahl mit 71.

1906–1909
Errichtung des Rangierbahnhofes Wustermark. Erneut müssen Dyrotzer Landbesitzer Fläche abgeben.

17.02.1906
In Dyrotz leben 269 männlichen und 280 weiblichen Geschlechts.

03.09.1906
Die Kirche erfährt eine gründliche Renovierung.  

26.09.1906
Von dem zum Mosseschen Vorwerk Elsgrund gehörigen Gebiet sind nunmehr seitens der Eisenbahnverwaltung für die Zwecke des neuen Rangierbahnhofes 64 Morgen enteignet worden. Als Entschädigungssumme wurde für den Morgen durchschnittlich gegen 2000 Mk. gezahlt.

29.11.1906
Die seit zwei Jahren bestehende Kinderheilstätte hat schon viel Segen gewirkt.  

18.12.1906
20 Mk. Belohnung!  

1906
Die Eisenbahndirektion stellt den Antrag, beim entstehenden Verschiebebahnhof, 75 Vierfamilien-Wohnhäuser und ein übernachtungsgebäude mit Wohnung für die Beamten zu bauen. Das Areal liegt 1 ½ km vom Ort Dyrotz entfernt.

1907
Bei der Reichstagswahl werden in Dyrotz 88 gültige Stimmen abgegeben. Davon erhält der Sozialdemokrat 8, der Konservative 49 und der Liberale 27. Bei der Stichwahl werden 93 gültige Stimmzettel gezählt. Mit 75 zu 18 Stimmen liegt der konservative Kandidat vorne.

07.03.1907
Die renovierte Kirche zu Dyrotz wird festlich eingeweiht. Neu ist die Sakristei mit Eingang sowie ein breiter Eingang von der Turmseite in das Schiff des Gotteshauses. Auch das Innere erstrahlt in neuem Glanz. Die alten Malereien an Gestühl und Emporen sind aufgefrischt und der Altaraufbau restauriert. Die Kirche hat außerdem eine Orgel bekommen, gebaut von dem Potsdamer Orgelbaumeister Schucke.

24.03.1907
Die Landgemeinde Dyrotz erlässt eine neue Steuerordnung "für die Erhebung einer Gemeindesteuer vom Erwerbe von Grund-stücken und von Rechten, für welche die auf Grundstücke bezüglichen Vorschriften gelten".

24.11.1907
In nächster Nähe des neuen Verschiebebahnhofs bei Wustermark-Dyrotz wird eine Eisenbahnreparaturwerkstatt errichtet, in der bis 1000 Arbeiter beschäftigt werden sollen.

10.12.1908
Das Heim für kranke, arme Kinder, welches schon 5 Jahre im schloßartigen Gebäude des Mosseschen Gutes untergebracht ist, wird wegen der Schadstoffe der naheliegenden Chaussee in eine saubere Gegend verlegt.

1909
Die Eisenbahndirektion beantragt eine Ansiedlungsgenehmigung für den Bau einer Eisenbahnersiedlung. Darin enthalten ist auch die Abtrennung des zu bebauenden Geländes vom Gemeindebezirk Dyrotz und die Bildung eines selbständigen Gutsbezirks.

09.01.1909
Vom Amtsvorsteher zu Wustermark war wegen unerlaubten Waffentragens der Kantinenwirt W. zu Dyrotz zu 3 Mk. Strafe verurteilt. W. trug auf richterliche Entscheidung an.  

26.02.1909
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Dyrotz. Sie zählt 39 Mitglieder.

28.03.1909
Zum Besten der Überschwemmten in der Altmark wurden hierselbst 296 Mk. aufgebracht und der Kreiskasse in Nauen zugesandt.

1910
Die Dyrotzer Schule hat eine Bibliothek, die über einen Bestand von 152 Büchern verfügt.

1910 ca.
Ansichtskarte Kirche und Schloß.  

09.01.1910
Preßtorf zum Heizen bietet Liesecke, Dyrotz, an.  

05.02.1910
Aus dem Schöffengericht:
Gefängnisstrafe für Milchpantscherei.  

05.03.1910
Zwei Monate Gefängnis für zusammengestohlenes Hochzeitbett.  

10.03.1910
Das Rittergut Dyrotz inseriert 2 Wohnungen mit Garten.  

1910
Aus der Standesakte Dyrotz ist zu entnehmen, dass das Dorf 1757 Einwohner hat. Außerdem sind 49 Geburten, 24 Sterbefälle und 18 Hochzeiten notiert.

26.02.1911
Am heutigen Tag wurde der Sonntag entheiligt durch Schlächter-meister v. B., wie er selbst zugab, auf dem Gute Dyrotz. Hier wurden sieben Rinder während der Kirchzeit geschlachtet.

1912 ca.
Ansichtskarte Kirche mit Kinderheim und Gasthof A. Neumann.  

20.10.1912
Hier wurde durch Feuer eine Windmühle mit allen Vorräten an Getreide vernichtet.

05.11.1912
Der Kuhstall des Gutsbesitzers Hornemann brannte ab.  

1912
In Dyrotz entfallen auf den Kandidaten der Konservativen 46, der Sozialdemokraten 18 und der Liberalen 32 Stimmen. In der Stichwahl setzt sich der Konservative mit 78 zu 27 gegen den Sozialdemokraten durch.

Sommer 1912
In der Nauener Umgebung findet ein Manöver das Gardekorps statt, das mit einem Biwak in Dyrotz endet.
Ein Rittergut besteht mit dem Vorwerk Elsgrund, das der Verleger Rudolf Mosse besitzt. Es umfaßt eine Gesamtfläche von 240 Hektar, davon sind 106 ha Acker inkl. Garten, 105 ha Wiesen, ein Hektar Weide, 18 ha Holzungen und 10 ha Unland wie z.B. Wege. Der Grundsteuer-Reinertrag ist mit 3710 RM angegeben. Auf dem Gut werden 80 Stück Rindvieh gehalten. Verzeichnet sind für Dyrotz auch noch vier weitere Güter mit den Besitzern Wilhelm Dansmann, Friedrich Hornemann, F. Liesecke und Hans Zechlin. Die Größe dieser Besitzungen liegt zwischen ca. 41 ha und 160 ha. Auf zwei Gütern werden Pferde und Rindvieh gehalten.
Das Dyrotzer Schulvermögen umfaßt ein Schulhaus mit Hofraum und Garten im Dorf sowie äcker und Wiesen.

17.04.1913
Antrag auf Gründung einer neuen Ansiedlung am großen Luch-wege wird gestellt. Daraus wird mit größter Wahrscheinlichkeit das heutige Wohngebiet Dyrotz-Luch.  

13.05.1913
Für die Landtagswahl sind folgende Wahlmänner der bürger-lichen Parteien aufgestellt.  

26.05.1913
Beiträge zur Deckung der Entschädigungen bei Rotz und Milzbrand für Pferde und Rindvieh.  

28.11.1913
Aus dem Schöffengericht
Betrunkener Arbeiter randaliert derart, daß gegen ihn eine Strafe von 3 Wochen Gefängnis verhängt wird, und eine Schlägerei in einem Arbeiterhaus.  

Nov. 1913
Das Einverständnis wird erteilt über die Ausgemeindung der vom Eisenbahnfiskus erworbenen Flächen der Gemeinden Dyrotz, Hoppenrade und Buchow-Karpzow sowie der Gutsbezirke Dyrotz, Ferbitz und Buchow-Karpzow.

31.12.1913
Die Gebietseinteilung der Ärzte richtet sich vorwiegend nach deren Wohnsitz. Danach ist Dr. Burau für die Gemeinden Wustermark, Dyrotz, Hoppenrade, Priort und Wernitz zuständig.

1914–1918
Erster Weltkrieg

14.02.1914
Am Donnerstag abend feierte die Frauenhilfe der drei Gemeinden Wustermark, Dyrotz und Hoppenrade im Verbande mit dem Missions-Nähverein und der weiblichen Jugendvereinigung ihr neuntes Stiftungsfest im Saale des Herrn Schneider.

14.05.1914
Fahrraddiebstahl.  

30.07.1914
Sommervergnügen des Kriegervereins.  

13.04.1915
Todesanzeige für den gefallenen Wehrmann Carl Dähne.  

1915-1921
In Dyrotz befindet sich ein Kriegsgefangenenlager. Hauptsächlich französische Soldaten sind dort inhaftiert. Die Baracken liegen in der verlängerten Kietzstraße gegenüber dem Areal der früheren Gärtnerei Ganzer.  

1916
Bei der Ersatzwahl für den bisherigen Reichstagsabgeordneten Karl Liebknecht, der inhaftiert ist und daher sein Mandat nicht behalten kann, erhält in Dyrotz der konservative Kandidat Stahl 41 Stimmen, der Sozialdemokrat Mehring eine Stimme.

08.01.1916
Die Simson-Futterwerke GmbH soll versteigert werden.

17.01.1916
Das Ehepaar Schelzius hat Silberhochzeit gefeiert.  

01.04.1916
Mit der Überschrift "Unentgeltliche Düngemittel" inseriert das Gefangenenlager Dyrotz. Landwirte, welche gewillt sind, die Fäkalien des Lagers Dyrotz kostenlos abzufahren, sollten sich sofort mit der Lagerkommandantur in Verbindung setzen.

10.06.1916
Kriegsspende Deutscher Frauendank.
Frau Landrat von Hahnke bedankt sich für die treue Opfer-willigkeit der Osthavelländischen Frauen, die zu einem Sammelergebnis von 14.812,48 M. geführt hat. In Dyrotz wurden 149 M. gespendet.

03.10.1916
Aus dem Kuhstall des Mosseschen Gutes wurde ein 1 1/2 Zentner schweres Kalb gestohlen und an Ort und Stelle geschlachtet. Die Täter wurden am Bahnhof gefasst.

29.11.1916
Gründung der Osthavelländischen Bodenverbesserungsgenos-senschaft „Wublitz“. Diese liegt innerhalb des Gebietes der Havelländischen Luchmeliorationsgenossenschaft und umfaßt die Niederung zwischen Dyrotz und Paretz.

07.12.1916
Ein vermutlich aus dem Zug geworfener Säugling ist aufgefunden worden.  

25.02.1917
Die Frauenhilfe Wustermark-Dyrotz feiert im Liepeschen Gasthof ihr Jahresfest.  

15.02.1918
Die Pferdevormusterung findet am 23. Februar 1918, 10 Uhr vormittags, im Dorfe zwischen dem Engelschen und Gastwirt Gagelschen Grundstück in Wustermark statt.
Das Pferdeausfuhr- und Besitzerwechselverbot bis zur Beendi-gung der Pferdevormusterung.  
Die Pferdevormusterungsbestimmungen.  
16.02.1918
Aufruf zur Ablieferung von Alteisen für die Herstellung von Kano-nen und Granaten, um die Feinde Deutschlands niederzukämpfen und zum Frieden zu zwingen.  

04.05.1918
Die holde Weiblichkeit kann es nicht unterlassen, trotz Bestra-fung mit Kriegsgefangenen anzubandeln.  

08.08.1918
Dyrotz behauptet, die Fischereirechte im Schöppengraben, Königsgraben und Priorter-Grenzgraben zusammen mit Wustermark, zu besitzen. Hierbei beruft sich die Gemeinde auf ein Fischereigesetz aus dem Jahre 1874.  

01.10.1918
Bildung des Gutsbezirkes Elstal. Nach Beschlüssen des Kreisausschusses Osthavelland von 1913 und 1917 werden dafür von einigen Gemeinden Parzellen abgetrennt. Betroffen davon ist auch die Gemarkung Dyrotz, die Flächen abgeben muß.

23.11.1918
Aus einem Schreiben der Zuckerfabrik Nauen über die Versorgungslage geht hervor, daß von den 800 Arbeitern 650 Kriegsgefangene sind, für die die Lebensmittel bisher aus dem Gefangenenlager Dyrotz kamen. Dort aber sind die Vorräte aufgebraucht. Die wegen Verkehrsschwierigkeiten ausgebliebene notwendige Menge an Graupen wird am 27.11. nachgeliefert, so daß für die nächsten Wochen wieder ein ausreichendes Quantum vorhanden ist, heißt es dazu in einem Vermerk des Dyrotzer Stammlagers vom 11.12.1918.

08.03.1919
Ein verheirateter und zuverlässiger Schweizer wird gesucht.  

12.06.1919
Torfstecherei Max Liesecke sucht für die Torfpresse einen Verschnitter.  

24.09.1919
Amtsvorsteher ist Hermann Kietzerow, sein Stellvertreter ist Landwirt Max Liesecke.

25.10.1919
Die Eintragung der Kohlenbelieferung ist ab heute möglich.  

13.11.1919
Ein E i n b r u c h in die K i r c h e wurde hier verübt. Dabei wurden 16 Fenster- und 2 Türvorhänge (grüne Fries), 4 weiße leinene Leichentücher, 1 Altardecke, 1 Teppich und ein weiteres Leichentuch gestohlen. Für die Ermittlung des Täters sind 100 Mark ausgesetzt.

15.12.1919
Einer Wache der örtlichen Einwohnerwehr gelang es, 60 Zentner Kartoffeln sicherzustellen. Die Ladung war ohne Ausfuhrbe-scheinigung auf dem Wege nach Berlin.

26.02.1920
Vom Landrat als Gemeindevorsteher bestätigt ist z. Zt. Landwirt Max Liesecke.

07.06.1920
Ergebnisse der Reichstagswahl.  

17.07.1920
Als Gutsvorsteherstellvertreter ist der Gutspächter Karl Zorn für den Gutsbezirk Dyrotz bestätigt worden.

13.01.1921
Maskenball in Dyrotz.  

13.06.1921
Anzeige: 1.000 Mark Belohnung für die Ergreifung eines Schweine-Diebes.  

04.07.1922
Die Brücke über den neuen Luchkanal ist fertiggestellt. Der Hafen soll noch ausgebaggert werden, bis dahin ist es den Anwohnern erlaubt worden, Torf zu stechen, um die teuere Braunkohle zu strecken.  

27.11.1922
Dem Landwirt Dantzmann wurden eine Ringelwalze und Räder einer Mähmaschine vom Acker gestohlen.  

02.02.1923
Ruhrspende. Die kleinen hiesigen Geschäftsleute und Handwerker haben für die Ruhrbevölkerung 37.000 M gespendet.

21.02.1923
Wegen der teueren Beerdigungskosten hat sich der Tischler-meister Kluge einen Leihsarg patentieren lassen.

24.10.1923
In Dyrotz ging eine mit Getreide gefüllte Scheune des Mosseschen Gutes in Flammen auf und brannte vollständig nieder. Es wird Brandstiftung durch spielende Kinder ange-nommen.

12.07.1924
Zum Gemeindevorsther wurde der Landwirt Friedrich Hornemann, zu Schöffen der Kantor Schulze und der Obstzüchter Hermann Ganzer gewählt.

14.07.1924
Bäckermeister Schulze aus Buchow-Carpzow wird auf der Dorfstraße in Dyrotz überfallen.  

18.07.1924
Am Sonntag, dem 13. Juli, beging die evangelische Kirch-gemeinde Dyrotz die Weihe der neu beschafften Glocke.  

29.10.1924
Illusorische Viehversteigerung in der Gastwirtschaft Fernwarth.  

31.10.1924
Im Gasthof zum alten Krug gibt es ein Tanzkränzchen.  

1925
Der Flächeninhalt der Gemeinde Dyrotz liegt bei 925,5 ha und es leben dort 532 Menschen. Der Gutsbezirk wird nicht mehr ausgewiesen.

14.01.1925
Wüste Schlägerei während eines beim Gastwirt Femwirth statt-findenden Bockbierfestes.  

04.02.1925
Die Frauenhilfen Wustermark und Dyrotz feierten am 01. des Monats ihr 20jähriges Bestehen.  

10.03.1926
Am Sonnabend vorige Woche feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr diesjähriges Stiftungsfest.

29.03.1926
Die Diamantene Hochzeit feiert das Ehepaar Gottfried Winkel.  

01.04.1926
Auf eine dreißigjährige Dienstzeit bei der Verwaltung des Amtsbezirks Dyrotz kann heute der Amtsobersekretär Emil Otto zurückblicken.

10.06.1926
Krawalle in und vor dem Gasthaus J. durch Anhänger des Roten Frontbanners.  

20.06.1926
Volksentscheid gegen die Fürstenabfindung. Die Zahl der Stimmberechtigten in Dyrotz beträgt 329. Abgegeben werden 129 gültige Stimmen. Für das Gesetz votieren 124, dagegen 5.

1928
Neugliederung der Gemeindestrukturen. Die Gutsbezirke werden aufgelöst. Es erfolgt eine Zusammenlegung mit den Landgemeinden. In Dyrotz wird das Gut der Gemeinde zugeordnet. Es entsteht eine Verwaltungseinheit.
Der Landjägereiposten 13 hat seinen Sitz in Dyrotz mit Zuständigkeit für die Ortschaften Dyrotz, Elstal mit Verschiebebahnhof Wustermark und Priort.

18.01.1928
Der Kriegerverein Dyrotz-Wustermark hielt seine Jahresver-sammlung im Saale des Lokals Bruhn ab.  

27.01.1928
Kurt Schulz, Gastwirt, lädt ein zum Tanzvergnügen in seinen Räumen.  

02.05.1928
Unfälle auf der Chaussee, Verursacher immer junge Kraftfahrer.  

11.05.1928
S e l b s t m o r d. Am Donnerstag abend hat der bei dem hiesigen Gutspächter Zorn beschäftigte Inspektor M ü l l e r seinem Leben durch Erschießen ein Ende gemacht. Die Beweggründe der Tat sind nicht bekannt.

27.06.1928
Ein s c h w e r e r Junge gefaßt. Dem hiesigen Polizeibeamten Schur gelang es, einen Fürsorgezögling festzunehmen, der aus der Anstalt Hamburg-Ohlsdorf entwichen war und der von der Staatsanwaltschaft wegen versuchten Raubmordes gesucht wurde.

14.08.1928
Schwerverletzte durch Messerstiche während einer Prügelei.  

15.09.1928
Dyrotzerin feiert ihren 91. Geburtstag.  

01.12.1928
Umjubeltes Gesangskonzert des Dyrotzer Männergesangvereins Deutsche Eiche.  

05.12.1928
55. Stiftungsfest des Kriegervereins Dyrotz-Wustermark.  

19.10.1929
Im Gasthaus Zum Alten Krug gibt Jothellis Lachbühne aus Berlin ein Gastspiel. U.a. gelangt der Schwank "Das neue Dienstmädchen" zur Aufführung.

22.10.1929
In Moabit fand eine interessante Gerichtssitzung statt, bei der es sich um eine Beleidigungsklage der Reichseisenbahngesellschaft gegen den Bauunternehmer A. aus Dyrotz handelte.  

1929
Das Landwirtschaftliche Güter-Adreßbuch vermerkt für Dyrotz folgende Angaben: Es besteht ein Rittergut mit dem Vorwerk Elsgrund, das der Verleger Rudolf Mosse besitzt. Es umfaßt eine Gesamtfläche von 240 Hektar, davon sind 106 ha Acker inkl. Garten, 105 ha Wiesen, ein Hektar Weide, 18 ha Holzungen und 10 ha Unland wie z.B. Wege. Der Grundsteuer-Reinertrag ist mit 3710 RM angegeben. Auf dem Gut werden 80 Stück Rindvieh gehalten. Verzeichnet sind für Dyrotz auch noch vier weitere Güter mit den Besitzern Wilhelm Dansmann, Friedrich Hornemann, F. Liesecke und Hans Zechlin. Die Größe dieser Besitzungen liegt zwischen ca. 41 ha und 160 ha. Auf zwei Gütern werden Pferde und Rindvieh gehalten.
Das Dyrotzer Schulvermögen umfaßt ein Schulhaus mit Hofraum und Garten im Dorf sowie äcker und Wiesen.

1930
In Abänderung der 1875 gebildeten Amtsbezirke wird vom Amtsbezirk Dyrotz die Gemeinde Rohrbeck ausgegliedert und dem neugegründeten Amtsbezirk Dallgow zugeordnet. Zum Amtsbezirk Dyrotz gehören jetzt die Landgemeinden Dyrotz (mit 538 Einwohnern und einer Fläche von 923 ha), Elstal (mit 1267 Einwohnern und einer Fläche von 224 ha), Wustermark (mit 861 Einwohnern und einer Fläche von 1114 ha) sowie Wernitz (mit 310 Einwohnern und 680 ha Fläche). Wernitz ist neu hinzugekommen, es gehörte bisher zum Amtsbezirk Bredow.

18.01.1930
Amtliche Mitteilung des Landrates Siering:
Gemäß § 84 der Landgemeindeordnung vom 3. Juli 1891 (GS. S. 233) ist von mir die Wiederwahl bzw. Wahl bestätigt: Gemeindevorsteher Landwirt Friedrich Hornemann; Schöffen Obstzüchter Hermann Ganzer Sen., Eisenbahnarbeiter Wilhelm Dehls; Schöffenstellvertreter Landwirt Hans Zechlin jun.

25.09.1930
Jagdverbrechen?  

01.10.1930
Die gerichtliche Sühne des Verkehrsunfalls bei Dyrotz, bei dem der Kohlenhändler Lamprecht zu Tode kam.  

09.10.1931
Die Dyrotzer Kirchengemeinde feiert beim Erntedankfest die Fertigstellung der neuen Kirchenfassade und des Kirchturmes. Die Kosten betragen 7100 Mark und überschreiten damit den einmal veranschlagten Betrag von 5000 Mark erheblich. Diese erste Summe sollte anteilmäßig vom Patron (1600 Mark), dem Konservator (1000 Mark), dem Evangelischen Konsistorium (1400 Mark) und der Gemeinde Dyrotz (1000 Mark) aufgebracht werden. Da die vereinbarte Kostenverteilung nicht eingehalten wurde, muß die Kirchengemeinde 4100 Mark abdecken.
Widerstand gegen den Gesamtschulverband Wustermark - Dyrotz

29.12.1931
Holzdiebe, die aus dem Dyrotzer Gutspark wertvolle ältere Bäume abgesägt und entwendet hatten, wurden gefasst.  

1931
Aus dem Adreßbuch des Kreises Osthavelland:
Liste der Einwohner mit Hausnummer.  

16.01.1932
Der hiesige Männergesangverein "Deutsche Eiche" feiert Maskenball im Saale der Gastwirtschaft "Alter Krug".

08.04.1932
Die Schulen von Dyrotz und Wustermark werden zusammengelegt.

24.06.1932
Tag des Deutschen Liedes.  

1933
Jahresbericht des Standesamtsbezirks Wustermark, Dyrotz und Rohrbeck.  

1933
Die Tochter Rudolf Mosses Felicia will mit ihrem Mann Hans Lachmann-Mosse, nach dem Tod des Vaters 1920 die Erben, das Dyrotzer Gut veräußern, da sich der Verlag in Zahlungsschwierigkeiten befindet. Als Kaufpreis sind 280.000 Reichsmark überliefert, geboten von dem Immobilienhändler Conrad Heinzel. Zunächst wird der Verkauf vom Landrat des Kreises Osthavelland nicht genehmigt. Die Verhandlungen ziehen sich bis in das Jahr 1934. Die jüdische Familie Lachmann-Mosse hat zu diesem Zeitpunkt Deutschland bereits verlassen und sich vor den Nationalsozialisten in Sicherheit gebracht. Die Stiftung Mosse (einer Pensionskasse für die ehemaligen Verlagsbeschäftigten) übernimmt alle Vollmachten für den Besitz. Soweit bisher ermittelt, werden für das Gut in Dyrotz 1935 tatsächlich 280.000 Reichsmark bezahlt, an wen ist nicht bekannt. Aus späteren Akten ist zu ersehen, daß der Berliner Makler wohl 100 Hektar und die staatliche Landbank 230 Hektar Land erwerben.  

21.01.1933
Jahresbericht des Kriegervereins Dyrotz-Wustermark 1932.  

25.01.1933
Der Einbruch in die Metzgerei Ganzer wird vor dem Spandauer Strafgericht verhandelt.  

05.03.1933
Reichstagswahl: In Dyrotz erhält die NSDAP 90, die KPD 65, die DNV 66 und die SPD 27 Stimmen.

12.03.1933
Bei den Wahlen zur Gemeindevertretung entfallen auf die Liste I Kommunistische Partei“ und die Liste III „Max Liesecke“ je zwei Mandate sowie auf die Liste IV „Unpolitische Einheitsliste“ fünf Mandate. Die Liste II „Freie Arbeiterliste“ erhält kein Mandat.

21.03.1933
Kommunist niedergestochen.  

11.04.1933
Gründungsversammlung der Interessenten des Kleinkaliber-schießsports.  

05.07.1933
Reden, Gesänge und das Verbrennen des Versailler "fluchwürdigen" Schandwerkes auf der Sonnenwendfeier.  

30.08.1933
Die Märkische Rundschau berichtet über eine Versammlung der "Deutschen Christen".  

10.10.1933
Versammlung der NS-Hago, Ortsgruppe Dyrotz.  

02.1934
Werbeveranstaltung der NS-Frauenschaft im Gasthof "Alter Krug".

1934
13 Bauernsiedlungsstellen entstehen mit bis zu 15 ha Fläche. Das Land wird von der Landbank erworben.

01.03.1934
Vom Ortsgruppen - Amtswalter wurden nachstehende Parteigenossen zu Amtswaltern ernannt:
1) zum Ortsbetriebsgruppenführer für Handel Pg. Paul Kanin in Wustermark
2) zum Ortsbetriebsgruppenführer für Handwerk der Pg. Bäckermeister Richard Voigt in Dyrotz
3) zum Ortsbetriebsgruppenführer für Gewerbe der Pg. Josef Andrejewski in Dyrotz

18.03.1934
25jähriges Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Dyrotz

18.04.1934
Die erste Sitzung der Amtswehr findet statt. Dazu gehören die Löschzüge der Feuerwehren der Ortschaften Dyrotz, Elstal, Wustermark und Wernitz.

26.04.1934
Gründung eines Anglervereins.  

18.03.1935
Übergabe der Ehrenkreuze an die Kriegsteilnehmer aus Dyrotz.  

15.04.1935
Aufruf im Kreisblatt: Jeder aufrichtige Deutsche zeigt seine Verbundenheit mit dem deutschen Arbeiter und trägt am 01. Mai die Maiplakette!  

13.11.1934
Gefallenenehrung ind Wustermark und Dyrotz.  

1935
Das Gutshaus wird zu Wohnungen umgebaut.

22.06.1935
Mitgliederversammlung der NSDAP und DAF in Dyrotz.  

09.10.1935
Die Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frau-enwerk veranstaltet gemeinsam mit den Gruppen Dyrotz und Wernitz einen Handwerkertag im Gasthaus Bruhn..

31.10.1935
Der Kleinkaliber-Schützenverein Wustermark-Dyrotz feiert sein Stiftungsfest im Saal des Vereinswirtes Andrezjewski.

30.11.1935
Einen Verkehsunfall erlitt der bei dem Bäckermeister Voigt beschäftigte Richard Lubitz aus Dyrotz. Von einem Kraftwagen wurde er auf seinem Fahrrad sitzend von hinten angefahren, wobei er schwere Kopfverletzungen erlitt.

27.02.1936
Nachrichten des Standesamtes Dyrotz-Wustermark.  

25.03.1936
Große Wahlkundgebung in Dyrotz.  

22.05.1936
Schlecht besuchte Mitgliederversammlung der Deutschen Arbeitsfront. Thema des Abends war die NSG "Kraft durch Freude".

20.01.1937
Tag der Polizei  

03.02.1937
Ein "Kraft-durch-Freude"-Abend für alle Volksgenossen wird von der Deutschen Arbeitsfront (DAF) veranstaltet.  

22.02.1937
Horst Wessel Gedenkfeier im Alten Krug.  

15.03.1937
Die Wettkampfgruppe Nährstand der deutschen Landjugend führte im "Alten Krug" in Dyrotz einen Reichsberufswettkampf für die männliche Jugend durch.  

02.04.1937
Standesamtsnachrichten des Standesamtsbezirks Dyrotz.  

14.05.1937
Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr machten mit ihren Frauen einen Ausflug.  

27.12.1937
Sonnenwendfeier der Wustermarker und Dyrotzer Jugend.  

1938
In der Liste der Naturdenkmale im Kreis Osthavelland sind die Dyrotzer Maulbeerbäume verzeichnet.

05.04.1938
Großkundgebung mit Parteimitglied (Pg.) Dr. Fasolt.

21.06.1938
Sonnenwendfeier.

11.11.1938
Gedenkfeier der NSDAP zum 09. November in der Gaststätte Bruhns.

17.07.1940
Die Geschichte des "Schlösschen" in Dyrotz.  

19.08.1940
Rekruten aus dem Havelland grüßen ihre Heimat.  

26.08.1940
Zum 37. Mal wurde das Radrennen "Rund um Berlin" veranstaltet.

05.04.1941
Unsere SA war dabei.  

05.04.1941
Feier der Verpflichtung der zu überweisenden Pimpfe und Jungmädel in die Hitlerjugend.  

17.04.1941
Müllermeister Heinrich Leib feiert seinen 80ten Geburtstag am liebsten in der Windmühle in Berge. Seit über sechs Jahrzehnten ist er schon Müller im Havelland und war vorher in den Mühlen in Lietzow und Dyrotz tätig. Trotz seines hohen Alters übt er immer noch seinen Beruf aus.  

13.12.1943
Otto Mainz bekommt als Nachfolger von Andrzejewski eine Vollschankerlaubnis für die Schankwirtschaft in der Dorfstraße 4.

09.01.1944
Wilddiebe in Dyrotz-Luch gefasst und vor ein Sondergericht gestelllt.

1945
Erste Etappe der Enteignung.

29.10.1946
Bei der Volks- und Berufszählung wird für Dyrotz eine Wohnbevölkerung von 942 Personen ermittelt.

1947
Enteignung von 435 ha Land. 413 ha werden auf 198 Eigentümer aufgeteilt. Es sind 29 landlose Bauern und Landarbeiter, 2 landarme Bauern, 15 Umsiedler und 152 nichtlandwirtschaftliche Arbeiter und Angestellte.

12.12.1947
Die Neubauern Gustav Nickel senior und junior aus Dyrotz erhielten je drei Monate Gefängnis wegen verschuldeter Nicht-erfüllung des Getreidesolls. Aus dem gleichen Grunde wurde der Neubauer Max Utecht aus Dyrotz zu einer Gefängnisstrafe von einem Monat verurteilt.

11.06.1948
Das Abgabesoll für Dyrotz an Kaninchenfellen ist auf 1500 Stk. und an Zickelfellen auf 28 Stk. für das Jahr 1948 festgesetzt worden.

1948-1952
Arbeiten zur Entwässerung des Dyrotzer Luches werden ausgeführt.

15.06.1951
Bürgermeister Fenz würdigt die Verdienste des Lehrers Ripka, der maßgeblich an dem Neuaufbau der Schule beteiligt war. Die Zentralschule wird heute von den Kindern der Orte Dyrotz, Hoppenrade, Wernitz, Wustermark und Zeestow besucht.

22.06.1951
Die Gemeinde Dyrotz wies 1945 einen Bestand von 39 Schweinen, 61 Rindern und 64 Pferden auf. Bis 1951 erhöhte sich die Zahl der Schweine auf 389, bei Rindern auf 321, bei Pferden auf 91.

28.06.1951
Empfehlung an die Bevölkerung, Schutt und andere Abfälle nicht am Straßenrand der Berlin-Hamburger Chaussee abzuladen. Dicht daneben ist eine Geröllhalde, die durch das Entnehmen von Bausand entstanden ist. Mit wenig Mühe kann man den Müll einige Meter weiter zur Auffüllung der Sandkuhle transportieren.

05.09.1951
Weil man ihr versprochen hatte, daß sie eine Wohnung bekom-men sollte, zog die Familie Steffen nach Dyrotz. Bei ihrer Ankunft wurde ihnen aber mitgeteilt, daß keine Wohnung frei sei, und sie müßte sich mit einer Unterkunft beim Bauern Köppe begnügen. Nach sieben Wochen nahm sich die Gewerkschaft Land und Forst des Falles an und nach Rücksprache mit dem Bürgermeister wurde die schon vier Wochen leerstehende Wohnung instand gesetzt. In diesen Tagen kann die Familie Steffen ihr neues Heim beziehen.

16.10.1951
Auszug aus einer Aufstellung über die Enteignungen im Kreise Osthavelland.  

07.03.1952
Die VdgB (Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe) (BHG = Bäuerliche Handelsgenossenschaft) Dyrotz hat mit dem Bahnhof Wustermark-Ort einen Freundschaftsvertrag abgeschlossen. Die gegenseitige Hilfe sowie Zusammenarbeit bei der Demokratisierung des Dorfes und die Kulturarbeit bilden den Inhalt dieses Vertrages. Beide Partner sind sich darüber einig, daß dieser Vertrag ein Beitrag zur Einheit Deutschlands und zur Erhaltung des Friedens bedeutet.

30.03.1952
Der Mitschurinzirkel tagte kürzlich im Kulturraum Wustermark. Herr Schäfer behandelte das Thema "Kunst- und Naturdung".

08.04.1952
Die VdgB (BHG) erhielt jetzt vom Landesverband Potsdam für ihre Bauernstube einen Radioapparat und ein komplettes Tischtennis. Obwohl beide Gegenstände erst vor kurzem aufgestellt wurden, werden sie von der Jugend bereits eifrig benutzt. Alle Werktätigen sollten von dieser Einrichtung nach getaner Arbeit Gebrauch machen. Tischtennisspiel, bei Radiomusik ist Erholung und gibt Kraft zu neuen Taten.

21.04.1952
Im Kulturraum der Bürgermeisterei Wustermark fand eine kombinierte Blocksitzung der Gemeinden Wustermark und Dyrotz mit der Kanalbauleitung statt. Hier wurde beschlossen, daß alle Werktätigen dieser beiden Gemeinden mit den Werktätigen des Kanalbaues den Demonstrationszug zum 1. Mai gemeinsam durchführen.

29.05.1952
Ermahnung an die Dyrotzer Verwaltung.  

20.06.1952
Die Heimatzeitung verteilt Lob und Tadel an die Dyrotzer Bauern.  

29.06.1952
Dem Bauern Otto Benz wurde jetzt zum zweiten Male innerhalb von zwei Jahren eine Pumpe mit insgesamt neun Meter Rohr und einem Filter aus der Koppel gestohlen.
Hieraus ersieht man wieder, wie ungeheuer wichtig es ist, wachsam zu sein.

04.08.1952
Wieder verteilt die Heimatzeitung Lob, Tadel und Empfehlungen an die Dyrotzer Bauern.  

1957
Die Gemeinde hat eine Einwohnerzahl von 664 (220 Männer, 290 Frauen und 122 Kinder). 208 Umsiedler hat der Ort aufgenommen. Es gibt eine LPG sowie 36 landwirtschaftliche Betriebe mit einer Größe zwischen einem Hektar bis über 20 Hektar. Als größter Produktionsbetrieb im Dorf gilt die Konsum-Fleischerei. Daneben gibt es noch je einen Schmied, Stellmacher, Schneider und Uhrmacher sowie zwei private Lebens-mittelgeschäfte und eine Bäckerei.

1958
Eingemeindung nach Wustermark

 
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